Der Ex-Schach-Weltmeister Garri Kasparow will bei den Wahlen 2008 gegen Präsident Wladimir Putin antreten. Für das Projekt hat er sich schon einige Strategien zurecht gelegt
Vor zwei Jahren hat sich der Ex-Weltmeister Garri Kasparow aus dem Schach zurückgezogen. Seitdem engagiert er für die Oppositionsbewegung gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Ex-Schach-Weltmeister Garri Kasparow will bei den nächsten Wahlen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin antreten (© Foto: ap)
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Und so geht es auch im Gespräch über sein neues Buch "Strategie und die Kunst zu leben" (Piper Verlag) nicht nur um das bessere Leben, sondern auch um die richtige Strategie gegen den übermächtigen Gegner im Kreml.
SZ: Letztes Jahr noch schien sich im Westen niemand so recht für russische Oppositionspolitiker zu interessieren. Heute werden Sie in die Talkshows von Reinhold Beckmann und Sabine Christiansen eingeladen. Was ist passiert?
Garri Kasparow: Vielleicht war ja der Mord an Anna Politkowskaja der Auslöser für eine etwas kritischere Sicht der Dinge. Bush kritisiert ja immer noch allenfalls den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko und nicht Wladimir Putin.
Aber uns genügt es schon, wenn westliche Politiker und Medien Putins Regime nicht mehr als Musterdemokratie preisen und es damit geradezu ermutigen, gegen die Opposition vorzugehen. Denn je erfolgreicher wir sind, desto brutaler werden auch Putins Methoden ausfallen.
SZ: Wie geht es Ihrer Assistentin, die vor einem Jahr zusammengeschlagen wurde?
Kasparow: Es geht ihr wieder gut. Dieser Überfall sollte nur eine Warnung darstellen. Eine Warnung, die sie allerdings zwei Zähne kostete.
SZ: Verhaftet wurde bisher niemand?
Garri Kasparow: Wann wurde Anna Politkowskaja ermordet und haben Sie in diesem Fall schon von einer Verhaftung gehört? Die russischen Zustände sind nicht ganz so schlimm wie die in Weißrussland oder Simbabwe, aber doch beinahe.
Erst vor zehn Tagen wurde unsere vollkommen friedliche Demonstration in Sankt Petersburg gewaltsam aufgelöst. Haben Sie davon etwas gehört?
SZ: Doch, durchaus. Werden die Morde an Anna Politkowskaja und dem ehemaligen FSB-Spion Alexander Litwinenko aufgeklärt werden?
Garri Kasparow: Ich hoffe doch sehr, dass es uns gelingen wird, Putin und seine Gang aus dem Kreml zu werfen und dann herauszufinden, wer dahinter steckt. Aber die Verbrechen unter diesem Regime haben ja eine viel längere Geschichte: Wer hat in Beslan den Befehl zum Sturm der von Geiselnehmern besetzten Schule gegeben, dem Hunderte Kinder zum Opfer fielen?
Wer hat den Sturm des besetzten Moskauer Theaters befohlen? Wer hat 1999 schließlich die Sprengsätze in den Moskauer Wohnungen gelegt, die zum zweiten Krieg in Tschetschenien führten und letztlich auch Putin zum Wahlsieg verhalfen?
Sehen Sie: Zu Zeiten der Sowjetunion musste sich der KGB bei jeder größeren Aktion eine Genehmigung von oben einholen. Heute gibt es unter Putin verschiedene mächtige Interessensgruppen, von denen einige unabhängig arbeiten, teilweise auch gegeneinander. Ich habe keinen Zweifel, dass die Morde an Litwinenko und Politkowskaja mit den internen Machtkämpfen zusammenhängen.
Vielleicht wollte irgendjemand Putin auch nur kompromittieren. Putins Leute werden jedenfalls immer nervöser, je näher die Präsidentschaftswahlen 2008 rücken. Niemand weiß, wer Putin nachfolgen soll, und es gilt, mit der politischen Macht im Kreml auch jene riesigen Vermögen abzusichern, die Putins Machtklüngel in den letzten sieben Jahren seiner Regierung angehäuft haben.
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Kasparow ist längst ein Westhirn und als solches richtet es sich dorthin aus, wo die meisten und dicksten Geldflüsse. So demokratisch dürfte er nicht sein: denn wo Geld die Welt regiert, dort bleibt wenig über für Menschenwürdiges und Natürliches. Also als solcher will er Russland demokratisieren. Da fällt mir nur das Wort Täuscher ein.
