Ein Kommentar von Christoph Schwennicke

Die Ideen von Innenminister Schäuble zur Terrorabwehr sind noch unausgegoren. Dennoch bringt es nichts, sich wechselseitig zum Sicherheitsrisiko zu erklären. Deutschland ist, was die Gefahren des Terrors angeht, bedingt abwehrbereit.

Es ist alles gesagt, und in diesem Fall sogar von fast allen. Nicht einmal der Bundespräsident entkam den Sicherheitsfragen, die Innenminister Wolfgang Schäuble aufgeworfen hatte. Horst Köhler befand im ZDF-Sommerinterview vor allem Schäubles Stil und Vorgehen für problematisch.

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Damit ist eine vielstimmige Debatte präsidial veredelt, die in ihrem sachlichen Kern leider armselig geblieben ist. Warum stürzen sich alle pauschal auf Schäubles Provokationen, anstatt die Vorschläge im Einzelnen zu prüfen?

Der Innenminister hat recht, wenn er die deutsche Öffentlichkeit, die in Sicherheitsbelangen gerne den Kopf in den Sand steckt, auf die Dimension der Terrorgefahr hinweist. Er beharrt zu Recht darauf, dass sich Deutschland besser wappnen muss. Das Problem ist daher nicht, dass Schäuble als zuständiger Minister Vorschläge macht. Das Problem ist, dass ihm nicht viel einfällt. Handy-Verbot für Attentäter? Wäre die Sache nicht so ernst, müsste man lachen.

Schäubles Ideen sind noch unausgegoren. Teilweise müsste sich sein Intellekt sträuben, sie auszusprechen. Statt aber über ihn herzufallen, sollte die Konkurrenz, sollte die SPD, bessere Vorschläge machen.

Oder, wenn die Maßnahme für praktikabel und vertretbar gehalten wird, an der Umsetzung mitarbeiten. So wie es beim Gesetz zur Online-Durchsuchung von Computern der Fall ist.

Es bringt nichts, sich wechselseitig zum Sicherheitsrisiko zu erklären - hier der paranoide CDU-Minister, dort die blauäugige SPD. Deutschland ist, was die Gefahren des Terrors angeht, bedingt abwehrbereit. Dieser Zustand muss geändert werden. Nicht um jeden Preis. Aber mancher wird bezahlt werden müssen.

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(SZ vom 16.7.2007)