Zwei Tage vor dem Integrationsgipfel der Bundesregierung ist noch immer unklar, ob alle geladenen Migrantenverbände daran teilnehmen. Auch der Bundesausländerbeirat hat die Verbände nun dazu aufgefordert, dem Treffen fernzubleiben - Hintergrund ist der Streit um das neue Zuwanderungsgesetz.

Wenige Tage vor dem Integrationsgipfel bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Bundesausländerbeirat die eingeladenen Migrantenverbände zum Boykott des Treffens aufgefordert. Mit ihrem Fernbleiben von dem für Donnerstag angesetzten Treffen sollten sie deutlich machen, "dass die Migranten keine Masochisten" seien, sagte der Beiratsvorsitzende Memet Kilic im SWR.

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Mit den in der vergangenen Woche vom Bundesrat beschlossenen Verschärfungen des Zuwanderungsgesetzes sei den Ausländern auf den "Kopf geschlagen" worden. Um den Dialog sinnvoll wieder aufnehmen zu können, solle das Gesetz vor Inkrafttreten entschärft werden und ein "kommunales Wahlrecht für Nicht-EU-Bürger" auf den Verhandlungstisch.

Einige Verbände hatten bereits aus Verärgerung über das neue Zuwanderungsgesetz mit einem Boykott des Gipfels in Berlin gedroht. Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet (CDU) erwartet von dem Gipfel am Donnerstag konkrete Beschlüsse für die Integration von Ausländern in Deutschland. "Jetzt kommt es nicht mehr auf Symbolpolitik an, sondern auf konkrete Maßnahmen", sagte Laschet der Passauer Neuen Presse.

Appell aus der Regierung

Er wünsche sich, "dass nach dem Gipfel klar erkennbar ist, was in der Integrationspolitik erreicht wird". Das Entscheidende werde erst nach dem Gipfel passieren, wenn es um die Umsetzung gehe. Deshalb sei ein "fester Mechanismus zur Kontrolle der Maßnahmen" notwendig.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, hatte zuvor an die Migranten appelliert, sich politisch und gesellschaftlich zu engagieren. Aktive politische Teilhabe sei ein wichtiger Aspekt der Integration. Für die Rückzugsdrohungen der Verbände vom Gipfel habe sie kein Verständnis, sagte Böhmer.

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