Seit Tagen machen deutsche Politiker klar, was sie von Ausländern erwarten: Sie sollen Deutsch sprechen und sich integrieren. Sinnvolle Ziele, doch ein Besuch in einem Integrationskurs zeigt: Das ist harte Arbeit.
Die Kursteilnehmer in Raum 205 kämpfen. Sie kämpfen um die deutsche Sprache und um eine Perspektive in ihrer neuen Heimat. Von den 18 eingeschriebenen Teilnehmern des Integrationskurses der Münchner Volkshochschule müssen acht Deutsch lernen, weil die Behörden sie dazu verdonnert haben. Die meisten aber kommen freiwillig, jede Woche montags bis donnerstags, immer von 18 Uhr bis 20.30 Uhr. Viele von ihnen haben heute schon gearbeitet, sie kämpfen daher auch mit ihrer Müdigkeit.
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Seit 2005 nahmen mehr als 350.000 Ausländer an einem Integrationskurs in Deutschland teil (© Foto: AP (Archiv))
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Kursleiterin Elena Wiedmann kennt das Problem und hält mit einer Riesen-Portion guter Laune dagegen. Mit deutscher Pünktlichkeit und einem schwungvollen "Dann wollen wir mal!" startet sie in den Abend. Zunächst - wie könnte es in Deutschland anders sein - wird die Anwesenheit kontrolliert. Diesmal allerdings mit enttäuschendem Ergebnis: Nur die Hälfte der Teilnehmer ist gekommen. "Das ist heute die vorletzte Stunde des Kurses, sonst sind wir immer fast vollzählig", verteidigt Kursleiterin Wiedmann ihre Schützlinge.
Obwohl die 29-Jährige in ihre Liste heute viele Fehlzeiten eintragen muss, lässt sie sich die Stimmung nicht verderben. Mit einem strahlenden Lächeln gibt Wiedmann den Teilnehmern zunächst ihre Klausuren vom Vortag zurück und lobt sie nach Kräften. Bei der einen hebt sie das tolle Gesamtergebnis hervor, bei dem anderen die verbesserte Grammatik. Und wo es nichts zu loben gibt, sagt sie: "Ich weiß ja, dass Sie es besser können."
Im Test mussten die Teilnehmer Fragen beantworten wie "Was passt nicht in die Reihe: blau - schwarz - hoch - grün - lila". Oder sie sollten ein paar Sätze zu folgendem Szenario schreiben: "Sie sind im Kaufhaus. Sie haben einen Mantel anprobiert. Er ist braun. Sie mögen blau lieber. Was sagen Sie?"
Für die Teilnehmer war der Test eine Herausforderung, eine Zwischenbilanz nach 300 Stunden Unterricht. Die meisten von ihnen werden insgesamt 600 Stunden absolvieren. Diese teilen sich auf in 300 Stunden Basissprachkurs, ebenso viele Stunden Aufbausprachkurs und einen 30-stündigen Orientierungskurs.
Der Zweck des Ganzen ergibt sich aus Paragraph 43 Aufenthaltsgesetz: "Ziel des Integrationskurses ist, den Ausländern die Sprache, die Rechtsordnung, die Kultur und die Geschichte in Deutschland erfolgreich zu vermitteln. Ausländer sollen dadurch mit den Lebensverhältnissen im Bundesgebiet so weit vertraut werden, dass sie ohne die Hilfe oder Vermittlung Dritter in allen Angelegenheiten des täglichen Lebens selbständig handeln können."
Was zunächst nach grauer Theorie klingt, ist seit Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes im Jahr 2005 für Hunderttausende Ausländer Realität geworden. Dem Bundesinnenministerium zufolge belegten von Januar 2005 bis September 2007 etwa 350.000 Menschen einen Integrationskurs. Etwas mehr als hunderttausend von ihnen machten auch die Abschlussprüfung, 70 Prozent davon bestanden sie.
"Wir leisten hier einiges, wir machen die Integration vor Ort", erklärt Kursleiterin Wiedmann. "Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe", sagt sie, aber sie liebe ihren Job, "weil man so viele unterschiedliche Menschen kennenlernt".
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Millionen von Spaniern , Italienern , Östereichern Franzosen Amerikaner und viele Asiaten sind bei uns integriert, sprechen die Sprache des Gastlandes, Achten Gesetze und weibliche Lehrer und haben überhaupt keine Problem die Spielregeln des Gastlandes anzuerkennen und zu achten.
Probleme treten offen bar in erster LInie bei Migranten aus orientalischen Ländern und den GUS Staaten auf.
Diese erwarten offe bar , dass sich das Gastland an ihren Belangen ausrichtet.
Nach der Rede des türkischen MP sollten alle wissen, Deutschlandpolitik ist für diesen türkische Innenpolitik.
Ich hoffe, wer hier über Faulheit redet, kann wenigstens eine Fremdsprache sprechen. Dabei ist eine ähnliche Sprache wie z. B. Englisch oder Französisch, die man wohlmöglich noch in der Kindheit gelernt hat, eigentlich kein guter Vergleich zu einer völlig fremden Sprache, die man vielleicht sogar noch nach der Arbeit lernen soll.
Natürlich darf man von Immigranten, die hier dauerhaft leben wollen, erwarten, dass sie wenigstens einigermaßen Deutsch lernen. Auf der anderen Seite sollte man nicht vergessen, dass das richtig, richtig schwer ist. Ich kenne einige Fälle von Asiaten, die Deutsch gelernt haben, aber das ist oft richtig frustrierend. Gewöhnlich sind die Kurse von der ersten Stunde an auf Deutsch, selbst wenn die Teilnehmer noch kein Wort Deutsch sprechen. Oft sprechen die Lehrer auch kein Englisch. Und wenn man dann mit Leuten im Kurs sitzt, die schon seit Jahren hier sind und schon einiges aufgeschnappt haben, dann fragt man sich praktisch zwangsläufig, ob man von dem Rababber jemals etwas verstehen kann.
Ich möchte als koreanischlernender nur deutlich machen, dass das Erlernen einer völlig fremden Sprache zwar leicht gefordert ist, aber gar nicht leicht umgesetzt ist. Jeder, der das geschafft hat, hat meinen Respekt.
Schön, dass es solche Kurse gibt, sind ja auch wirklich wichtig. Denn einer der wichtigsten Gründe für die fehlende Integration sind fehlende Deutschkenntnisse.
Aber wer diese Kurse aus Faulheit nicht annimmt hat auch kein Recht auf soziale Leistungen in diesem Land.
waren solche Sprachkurse! Aber besser spät als nie... Die ganzen herzzerreißenden Geschichten von unterdrückten (importierten) Frauen, die jahrelang ohne Kontakt nach außen von ihren fiesen Männern wie Tiere gehalten wurden, hätte es so nicht gegeben...
hat dazu geführt, dass die 3. generation der migranten schlechter deutsch spricht als die zweite.
schauen sie sich die satellitenschüsseln in neuperlach und berg am laim, ramersdorf usw. doch an: subventioniert vom steuerzahler! absurd: russisch-, türkisch-, serbisch-tv den ganzen tag.
es gilt der spruch in fachkreisen: rühr du meine türken nicht an, dann lass ich deine aussiedler in ruh...
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