Von Interview: Thorsten Denkler

Der Direktor des Deutschen Orient-Institutes in Hamburg sieht die innere Sicherheit in Deutschland nach den Angriffen der USA auf Afghanistan nicht in Gefahr.

sueddeutsche.de: Ist nach den Angriffen der USA auf Afghanistan die innere Sicherheit in Deutschland gefährdet?

steinbach dpa

Direktor des Deutschen Orient-Institutes, Udo Steinbach: "Innere Sicherheit in Deutschland ist nicht gefährdet" (© )

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Udo Steinbach: Nein, das ist sie nicht. Die Behörden sind sich des Risikos bewusst. Ich glaube alle Vorbereitungen sind getroffen worden, um gegebenenfalls sensible Punkte zu schützen.

sueddeutsche.de: Osama bin Laden hat nach den ersten US-Angriffen gesagt, die Vereinigten Staaten werden nicht mehr in Frieden und Sicherheit leben können. Ist das eine ernst zu nehmende Drohung?

Udo Steinbach: Das ist eine Drohung die wir ernst nehmen. Aber das Gefährdungspotential geht damit nicht über das hinaus, was wir ohnehin bereits realisiert haben. Wir wissen, wenn der Konflikt lange anhält, können die Massen in weiten Teilen der islamischen Welt mobilisiert werden. Aber ich glaube für den Augenblick betrachten wir das besser als eine Drohung, gegen die wir uns schützen. Wir werden sehen, wie es weitergeht.

sueddeutsche.de: In den vergangenen Tagen ist viel über sogenannte Schläfer gesprochen worden, Terorristen, die unauffällig in Deutschland leben und nur auf ihnen Einsatzbefehl warten. Werden diese Schläfer jetzt aufgeweckt?

Udo Steinbach: Ich halte das für eine begrenzte Gefahr. Möglicherweise ist dieses Schläfertum überzeichnet worden. Auch hier ist Angst oder konkrete Furcht nicht angesagt.

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