Der Vatikan hob besonders Obamas Bemühen um den Weltfrieden hervor. "Wir schätzen besonders den Einsatz des Präsidenten für den internationalen Frieden und für die atomare Abrüstung", sagte Vatikansprecher Federico Lombardi. Die Auszeichnung sei eine Ermutigung für Obama, mit diesen ebenso schwierigen wie fundamentalenBemühungen für die Zukunft der Menschheit fortzufahren.
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Der französische Staatschef Nicolas Sarkozy sagte, das Nobel-Komitee zeichne Obamas "entschlossenes Engagement für die Menschenrechte (...) und für die Verbreitung des Friedens in der Welt" aus. Damit werde dessen "Vision für Toleranz und Dialog zwischen den Staaten, Kulturen und Zivilisationen" gewürdigt.
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso erklärte, diese Auszeichnung für den Führer der größten Militärmacht der Welt widerspiegele die Hoffnungen, die sich an dessen Vision von einer atomwaffenfreien Welt knüpften.
Der polnische Friedensnobelpreisträger Lech Walesa hat sich über die Auszeichnung für US-Präsidenten Barack Obama überrascht gezeigt. "So schnell? Zu schnell", sagte Walesa dem Fernsehsender TVN24. Obama habe erst begonnen, er müsse nun handeln, erklärte der Ex-Präsident Polens. Er verstehe die Auszeichnung als eine "Ermunterung" für Obama. "Wir werden sehen, ob er ausharrt und das tut, was er vorgeschlagen hat", bemerkte Walesa.
Walesa hatte den Nobelpreis 1983 erhalten. Er stand damals an der Spitze des demokratischen Widerstandes gegen das kommunistische Regime in Polen.
Auch Japan hat mit Freude auf die Verleihung des diesjährigen Friedensnobelpreises an US-Präsident Barack Obama reagiert. Er sei "wirklich erfreut" über die Nachricht und wolle ihm "von Herzen" gratulieren, sagte Regierungschef Yukio Hatoyama, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Hatoyama hält sich dort zu Gesprächen mit Chinas Premier Wen Jiabao und Südkoreas Präsidenten Lee Myung Bak auf. "Wir teilen Präsident Obamas Ziel (einer nuklearen Abrüstung) und schätzen seine Führerschaft hoch", sagte der japanische Regierungssprecher Hirofumi Hirano.
Japan müsse an der Spitze der Bewegung zur Abschaffung von Atomwaffen stehen, sagte Oppositionschef Sadakazu Tanigaki. Daher sei die Verleihung des Friedensnobelpreises an Obama "wirklich etwas, worüber wir uns freuen sollten", sagte er laut der Nachrichtenagentur Jiji. Japan war als bisher einziges Land gegen Ende des Zweiten Weltkrieges Opfer eines atomaren Angriffs.
Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohamed el-Baradei, sagte, Obama zeige außerordentliche Führungskraft, indem er sich für eine atomwaffenfreie Welt sowie für "Diplomatie, gegenseitigen Respekt und Dialog" als beste Mittel zur Konfliktbewältigung einsetze.
Der Leiter der UN-Behörde zur Überwachung des internationalen Kernwaffenteststopp-Abkommens CTBTO, Tibor Toth, gratulierte Obama zu seiner Auszeichnung. Toth lobte das Nobelpreiskomitee für die Entscheidung, den US-Präsidenten "in seinem Streben nach Frieden" zu unterstützen. Der Weg Obamas hin zur nuklearen Abrüstung sei beschwerlich, deshalb könne "die Auszeichnung mit dem Nobelpreis die Bemühungen des Präsidenten nur stärken", zitierte die Behörde ihren Leiter in Wien.
Der israelische Präsident Schimon Peres schickte Obama ein Glückwunschschreiben, in dem er ihm bescheinigte, "der ganzen Menschheit neue Hoffnung" zu geben. Nur "sehr wenige" Politiker hätten es geschafft, "den geistigen Zustand der Welt in so kurzer Zeit zu ändern", fügte Peres hinzu.
Ein enger Berater des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad sagte, die Regierung in Teheran hoffe, dass die Auszeichnung Obama anspornen werde, "den Weg zur Gerechtigkeit in der Welt" zu beschreiten.
Der afghanische Präsident Hamid Karsai bezeichnete die Entscheidung des Komitees als "richtige" Wahl. Obamas Anstrengungen, "auf dem Weltniveau freundschaftliche und gute Beziehungen und weltweiten Frieden zu schaffen", machten ihn zum angemessenen Empfänger des Friedensnobelpreises.
Obamas kenianischer Stiefbruder Said Obama sagte, für die Verwandten des US-Präsidenten in Kenia sei diese Entscheidung eine Ehre. Viele Menschen fühlten sich dadurch berührt, denn Obama repräsentiere "Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten".
Kritisch äußerte sich hingegen der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese Obama müsse die Auszeichnung "erst noch rechtfertigen", erklärte Liese am Freitag in einer Pressemitteilung. "In einigen wenigen Bereichen hat Obama zwar wichtige Dinge auf den Weg gebracht, aber viele seiner Wahlversprechen sind weit von der Umsetzung entfernt." Als "besonders enttäuschend" bewertete der CDU-Europaabgeordnete die Klimaschutzpolitik der neuen US-Regierung. "Ein substantielles Abkommen bei der Weltklimakonferenz in Kopenhagen könnte daran scheitern, dass das Thema für die Administration Obama keine Priorität hat."
Der Bonner Friedensforscher Andreas Heinemann-Grüder hält die Verleihung des Nobelpreises an Obama für verfrüht. "Es überrascht mich einigermaßen, und zwar weil es Vorablorbeeren sind", sagte der Wissenschaftler. Der US-Präsident sei in seiner bisher kurzen Amtszeit noch nicht über rein atmosphärische Verbesserungen der internationalen Beziehungen hinausgekommen.
In den Konflikten mit Iran und Nordkorea, bei den Krisenherden Afghanistan und Naher Osten sowie im Verhältnis zu Russland könne Obama noch keine konkreten Erfolge aufweisen. "Insofern kann man nur sagen: Hoffentlich setzt es Obama entsprechend unter Druck, den Erwartungen dann auch gerecht zu werden", meinte Heinemann-Grüder, der am Bonn International Center for Conversion forscht.
Die nordirische Nobelpreisträgerin Mairead Corrigan Maguire kritisierte die Verleihung an Barack Obama. Die Entscheidung für den US-Präsidenten sei "sehr traurig", denn der Preis ginge normalerweise an Menschen, die Krieg und Militarismus beenden und für Abrüstung sind, sagte sie. Obama müsse erst noch beweisen, dass er den Krieg in Afghanistan beenden wolle.
Die heute 65-Jährige erhielt den Friedensnobelpreis 1976 zusammen mit Betty Williams. Beide Frauen hatten eine einflussreiche Friedensbewegung in Nordirland gegründet.
Kritik kam auch von den radikal-islamischen Taliban. Sie bezeichneten die Entscheidung als "ungerecht". Obama habe "in Afghanistan keinen einzigen Schritt in Richtung Frieden" unternommen.
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(AFP/dpa/AP/bica/bavo)
Wo waren die denn alle die letzten Jahre? Haben die mal die Toten gezählt, die auf das Konto dieses Friedensengels gehen?
sollen uns doch einfach einmal mit dem alleine lassen, der unsere Hoffnungen ausdrückt! Kann man sich nicht einmal freuen mit jemandem der einem aus der Seele spricht? Müssen die immer ihre Worthülsen ausstreuen? Könne die nicht einfach mal den Mund halten?