Angeblich will der Schachspieler den so undemokratischen Putin wegen Verfassungshochverrat und Korruption aus dem Kreml werfen.
Hält sich der Schachspieler selber an demokratische Regeln oder ist er so durchtrieben wie Churchill, sein Vorbild eben? Und warum konnte er den Verfall der UDSSR vorhersagen? Er sagt es: er kannte die Verhältnisse. Weshalb kannte er das im voraus? Die Antwort liegt in London und New York, dort wo der KOMMUNISMUS seinen Anfang nahm, der nie ein echter gewesen war. richard kendel
"Kasparow kann sich nicht im Russischen Fernsehen nicht äußern weil er unbedeutend ist!"
Dann frage ich mich, was so Leute wie Paris Hilton im Fernsehen verloren haben. Die sind fuer mich die "Personifizierte Bedeutungslosigkeit". Bei Kasparov hat das dann doch eher damit zu tun, dass er den Leuten an der Macht unbequem ist.
wer würde von dem einen Gebrauchtwagen kaufen? Der Boris Reitschuster in Moskau vielleicht ,der an dem Deal mitverdient!
Im Ernst:Russland einkreisen( Raketen in Polen. Tschechien,Türkey, Ferner Osten),die Ressourcen des Landes verhökern ( Jelzin immer besoffen an Beresowski, Chordochowski usw.), Kasparow installieren(bekannter nützlicher Idiot), und dann das ganze Land weiter ausräubern,wie unter Jelzin.Das ist der kapitalistische Traum Amerikas angesichts der ernstzunehmenden Konkurrenten China und Indien. Den Dummschwätzern und Blinden mit Unterstützung der Medien( Beckman u Co, dern Dummhei ja zum Himmel schreit) reichen der Irak,die katastrophalen Beispiele der Ausbeutung in Amerikas Hinterhof offenbar nicht, (politisch.Denken Glücksache), oder sind bezahlt, wie Kasparov von der Londoner Finanzwelt (u.a. Beresowski).Die Börsen würden jubilieren In London und Nwe York.
Da steht bisher Putin vor und in der Nachfolge Iwanow 2008!
Wer will übrigens bestreiten , dass eine gewisse Logik dahinter steckt, wenn diese Kreise auch die Journalisten "umlegen", um Putin zu diskreditieren! Teilerfolge zeitigen doch die verdummten deutschen Medien!
@MrQ
Kasparow kann sich nicht im Russischen Fernsehen nicht äußern weil er unbedeutend ist!
Er führt eine Truppe von einigen tausend Menschen an(wenn es überhaupt tausende sind).
Man kann nicht jeden Außenseiter der gegen den Strom schwimmt ins Fernsehen holen! Menschen die in Deutschland eine Meinung gegen den Strom vertreten kommen auch nicht ins Fernsehen (z.B. Peter Handke) . Sind wir deswegen eine Diktatur?
Von Kasparows nähe zu CIA ganz zu schweigen! Würde man hierzulande einen Menschen mit Verbindungen zum "KGB" im Fernsehen dulden. Bei ARD und ZDF und sonstigen sitzen doch auch Vertreter aller Parteien und sorgen für einen Interessenausgleich. Unliebsames wird ebenfalls totgeschwiegen! Das ein Outsider aus Russland einen Sendeplatz bekommt sagt doch auch was über unsere Medien aus! Es gibt eine gute Recherche über unsere Medienlandschaft, da wird einem vielleicht einiges klar: Operation Balkan: Werbung für Krieg und Tod von Jörg Becker und Mira Beham
Die Menschen brauchen nicht mehr Demokratie sondern mehr Rechtstaat. Die nationalen Rohstoffe an die USA und die Finanzelite der Welt zu verschleudern ist keine Demokratie. Kasparow tritt aber für genau die Leute (Chodorkowski) ein, die dies einst betrieben. Damit und nicht erst durch seine Nähe zum National Endowment for Democracy (NED) der CIA hat er sich diskreditiert. Kasparow handelt nicht ehrlich! Russland braucht eine ehrliche Opposition die sich für die wahren Belange der Menschen einsetzt. Eine solche ist aber hier(Deutschland) wie dort (russland) nicht in Sicht!
@1637 DANKE! Ich kenne Russland kaum und kann zu den russischen Verhältnissen praktisch nichts sagen, aber diese Scheinheiligkeit bzgl. USA und Israel, die Sie in Ihrem Kommentar ansprechen ist wirklich erschreckend und beängstigend!!!
Die israelische Politik zu kritisieren bedeutet zweifelsohne den politischen Tod, aber eben nicht immer "nur" den politischen...
MfG
Paging