Bei einem Terrorangriff will Verteidigungsminister Jung ein entführtes Passagierflugzeug notfalls ohne gesetzliche Grundlage abschießen lassen. Auch Innenminister Schäuble warnte unterdessen vor einem Anschlag: Er schließt sogar einen Angriff mit Atomwaffen nicht aus.
Bei einem Terrorangriff würde Verteidigungsminister Franz Josef Jung ein entführtes Passagierflugzeug notfalls ohne gesetzliche Grundlage abschießen lassen. "Wenn es kein anderes Mittel gibt, würde ich den Abschussbefehl geben, um unsere Bürger zu schützen", sagte der CDU-Politiker dem Magazin Focus laut Vorabmeldung vom Sonntag.
Verteidigungsminister Franz Josef Jung (© Foto: ddp)
Anzeige
Es gebe das Recht des übergesetzlichen Notstandes. Der Minister erklärte, er wünsche sich eine verfassungsrechtliche Klarstellung. "Aber da gibt es noch keinen Konsens in der Koalition." Jung räumte zwar ein, dass das Bundesverfassungsgericht den Abschuss eines gekaperten Passagierflugzeuges auf die Fälle beschränkt habe, in denen nur Terroristen und keine Unschuldigen an Bord seien.
"Aber wenn es eine gemeine Gefahr ist oder die Gefährdung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, dann gelten andere Regeln." Jung sagte, dass in Abstimmung mit der Luftwaffe für einen möglichen Abschuss nur Piloten fliegen sollten, die auch vor dem Hintergrund der schwierigen rechtlichen Frage dazu bereit wären, den Befehl auszuführen.
Er müsse sich im Ernstfall auf die Soldaten verlassen können: "Ich kann in einer solchen Situation nicht lange diskutieren." Das Luftsicherheitsgesetz scheiterte im Jahr 2006 in Karlsruhe. Das Bundesverfassungsgericht verbot damals die Abwägung "Leben gegen Leben" als Verstoß gegen das Grundgesetz. Aus Sicht der Richter ist die Menschenwürde und das Recht auf Leben verletzt, wenn von dem Abschuss auch Passagiere und Besatzungsmitglieder betroffen wären.
Das gelte selbst dann, wenn ein Flugzeug wie am 11. September 2001 als Terrorwaffe eingesetzt werden soll. Das Gericht befasste sich bei seiner Entscheidung nicht mit der Frage, wie die rechtliche Situation im Verteidigungsfall zu bewerten ist.
Schäuble warnt vor Angriff mit Atomwaffen
Unterdessen hat sich auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zur Terrorgefahr geäußert. Er warnte vor einem terroristischen Anschlag mit Atomwaffen. Dies sei die größte Sorge aller Sicherheitskräfte. "Viele Fachleute sind inzwischen überzeugt, dass es nur noch darum geht, wann solch ein Anschlag kommt, nicht mehr, ob", sagte der CDU-Politiker in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Schäuble sagte, dass den Sicherheitsbehörden nicht alle möglichen Gefahren bekannt seien. "Einen vollständigen Überblick haben wir auch heute nicht."
Trotz der Wahrscheinlichkeit eines nuklearen Terroranschlags rief Schäuble zur Gelassenheit auf. "Es hat keinen Zweck, dass wir uns die verbleibende Zeit auch noch verderben, weil wir uns vorher schon in eine Weltuntergangsstimmung versetzen."
Vor allem US-Behörden haben die Befürchtung geäußert, dass in Seecontainern Massenvernichtungswaffen in das Land geschmuggelt und damit Anschläge begangen werden könnten. Nach dem Willen des Kongresses in Washington sollen deswegen alle Schiffe kontrolliert werden. Kritiker befürchten jedoch einen großen Rückstau beim Import von Gütern.
Mit Blick auf die Anfang September vereitelten Anschläge auf von Amerikaner genutzte Einrichtungen in Deutschland sagte er: "Ich schlafe nicht ruhiger seit den Verhaftungen." Nun sei noch klarer, dass Deutschland sehr gezielt im Fadenkreuz des islamistischen Terrorismus stehe. Er verwies auf eine Drohung der "Islamischen Dschihad Union", die sich für die Pläne verantwortlich erklärt hatte. "Die Terroristen wollen ja weitere Anschläge ausführen", sagte der Minister.
Was Helmut Schmidt und Bruno Kreisky alles zur Bekämpfung des Terrorismus tate. Das politische Buch. Jetzt lesen ...
(AP/Reuters)
Proteste gegen ACTA
Lohnzettel auf Facebook
Parteispender 2010
Putin, der "Alpha-Rüde"
Politiker und ihre Pannen
Was Jung fordert, ist selbstverständlich. Im fiktiven aber seit 9/11 realistischen Szenario eines vollbesetzten Fussballstadions, welches von Terroristen mit einem Flugzeugabsturz bedroht würde, MUSS ein verantwortlicher Politiker die Entscheidung fällen können, die Menschen im Stadion zu retten. Er kann schlechterdings nicht nach Hause gehen mit den Worten "Ham wer nicht geregelt, also legen wir uns wieder hin". Wenn das BVerfG meint, dies müsse oder könne man gar nicht regeln, dann soll es das meinen. Aber entschieden werden MUSS in einer solchen Situation. Ein Nichteingreifen in einer entsprechenden Situation wäre Massenmord.
Nun schauen wir uns doch mal die vorangegangenen Kommentare hier an, ob da etwa Aufrufe zum Massenmord durch Unterlassen einer Hilfeleistung dabei sind.
wenn wir, das angedoofte Volk, solche Politiker zum Abschuss frei geben würden. Die Kommentare möchte ich dann hören!
... sind "Demokraten" vom Schlage Schäuble und Jung.
Diese Herren beschwören die Notwendigkeit von Maßnahmen, die das Grundgesetz verbietet. Diese Herren haben anscheinend das Ziel, das Grundgesetz abzuschaffen.
Für mich ist eindeutig der Zeitpunkt erreicht, Artikel 20 Absatz 4 des Grundgesetzes zu befolgen: Widerstand.
Wenn ich allerdings bedenke, dass diese Damen und Herren wieder gewählt werden, dann kann es sein, dass ich dieses Land verlassen muss.
Hat dieses Volk diese Regierung gewählt und damit verdient?
Leider ja.
Das, was da bei den CDU Politiker abläuft, macht einen echt Angst und Bange, inzwischen habe ich mehr Angst vor den Wahnsinn der CDU Politiker als vor einen möglichen Terroranschlag.
Gut?
Ich stelle mir vor, dass die Herren Schäuble und Scholz nach ihrer Amtszeit sich als Kabarett-Double zusammentun, um auf Kleinkunstbühnen aus ihrer Vergangenheit zu erzählen. Denn mehr ist es nicht, was sie derzeit vorführen: Schlechtes Politkabarett !
Sie sollten mit Herrn Blüm sich ins Benehmen setzen !
Paging