Deutschland ist längst ein Einwanderungsland - künftig soll ein unabhängiger Expertenrat Erkenntnisse zu Integration und Migration liefern und die Politik beraten.
Acht führende Stiftungen haben in Berlin einen Sachverständigenrat für Integration und Migration gegründet. Die von politischen Weisungen unabhängigen Experten sollen jährlich einen Bericht erstellen und die Politik beraten.
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Ein Sachverständigenrat soll künftig helfen, Deutschlands Integrationspolitik zu verbessern. (© Foto: dpa)
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Ein "Integrationsbarometer" soll ab Herbst 2009 zudem Aufschluss geben über Einstellungen und Meinungen der deutschen Bevölkerung und der Bürger nichtdeutscher Herkunft. Vorsitzender des Gremiums von neun Wissenschaftlern ist der Integrationsforscher Klaus J. Bade.
Der maßgeblich von der Stiftung Mercator und der Volkswagen-Stiftung initiierte Rat orientiert sich an angelsächsischen Vorbildern. Die Stiftungen haben kein Weisungsrecht. "Wir wollen, dass die Sachverständigen frei sind", sagte der Kuratoriums-Vorsitzende und frühere Chef des Bundespräsidialamts, Rüdiger Frohn.
Die Stiftungen stellen in den kommenden drei Jahren rund 1,7 Millionen Euro für den Aufbau des Rats zur Verfügung. Rechtsträger ist eine gemeinnützige GmbH mit Sitz in Berlin. Der Rat will alle seine Erkenntnisse öffentlich machen.
Der nordrhein-westfälischen Integrationsminister Armin Laschet (CDU) begrüßte die Gründung. Damit werde eine Lücke geschlossen, nachdem die vormalige rot-grüne Bundesregierung 2005 den Zuwanderungsrat abgeschafft habe. Deutschland müsse sich im globalen Wettbewerb um die besten Köpfe mit einer zeitgemäßen Einwanderungs- und Integrationspolitik behaupten.
Nach Einschätzung des Vorsitzenden des neuen Gremiums, Klaus J. Bade, muss Deutschland die Einwanderung besser steuern. "Wir müssen mehr Mut aufbringen und dürfen nicht so zaghaft sein", sagte der Historiker. Bade ist Begründer des Osnabrücker Instituts für Migrationsforschung.
Er macht sich für ein Punktesystem stark, nach dem Einwanderungsländer wie Kanada die Qualifikationen von Migranten bewerten und so die gewünschte Zuwanderung regeln. Dies war im ersten Entwurf des Zuwanderungsgesetzes vorgesehen, entfiel aber nach Intervention der Union. "Das Punktesystem ist zu lange verteufelt worden", sagte Bade.
Bade kritisierte, dass in Deutschland Migration negativ gesehen werde. Das sei das Kernproblem. "Migration ist angeblich Bedrohung von außen und schafft im Inneren vorwiegend soziale Probleme. Beides ist falsch." Bei der Integration müsse man in Zeiträumen von zwei bis drei Jahrzehnten denken. Es genüge nicht, "immer nur bis drei zu zählen, weil im vierten Jahr schon wieder Wahlkampf ist".
Dennoch zeigte sich Bade zuversichtlich. "Der Lernprozess von Politik beschleunigt sich unendlich. Wir haben ein Vierteljahrhundert gebraucht bis begriffen wurde, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist. Erst jetzt, wo Deutschland fast schon ein Auswanderungsland ist, ist das begriffen worden."
(dpa/ihe/hai)
Russland unter Putin
Migration wird deshalb in D so negativ gesehen, weil viele Menschen negative Erfahrungen mit einer Minderheit der Migranten hier gemacht hat und folglich das System vermissen, welches konsequent jene bestraft die unsere Kultur und Gesetze mit Füßen treten. Das traurige daran ist, dass in dieser Masse die vielen anständigen und aufrichtigen Migranten untergehen und sich im Zweifel (aus Verbitterung?) zu Ihren Landsleuten stellen.
Die Politik hingegen lässt einen hier spürbar im Stich und verhaspelt sich bestenfalls in Rassismusdebatten die nur der Profilierung dienen.
Naja Jahrzehnte vergehen :)
Manchmal sind aber auch Leute hier zuhause, die man lieber wo anders sehen würde! Ein echtes Dilemma!
Es liegt auch an der Einstellung der Bevölkerung, dass die Politiker jämmerlich
versagen, wenn es darum geht die "klugen Köpfe", die wir dringend brauchen (auch wenn viele sich dieser Realität verweigern), ins Land zu holen.
Schuld ist die unfassbare Paranoia, mit der Leute, die unser Land voranbringen können, abgeschreckt werden.
Ein Beispiel für diese Paranoia lieferte damals die Absicht, indische IT-Spezialisten ins Land zu holen. Was passierte ? DIe dümmliche Kampagne der CDU "Kinder statt Inder". Rüttgers befürchtete, das man sich "soziale Probleme ins Land holen könnte" . Ja logisch - die Inder sollen doch zu Hause bleiben, weil deren Kinder ja arbeitslos werden könnten und uns dann auf der Tasche liegen könnten. Dabei war vorgesehen, dass die Inder nach ein paar Jahren wieder das Land verlassen mussten. Allein dies ist schon paranoid.
Als Indischer IT-Spezialist hätte ich mich kaputt gelacht und wäre in jedes andere Land lieber ausgewandert !
Wenn es um Osteuropäer geht, fällt vielen nur Billiglohnarbeiter ein, die Arbeitsplätze wegnehmen. Aber es gibt einen Bereich in dem wir die Osteuropäer, die für wenig Geld arbeiten, dringend brauchen - im Gesundheitswesen. Und die Gesundheit ist das wichtigste überhaupt !
Was soll überhaupt die Einkommensgrenze von 60.000 oder 50.000 ? Entweder es wird jemand gebraucht, - auch im Bereich von sagen wir mal 20.000 - oder nicht
Wieso ist das falsch? Meiner Meinung nach wandern seit eh und je zu viele Leute von der Sorte ein, die besser zuhause geblieben wäre.
Auch dass Deutschland "Einwanderungsland" wäre ist mir neu. Es sei denn durch sehr häufige Wiederholung dieser These tritt dann das ein, was man beschwört.