Journalisten sollen sich während der Olympischen Spiele in China frei im Internet bewegen können. Doch schon jetzt sind Seiten und Artikel gesperrt.
Die internationalen Journalisten haben entgegen früherer Zusagen der Olympia-Organisatoren in Peking doch keinen freien Zugang zum Internet. Die Webseiten von internationalen Menschenrechtsgruppen oder chinakritische Seiten waren selbst im Hauptpressezentrum (MPC) gesperrt.
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Die Suchmaschine Google funktioniert in China - viele andere Seiten nicht. (© Foto: Reuters)
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Auf Klagen von Journalisten sprach der Medienchef des Pekinger Organisationskomitees (BOCOG) Sun Weijia nur von "individuellen Problemen".
Obwohl zum Beispiel der chinesische Internetdienst der Deutschen Welle oder das Angebot des US-amerikanischen Senders Radio Free Asia (RFA) gesperrt waren, sagte Sun Weijia: "Ich denke nicht, dass es irgendwelche Probleme gibt, sich mit Medienwebseiten zu verbinden."
Journalisten klagten auch, dass zum Teil zwar Medienseiten aufgerufen werden könnten, aber einzelne Berichte dennoch blockiert seien. Die weit gehende Internetzensur, die in China landesweit üblich ist, erstreckte sich im Pressezentrum auf die allgemeinen Arbeitsräume für die Journalisten, die drahtlosen Netzwerke und das kostenlose Internetcafé.
"Es ist hier genauso wie bei mir zu Hause oder an anderen Orten in China", sagte eine Mitarbeiterin. Die Zensur in China sperrt unter anderem Seiten von Amnesty International, Human Rights in China (HRiC) oder der katholischen Nachrichtenagentur Asianews, die auch über die Untergrundkirche in China berichtet.
Im April hatte der für die Presse zuständige Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Kevin Gosper, in Peking nach eigenen Angaben noch die Zusicherung erhalten, dass zumindest die mehr als 5000 beim IOC akkreditierten Journalisten im Pressezentrum freien Zugang zum Internet haben werden. Fraglich war damals nur, ob das auch für die Hotels oder andere Unterkünfte der Journalisten gelten würde. China verteidigt seine Zensur immer mit dem Hinweis, dass es in anderen Länder auch Sperren im Internet gegen "ungesunde Inhalte" gebe.
China hat gerade mit 253 Millionen Nutzern die USA als größte Internetgemeinde überholt. Aus Rücksicht auf ihre Marktchancen in China zensieren sich große internationale Suchmaschinen wie Google und Yahoo in China selbst und filtern Suchinhalte, die von Chinas Behörden als politisch heikel betrachtet werden. Versucht ein Internetnutzer eine gesperrte Seite aufzurufen und greift die Blockade, wird meist für kurze Zeit auch jede andere Suche gesperrt, selbst wenn keine zensierten Inhalte gesucht werden.
(dpa/vw)
Bundespräsident Gauck in Israel
sicher, diese Menschenrechtsorganisationen sind einfach störend wie ein Katarakt penetrant mit ihrer Wahrheit und den haargenauen Recherchen. Es könnte das Auge des unschuldigen Journalisten trüben von der glanzvollen fast paradiesischen Zuständen im kommunistischen China. China, die Oase der Menschlichkeit und freiwilligen Verbeugung vor der permanenten Revolution als einzig möglichen entwicklungsgeschichtlichen Weg zum Heil der Menschheit. Natürlich muss die allgegenwärtige Partei den unschuldigen Geist der ausländischen Journalisten schützen, alles nur zur wahrhaftigen Berichterstattung, deren Wahrheit nur die Partei kennt.
Hat irgendjemand etwas anders erwartet?
Ich bin davon überzeugt, dass es für die chinesischen Zensoren schier unmöglich ist, die so genannte Great Firewall of China zu öffnen.
Der Punkt ist, dass sämtlicher Internetverkehr über drei Austauschknoten abgewickelt wird. Hinter diesen Knoten sind Backbone-Router geschaltet, über die der Internet-Verkehr gefiltert wird.
Laut Wissenschaftler der Universität Cambridge erfolgt die Filterung und Blockierung auf mehreren Ebenen:
IP-Ebene: Es werden also Verbindungen zu bestimmten IP-Adressen mit Reset-Paketen beantwortet u. damit blockiert
URL-Ebene: Hierbei wird der URL-String nach Schlüsselwörtern, die sich auf einer Target-List befinden gefiltert
Packet-Filter: Der gesamte Datenstrom wird nach bestimmten Schlüsselwörtern gefiltert u. bei einem hit die Verbindung blockiert
DNS-Filter: Kontrolle über das Domain-Name-System. URLs werden nicht in IP-Adressen umgesetzt, falls sich im String ein verdächtiges Wort befindet oder sich die IP-Adresse auf einer Target-List befindet.
Anhand dieser vielen verschiedenen Filter, die wahrscheinlich zur Sicherheit auf mehreren Routern hintereinander geschaltet sind, um den gesamten chinesischen Internetverkehr zu kontrollieren, kann man sich vorstellen, dass es für die chineschen Behörden sehr schwierig ist, selbst Lücken in dieses komplexe Filter-System zu reißen. Möglicherweise ist aus "Sicherheitsgründen" eine White-List für bestimmte IP-Adressen nicht einmal vorgesehen.
Dieser Umstand könnte die chinesische Regierung möglicherweise aus PR-Gründen zu einer "Sensation" bewegen:
Komplette Abschaltung der Great Firewall of China für den Zeitraum der Olympischen Spiele