Die Amerikaner haben Saddam Hussein gestürzt und die Macht der sunnitischen Minderheit im Irak gebrochen. Darüber freut sich vor allem Iran. Die Ayatollas haben nun beste Aussichten auf eine Hegemonie in der Region.
Jeder weiß es in Teheran, aber niemand sagt es laut: Iran ist der heimliche Sieger des amerikanischen Feldzugs gegen den Irak. Denn die Amerikaner haben den Iranern ihren größten Feind, Diktator Saddam Hussein, vom Hals geschafft, was ihnen selber während ihres achtjährigen Krieges mit dem Irak nicht gelungen war.
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Zum ersten Mal in der modernen Geschichte ist die Westgrenze sicher, denn in Bagdad werden - wie immer die langwierige Regierungsbildung ausgeht - auch in Zukunft schiitische Glaubensbrüder das Sagen haben.
Die Herrschaft der sunnitischen Minderheit über die Mehrheit der Schiiten, die vom Osmanischen Reich über das britische Mandat bis zur irakischen Monarchie und während der Republik bestand, ist dauerhaft gebrochen. Eine militärische Bedrohung besteht von dieser Seite nicht mehr. Nachdem der Irak als Machtfaktor weggefallen ist, haben sich zudem die Aussichten Irans auf Hegemonie in der Region erheblich verbessert.
Das wirtschaftliche und intellektuelle Potential der Islamischen Republik ist dem der arabischen Golf-Anrainer weit überlegen. Auch diese Entwicklung ist eine Folge der militärischen Intervention Washingtons - die Präsident George W. Bush und seine Ratgeber wohl nicht erwartet hatten.
Die "Finnlandisierung" des Irak
Der direkte und indirekte Einfluss der Iraner im neuen Irak kann kaum überschätzt werden. Sogar das Wort "Finnlandisierung" wird von Kritikern in Anspielung auf die einstige Abhängigkeit des Landes von der Sowjetunion gebraucht. Präsident Mahmud Ahmadinedschad war auf Freundschaftsbesuch in Bagdad, alle irakischen Regierungschefs und Präsident Dschalal Talabani kamen nach Teheran. Zu den schiitischen Parteien hat Teheran enge Beziehungen, auch wenn diese nicht dem Modell der Teheraner Theokratie folgen wollen.
Ammar al-Hakim, der Vorsitzende des Hohen Islamischen Rates im Irak, hat seine Prägung im langjährigen Teheraner Exil erfahren. "Es hätte keinen Sinn, zu einem Land mit einer gemeinsamen Grenze von 1400 Kilometern Länge schlechte Beziehungen zu haben", doziert er. Der Irak brauche sich nicht von Iran fernzuhalten, sondern solle Brücke zu Arabern und Türken sein. "Für uns ist Iran ein befreundetes Land."
Muktada al-Sadr, der aus einer führenden Gelehrtenfamilie stammende Chef der Mahdi-Miliz, hält sich immer noch in der iranischen Theologen-Stadt Ghom auf, um dort einen geistlichen Rang zu erwerben, der seiner politischen Stellung entspricht. Seine Kampfgruppen werden von den Iranern materiell unterstützt.
Enge wirtschaftliche Verflechtung
Doch nicht sie allein. Auch die Milizen der anderen Schiiten-Parteien stehen unter dem Protektorat Teherans. Überwiegend läuft diese Hilfe über die Pasdaran, die iranischen Revolutionswächter. Nachdem Saddam Hussein Iran angegriffen hatte, stellte der Hohe Islamische Rat im Exil (damals noch der Hohe Rat für Islamische Revolution im Irak) aus irakischen Überläufern und Kriegsgefangenen die Division Badr auf, die auf iranischer Seite kämpfte. Badr-Veteranen bilden heute das Rückgrat der irakischen Streitkräfte und des Geheimdienstes.
Die wirtschaftliche Verflechtung zwischen beiden Ländern ist eng. Beim Wiederaufbau der darniederliegenden irakischen Industrie sind die Iraner stark mit technischer Hilfe und Kapital engagiert, besonders in der Energieversorgung und in der Infrastruktur.
Von Triumphalismus ist Teheran angesichts des Abzugs der US-Kampftruppen dennoch weit entfernt. Welche US-Soldaten für den Kampf bestimmt sind und welche zur Ausbildung, ist letztlich eine semantische Frage. Sie könnte jederzeit revidiert werden.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 20.08.2010/liv)
Russland unter Putin
Was ist, wenn Obama als Muslim geboren ist? Was schert Sie das? Ist Ihnen nicht bekannt, dass es ein sehr freizügige Religionsfreiheit in den USA gibt?
Ich habe von Anbeginn den Auftritt dieses Herren verfolgt und hatte leider Recht. Er ist ein guter Redner aber ein Tiger OHNE Zaehne. Er kann und weiss nicht zu handeln siehe dazu die Oelpest und andere Blamagen. Eine Moschee am Ground Zero auch nur anzudenken waere ein agression gegen die Amerikanische Nation und all die Toten. Der Verdacht liegt eben nahe er ist ein Moslem und seine Geburtsurkunde ist bis heute nicht im Original aufgetaucht.
Schade aber you get what you deserve. Sorry.
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Das mit vollem Recht. Aber er mischt sich sehr stark "draußen" ein.
"bbinder77 schreibt @sk8erBLN: Machtgefüge zu Gunsten Irans
Ganz genau!!!
Peter Scholl-Latour war soweit ich mich entsinne der erste, der 2002 sofort darauf hinwies und warnte. Da wollte bei uns die Merkel (damals Oposition) doch noch mit in den Krieg und Schröder lieferte die "da mach ich nich mit Show" ab (2002 war ja Kanzlerwahljahr und Gas-Gerd wollte doch noch Hartz4 einführen) und entsandte dann BND-Agenten zur Zielerfassung nach Bagdad."
Israel bezeichnete schon weit vor dem 1 Golfkrieg gegen den Irak diesen sowie den Iran als seine zwei Hauptwiedersacher in der Region, noch dazu dann als Saddam einige Scuds gen Israel abfeuerte, auch wenn diese wenig Schäden und Opfer verursachten.
Aus israelischen Interesse heraus war es daher oberste Priorität den Irak auszuschalten und zu schwächen, was ja durch den Irakkrieg nun auch erfolgte, wozu übrigens AIPAc nennenswert beitrug die whement sich für die Irakinvasion aussprachen.
DA diese Mission somit erst zu 50% erfüllt ist, aber noch nicht zu 100%, verwundert es daher auch nicht das seit Jahren AIPAC und Israel versuchen die USA auch in einen Krieg gegen den Iran zu treiben, da Israel alleine nicht in der Lage ist den Iran nennenswert zu schwächen und zu schädigen, zumindest nicht ohne Atomwaffenseinsatz
Paging