Vier Jahre sind seitdem vergangen. Der 23-Jährige sitzt auf der abgewetzten Couch des Psychologen und zuckt mit seinen breiten Schultern. "Leid tut es mir eigentlich nicht", sagt er und vergräbt seine Hände in den Taschen seiner Trainingsjacke, "aber ich hab mich jetzt besser unter Kontrolle".
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"Jugendlichen fehlen Vertraute"
Gefängnisse wie Ebrach sind nicht der beste Ort, um Jugendliche zu erziehen. Das weiß man auch im bayerischen Justizministerium. Deswegen wurde in Neuburg-Herrenwörth, dem modernsten der drei Jugendgefängnisse in Bayern, ein Projekt gestartet. Neun inhaftierte Ersttäter mit negativen Prognosen nehmen an einer Gruppe teil, bei der intensive Betreuung dazu führen soll, dass sie nicht enden wie Benno. Weitere 16 Plätze entstehen dort für junge Sexualstraftäter.
Für Endres' Schützlinge kommt diese Hilfe zu spät. Er weiß, dass viele wieder im Sumpf von Gewalt und finanziellem Chaos versinken werden. "Die Nachsorge fehlt", sagt der Psychologe. Der Knast erzieht zur Unselbstständigkeit. Jobsuche, neue Wohnung, Behördengänge - all dies überfordert die Jugendlichen. Sie bräuchten eine vertraute Person an ihrer Seite.
Benno ist einer, der nichts gegen so einen Begleiter hätte. "Schiss vor draußen hab ich schon", sagt er, "weil ich halt nicht mehr ins Gefängnis will."
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(SZ vom 26.6.2006)