Der Journalist und Schrifsteller hat erneut Vorwürfe zurückgewiesen, er habe für die Stasi gearbeitet. Er räumte zwar "Naivität und Leichtfertigkeit" ein. Aber: "Niemals bin ich mit meinen Kontakten zu Offiziellen der DDR irgendwelche Verpflichtungen eingegangen."
Vor Journalisten in Köln verwies Günter Wallraff darauf, dass ihn die Stasi selbst als unzuverlässig eingestuft und sich von ihm keine Personenhinweise erhofft habe.
Günter Wallraff (© Foto: AP)
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Nach der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann, den er in der Bundesrepublik als Gast beherbergt hatte, sei er "vollends zum Staatsfeind der DDR stilisiert" und mit einem Einreiseverbot belegt worden, sagte Wallraff.
Demgegenüber hatte zuvor die Birthler-Behörde erklärt, in den so genannten Rosenholz-Dateien hätten sich Hinweise auf eine aktive Tätigkeit Wallraffs als "Inoffizieller Mitarbeiter" der Stasi gefunden.
"Dies hat mit der Wirklichkeit gar nichts zu tun", sagte Wallraff. Seine Besuche in der DDR hätten ausschließlich Recherchen, zum Beispiel über Nazi-Größen, gedient. Er habe keinen Zugang zu Waffen-Informationen gehabt. "Hätte ich etwas erfahren über einen drohenden Krieg, ich hätte es allen zur Kenntnis gebracht."
Nach Angaben der Stasiunterlagen-Behörde gibt es zum jetzigen Stand der Aktenauswertung Hinweise darauf, dass Wallraff von 1968 bis 1971 als Stasi-Informant tätig war. Demnach war der Autor als "IM Wagner" registriert und wurde als "A-Quelle" bezeichnet. Das bedeutet nach Angabe der Behörde, dass er andere Personen "abgeschöpft" haben soll.
Wallraffs Anwalt hat der Stasiunterlagen-Behörde in diesem Zusammenhang eine bewusste Falschdarstellung vorgeworfen. Eine A-Quelle habe nicht selbst abgeschöpft, sondern sei von Mitarbeitern der Stasi abgeschöpft worden. "Diese Beurteilung ist - und die Behörde weiß dies - falsch", sagte der Anwalt Helmuth Jipp in Köln.
(sueddeutsche.de/AFP/dpa)