SZ: In dieser Woche erscheint in Deutschland Ihr Buch ,,Strategie und die Kunst zu leben'', in dem Sie die Nützlichkeit von Schach-Strategien im Leben aufzeigen wollen. Ist der Politiker Kasparow genauso aggressiv wie der Schachspieler es war?
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Garri Kasparow: Eine der Schlüsselideen meines Buchs lautet doch, dass es niemals nur eine einzelne Gewinnstrategie gibt. Man muss seine Strategie den jeweiligen Umständen anpassen. Ich spielte aggressiv, weil ich wusste, dass dies meinem Naturell am ehesten entsprach.
Aber in den Weltmeisterschaftskämpfen gegen Karpow musste ich lernen, ruhiger zu spielen, um zu überleben. Für die Opposition in Russland gilt heute das Gleiche: Wir müssen uns vorsichtig einigen und eine gemeinsame Plattform finden, um gegen einen beinahe übermächtigen Gegner zu überleben.
Und bei Verhandlungen darf man nicht aggressiv auftreten, sondern muss sich in Geduld üben. Ich musste auch lernen, ruhiger, charmanter, diplomatischer zu werden. Es ist wirklich wie im Schach: Man tut, was die Stellung erfordert.
SZ: Ihr Held im Schach war immer der wagemutige Alexander Aljechin, warum ist es Winston Churchill in der Politik?
Garri Kasparow: Aljechin war mein Held, als ich zehn Jahre alt war. Churchill ist es heute. Seine Kombination aus Leidenschaft und kaltblütiger Berechnung ist einmalig. Ich liebe sein großartiges Englisch und lese seine Bücher immer wieder. Er konnte eine Nation im Moment ihrer größten Bedrohung führen.
SZ: So wie Sie?
Garri Kasparow:Es ist vollkommen nebensächlich, wer als Kandidat der Opposition gegen Putin nächstes Jahr antreten wird. Ich habe eine Organisation gegründet, die Putins Regime demontieren will, allein darum geht es mir. Der beste Kandidat wird nächstes Jahr derjenige sein, der die Unterstützung von Liberalen, Linken und einigen Nationalisten bekommt.
Sollte ich das sein, gut, dann werde ich mich nicht drücken. Aber diese Entscheidung wird transparent getroffen werden. Und danach muss es uns noch gelingen, zu den Wahlen überhaupt zugelassen zu werden. Und wenn wir das überstehen, brauchen wir auch noch genügend Spendengeld für Wahlspots, bisher haben viele Geschäftsleute einfach zu viel Angst vor dem Kreml, um uns finanziell zu unterstützen.
SZ: In den achtziger Jahren haben Sie den Fall der Berliner Mauer und des Kommunismus vorausgesagt. Was wird 2008 in Russland passieren?
Garri Kasparow: Sehen Sie: In den achtziger Jahren fiel es mir leicht, eine solche Voraussage zu treffen. Ich kannte die Verhältnisse, aber meine Sicht auf die Dinge war frisch und ziemlich objektiv. Heute bin ich in die politischen Geschehnisse involviert.
Eines steht dennoch fest: Putin ist nervös. Er weiß, dass er Probleme bekommen wird, wann auch immer. Er hat ein korruptes Regime aufgebaut, und irgendwann wird das Volk ihn zur Verantwortung ziehen wollen. Spätestens, wenn der Ölpreis fällt und dem Staat wichtige Einnahmen fehlen werden.
SZ: Ihre Mutter hat gestern ihren 70. Geburtstag mit Ihnen gefeiert. Unterstützt sie Sie auch in der Politik?
Garri Kasparow:Absolut. Die wichtigsten Treffen finden in meinem Moskauer Haus statt. Sie schmeißt die Kantine zu Hause und führt damit mein Küchenkabinett. Ihr und meiner Frau Dascha kann ich vollkommen vertrauen.
SZ: Sie sind kürzlich zum dritten Mal Vater geworden. Warum hat Ihre Frau in New York entbunden?
Garri Kasparow: Wir besitzen in New Jersey ein kleines Appartement. Ich wollte jedenfalls nicht, dass Dascha in Moskau entbindet, weil ich sie in einem Krankenhaus dort nicht gut schützen kann. Jeder aus meiner Familie hat Bodyguards in Moskau: meine Mutter, mein Sohn Wadim aus zweiter Ehe, meine Frau, wenn sie da ist. Das Leben in Russland ist im Augenblick nicht gerade sicher.
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Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 20.03.2007)
ICE-Strecke
Kasparow ist längst ein Westhirn und als solches richtet es sich dorthin aus, wo die meisten und dicksten Geldflüsse. So demokratisch dürfte er nicht sein: denn wo Geld die Welt regiert, dort bleibt wenig über für Menschenwürdiges und Natürliches. Also als solcher will er Russland demokratisieren. Da fällt mir nur das Wort Täuscher ein.
