Illegale Wahlkampfspenden Sarkozy bleibt Gerichtsprozess in Bettencourt-Affäre erspart

Hat Frankreichs ehemaliger Präsident Sarkozy für seinen Wahlkampf im Jahr 2007 illegale Spenden der L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt angenommen? Diesem Verdacht sind Ermittler in Bordeaux nachgegangen. Doch jetzt haben sie die Anklage fallen lassen. Sarkozy muss sich nicht vor Gericht verantworten.

Frankreichs konservativer Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy entgeht im Zusammenhang mit dem Vorwurf illegaler Wahlkampffinanzierung einem Prozess. Die Untersuchungsrichter im südfranzösischen Bordeaux ließen die Vorwürfe gegen Sarkozy in der sogenannten Bettencourt-Affäre fallen, wie aus informierten Kreisen verlautete.

Die zuständigen Untersuchungsrichter beurteilten die Beweislage als zu dünn, berichtete die französische Regionalzeitung Sud Ouest. Gegen Sarkozy war im März ein formelles Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Die Ermittler verdächtigten ihn, die Demenzerkrankung der L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt ausgenutzt zu haben, um an Geld für seinen Wahlkampf im Jahr 2007 zu kommen. Sarkozy hat stets alle Vorwürfe bestritten.

Eine offizielle Anklage hätte dem konservativen Politiker die Möglichkeit verbauen können, in die aktive Politik zurückzukehren. Sarkozy hatte eine erneute Kandidatur bei den Wahlen 2017 zuletzt nicht mehr ausgeschlossen.

Im Gegensatz zu Sarkozy soll zehn weiteren Beschuldigten Medienberichten zufolge allerdings ein Prozess wegen "Ausnutzung der Schwäche" der heute 90-jährigen Bettencourt gemacht werden. Unter ihnen ist auch der frühere französische Haushaltsminister Eric Woerth.