Indonesien IS bekennt sich zu Anschlag in Jakarta

Rauch steigt auf im Zentrum Jakartas. Detonationen und Schüsse forderten sieben Menschenleben - mindestens.

(Foto: AP)
  • Vor einem Einkaufszentrum in Indonesiens Hauptstadt Jakarta kommt es zu Feuergefechten und Detonationen.
  • Mindestens sieben Menschen kamen ums Leben, weitere wurden verletzt.
  • Die Terrormiliz "Islamischer Staat" bekennt sich zu dem Anschlag.

Einige Angreifer wurden getötet

Bei mehreren heftigen Explosionen und einer Schießerei mit der Polizei sind in der indonesischen Hauptstadt Jakarta laut TV-Berichten mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu der Tat. Kämpfer des IS hätten am Donnerstagmorgen ausländische Bürger und Sicherheitskräfte angegriffen, meldete die als Sprachrohr der Extremisten geltenden Nachrichtenagentur Al-Amak im Internet. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Der Polizeichef Jakartas sprach von Verbindungen zum IS. Der Anschlag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta gehe auf das Konto von IS-Sympathisanten. "Dieses Netzwerk hat Verbindungen zum IS", sagte Polizeichef Tito Karnavian. "Der IS hat Zellen in Südostasien, auch in Indonesien."

Explosionen, Schüsse und Angst in Jakarta

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Unter den Getöteten der Attacke sind nach Angaben der Polizei vier der mutmaßlichen Angreifer. In Medienberichten heißt es zudem, drei Polizisten seien getötet worden. Die Rede war auch von einem Opfer aus den Niederlanden, allerdings wurde dies bisher nicht offiziell bestätigt. Mehrere Menschen wurden am Donnerstag schwer verletzt. Unter den Verletzten ist nach Angaben des Auswärtigen Amts auch ein Deutscher. Über die Schwere seiner Verletzungen war zunächst noch nichts bekannt.

Präsident Joko Widodo bezeichnete die Vorfälle als Terroranschläge und rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Einige Sender berichteten von mehreren Angreifern, die sich einen Schusswechsel mit der Polizei liefern. Die Polizei sprach von vier Attentätern, der Minister für Sicherheitsfragen von fünf.

Die Polizei selbst äußerte sich zunächst nicht dazu, ob es sich um einen Anschlag mit politischem Hintergrund handelte. Der Fernsehsender Metro-TV berichtete, die Polizei gehe von drei Selbstmordattentätern aus.

Polizei: Gezielter Angriff auf Starbucks

Die Detonationen ereigneten sich direkt vor einer Filiale der amerikanischen Café-Kette Starbucks am Einkaufszentrum Sarinah mitten im Zentrum der Millionenmetropole, wie Fernsehsender berichteten. Die Polizei teilte mit, das Café sei gezielt angegriffen worden. Starbucks hat inzwischen alle seine Filialien in Jakarta geschlossen. Ein weiterer Sprengsatz soll in einem kleinen Polizeiposten auf dem Mittelstreifen der vielbefahrenen mehrspurigen Straße vor dem Gebäude explodiert sein. Ein Augenzeuge nahm eine der Explosionen von einem nahe gelegenen Wolkenkratzer auf Video auf. Darauf ist eine Rauchwolke zu sehen.

Ein Polizeisprecher sagte, die Behörde habe eine Drohung der Terrormiliz Islamischer Staat erhalten, dass diese Indonesien "ins Visier" nehme. Regierungschef Widodo rief seine Landsleute auf, nicht über die Täter zu spekulieren. "Wir dürfen keine Angst haben, wir dürfen uns von Terrorakten wie diesem nicht bezwingen lassen", sagte er. Im Dezember sollen die Behörden gewarnt worden sein, die extremistische Terrormiliz des sogenannten Islamischen Staats plane Anschläge in Südostasien.

Jakarta war zuletzt im Juli 2009 Schauplatz schwerer Anschläge. Damals waren Bomben in zwei Hotels hochgegangen. 2002 waren bei einem Attentat auf der indonesischen Ferieninsel Bali 202 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten von ihnen waren Urlauber.

Indonesien ist das bevölkerungsreichste islamische Land der Welt. Rund 90 Prozent der 250 Millionen Einwohner sind sunnitische Muslime.