Im stalinistisch regierten Nordkorea sollen wieder Menschen verhungern. Die Lage scheint so schlimm sein, dass sich Staatschef Kim sich ans Volk wendet.
Die kommunistische Regierung in Nordkorea hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, ihre Anstrengungen zur Erhöhung der Getreideproduktion zu verdoppeln. Staatschef Kim Jong Il verlangte eine "Agrarrevolution", wie die Zeitung Rodong Sinmun am Samstag meldete.
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Herrscht wie sein Vater über das stalinistische Nordkorea: Kim Jong Il (© Foto: Reuters)
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Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen hatte kürzlich vor einer Hungersnot in Nordkorea gewarnt, da es nach den schweren Überschwemmungen im vergangenen Jahr erhebliche Ernteausfälle gibt.
Nordkorea ist seit Mitte der 1990er Jahre auf ausländische Lebensmittelhilfen angewiesen. In diesem Jahr hat sich die Regierung in Pjöngjang geweigert, Hilfe aus dem kapitalistischen Südkorea anzunehmen, das normalerweise stets das größte Geberland ist. Grund dafür ist die harte Haltung, die die neue Regierung in Seoul gegenüber dem kommunistischen Nachbarn im Norden angenommen hat.
Am Freitag hatte die in Seoul ansässige Hilfsorganisation Gute Freunde berichtet, in Nordkorea würden vor allem auf dem Land Menschen verhungern. Eine schwere Hungersnot sei nur eine Frage der Zeit.
Lob aus Washington
Derweil gab es ein eher ungewöhnliches Lob für die kommunistischen Machthaber in Pjöngjang - aus Washington. Nordkorea habe einer US-Delegation mehrere Kisten voller Geheimdokumente zum Atomwaffenprogramm des kommunistischen Landes übergeben. Mit der Herausgabe der Unterlagen unter anderem über seine Plutoniumproduktion habe das Land einen wichtigen Schritt zur kompletten Offenlegung seines Atomwaffenprogramms getan, erklärte das Außenministerium.
Die USA und ihre Partner würden Nordkorea weiter drängen, seine Zusagen zur Deklarierung des Nuklearprogramms zu erfüllen. Doch bedeuteten die 18.000 Seiten Dokumentation einen "wichtigen ersten Schritt im Verfahren der Überprüfung, dass Nordkoreas Deklarierung vollständig und korrekt ist".
Die USA erhoffen sich von der Datensammlung vor allem Erkenntnisse über die Produktion und die Bestände von waffentauglichem Plutonium in dem kommunistischen Land.
Nordkorea habe mitgeteilt, dass die Daten den Betrieb seines Fünf-Megawatt-Reaktors und einer Wiederaufarbeitungsanlage im Atomzentrum Yongbyon bis zurück in das Jahr 1986 dokumentierten, hieß es. Die Angaben müssten jetzt in den USA von Experten "gründlich überprüft" werden.
Gerüchte um formale Deklarierung des Atomsprogramms
Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unterdessen unter Berufung auf diplomatische Kreise in Seoul, dass Nordkorea demnächst eine formale Deklarierung seines Atomprogramms an China, den Gastgeber der sogenannten Sechs-Länder-Gespräche, übergeben wolle.
Eine neue Sechserrunde über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms hat angesichts der bisherigen Differenzen wegen der Deklarierung seit Monaten nicht mehr stattgefunden. An den Gesprächen sind Süd- und Nordkorea, die USA, China, Russland und Japan beteiligt.
Die Nuklearaktivitäten hätten gemäß der ursprünglichen Vereinbarung bis Ende 2007 offengelegt werden sollen. Dafür und für die dauerhafte Stilllegung seiner Atomanlagen waren Wirtschafts- und Energiehilfen für Nordkorea vereinbart worden. Washington hat dem Regime in Pjöngjang zudem die Aufhebung von Handelssanktionen und die Streichung von der Liste jener Staaten in Aussicht gestellt, die den Terrorismus fördern.
(AP/dpa/odg)