sueddeutsche.de: Sie haben sich stattdessen Klöster angesehen.
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Roth: In den letzten Jahren ist die Religion in Russland immer wichtiger geworden, der Einfluss der orthodoxen Kirche wächst. In der Nähe von Jekaterinburg am Ural hat sich ein Kloster zu einem Wallfahrtsort entwickelt - genau an der Stelle, wo 1918 die Leichen der Zarenfamilie Romanow verscharrt wurden. Für die russisch-orthodoxe Kirche waren die Romanows Märtyrer - schließlich war der Zar zugleich Kirchenoberhaupt.
sueddeutsche.de: Zu Beginn seiner Karriere hat sich Putin vor allem durch eine harte Haltung im Tschetschenienkonflikt profiliert. Spielt dieses Thema noch eine Rolle?
Roth: Nein, aber der Konflikt schwelt unter der Oberfläche weiter und ist in keinster Weise verarbeitet. Für unsere Serie haben wir die Stadt Kondopoga in der Nähe von Sankt Petersburg besucht: Dort kam es zu schweren Schlägereien zwischen dort lebenden Tschetschenen und Russen, bei denen zwei Menschen starben und der Name der Stadt ist zum Symbol für diese Problematik geworden.
sueddeutsche.de: Wieso haben Sie aus dem Material nicht eine lange Dokumentation gemacht?
Roth: Unser Anliegen war es, den Zuschauern in Deutschland möglichst viel über den Alltag der Menschen in Russland zu zeigen. Eine Doku wird nur ein einziges Mal gezeigt, durch die kürzeren Filme in Verbindung mit den Live-Schaltungen im Morgenmagazin und in den Tagesthemen erreichen wir mehr Menschen. Ich habe vor einigen Jahren schon ein ähnliches Projekt unter dem Titel "Russisches Tagebuch" gemacht - und die Reaktionen der Zuschauer waren sehr positiv.
Thomas Roth, Jahrgang 1951, berichtete zwischen 1991 und 1995 sowie zwischen 1998 und 2002 für die ARD aus Moskau. Danach leitete er das ARD-Hauptstadtstudio in Berlin und war Chefredakteur der Gemeinschaftsredaktion Fernsehen. Seit Mai 2007 ist er erneut Leiter des ARD-Studios Moskau.
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(sueddeutsche.de/lala)
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