Angeblich will der Schachspieler den so undemokratischen Putin wegen Verfassungshochverrat und Korruption aus dem Kreml werfen.
Hält sich der Schachspieler selber an demokratische Regeln oder ist er so durchtrieben wie Churchill, sein Vorbild eben? Und warum konnte er den Verfall der UDSSR vorhersagen? Er sagt es: er kannte die Verhältnisse. Weshalb kannte er das im voraus? Die Antwort liegt in London und New York, dort wo der KOMMUNISMUS seinen Anfang nahm, der nie ein echter gewesen war. richard kendel
"Kasparow kann sich nicht im Russischen Fernsehen nicht äußern weil er unbedeutend ist!"
Dann frage ich mich, was so Leute wie Paris Hilton im Fernsehen verloren haben. Die sind fuer mich die "Personifizierte Bedeutungslosigkeit". Bei Kasparov hat das dann doch eher damit zu tun, dass er den Leuten an der Macht unbequem ist.
wer würde von dem einen Gebrauchtwagen kaufen? Der Boris Reitschuster in Moskau vielleicht ,der an dem Deal mitverdient!
Im Ernst:Russland einkreisen( Raketen in Polen. Tschechien,Türkey, Ferner Osten),die Ressourcen des Landes verhökern ( Jelzin immer besoffen an Beresowski, Chordochowski usw.), Kasparow installieren(bekannter nützlicher Idiot), und dann das ganze Land weiter ausräubern,wie unter Jelzin.Das ist der kapitalistische Traum Amerikas angesichts der ernstzunehmenden Konkurrenten China und Indien. Den Dummschwätzern und Blinden mit Unterstützung der Medien( Beckman u Co, dern Dummhei ja zum Himmel schreit) reichen der Irak,die katastrophalen Beispiele der Ausbeutung in Amerikas Hinterhof offenbar nicht, (politisch.Denken Glücksache), oder sind bezahlt, wie Kasparov von der Londoner Finanzwelt (u.a. Beresowski).Die Börsen würden jubilieren In London und Nwe York.
Da steht bisher Putin vor und in der Nachfolge Iwanow 2008!
Wer will übrigens bestreiten , dass eine gewisse Logik dahinter steckt, wenn diese Kreise auch die Journalisten "umlegen", um Putin zu diskreditieren! Teilerfolge zeitigen doch die verdummten deutschen Medien!
@MrQ
Kasparow kann sich nicht im Russischen Fernsehen nicht äußern weil er unbedeutend ist!
Er führt eine Truppe von einigen tausend Menschen an(wenn es überhaupt tausende sind).
Man kann nicht jeden Außenseiter der gegen den Strom schwimmt ins Fernsehen holen! Menschen die in Deutschland eine Meinung gegen den Strom vertreten kommen auch nicht ins Fernsehen (z.B. Peter Handke) . Sind wir deswegen eine Diktatur?
Von Kasparows nähe zu CIA ganz zu schweigen! Würde man hierzulande einen Menschen mit Verbindungen zum "KGB" im Fernsehen dulden. Bei ARD und ZDF und sonstigen sitzen doch auch Vertreter aller Parteien und sorgen für einen Interessenausgleich. Unliebsames wird ebenfalls totgeschwiegen! Das ein Outsider aus Russland einen Sendeplatz bekommt sagt doch auch was über unsere Medien aus! Es gibt eine gute Recherche über unsere Medienlandschaft, da wird einem vielleicht einiges klar: Operation Balkan: Werbung für Krieg und Tod von Jörg Becker und Mira Beham
Die Menschen brauchen nicht mehr Demokratie sondern mehr Rechtstaat. Die nationalen Rohstoffe an die USA und die Finanzelite der Welt zu verschleudern ist keine Demokratie. Kasparow tritt aber für genau die Leute (Chodorkowski) ein, die dies einst betrieben. Damit und nicht erst durch seine Nähe zum National Endowment for Democracy (NED) der CIA hat er sich diskreditiert. Kasparow handelt nicht ehrlich! Russland braucht eine ehrliche Opposition die sich für die wahren Belange der Menschen einsetzt. Eine solche ist aber hier(Deutschland) wie dort (russland) nicht in Sicht!
@1637 DANKE! Ich kenne Russland kaum und kann zu den russischen Verhältnissen praktisch nichts sagen, aber diese Scheinheiligkeit bzgl. USA und Israel, die Sie in Ihrem Kommentar ansprechen ist wirklich erschreckend und beängstigend!!!
Die israelische Politik zu kritisieren bedeutet zweifelsohne den politischen Tod, aber eben nicht immer "nur" den politischen...
MfG
Paging