Hilfsorganisationen warnen davor, die humanitäre Krise im Irak wegenTerror und Gewalt aus den Augen zu verlieren. Es herrsche "grässliche Armut".

Der Irak steht nach Einschätzung von Hilfsorganisationen vor einer humanitären Katastrophe. Fast jeder dritte Iraker benötigt dringend Notfall-Hilfe, teilten die Hilfsorganisation Oxfam und das Coordination Committee in Iraq (NCCI) mit.

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Irakischer Flüchtlingsjunge schleppt Wasser (© Foto: AFP)

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Die Gewalt in dem Land verdecke die "humanitäre Krise", die sich seit der Invasion des Landes im Jahr 2003 verschärft habe. Zwar seien die täglichen Anschläge die größte Bedrohung, doch acht Millionen Iraker benötigten dringend Wasser, Hygieneartikel, Nahrungsmittel oder eine Unterkunft.

Insgesamt vier Millionen Menschen seien vertrieben worden, die meisten lebten in "grässlicher Armut". Die irakische Regierung und die Vereinten Nationen würden nicht genug gegen die Krise tun.

Rund 70 Prozent der rund 26,5 Millionen Iraker sind demnach von der Wasserversorgung abgeschnitten - vor der Invasion im Jahr 2003 waren es 50 Prozent. Nur jeder fünfte habe Zugang zu sanitären Einrichtungen. Fast 30 Prozent der Kinder seien unterernährt (verglichen mit 19 Prozent vor dem Beginn des Krieges).

Rund vier Millionen Menschen (etwa 15 Prozent der Bevölkerung) hätten nicht die Mittel, regelmäßig zu essen. Mehr als zwei Millionen Menschen - hauptsächlich Frauen und Kinder - wurden dem Bericht zufolge innerhalb des Landes vertrieben. Weiter zwei Millionen seien über die Grenzen geflohen, vor allem nach Syrien und Jordanien.

"Die irakische Regierung, die UN und die internationale Gemeinschaft könnten trotz der schrecklichen Gewalt mehr für die Bedürfnisse der Menschen tun", sagte Jeremy Hobbs, Direktor von Oxfam International. "Die grundlegenden Dinge wurden von Jahren des Krieges und der Sanktionen zerstört."

Es sei unter anderem nötig, dass mehr Spenden richtig eingesetzt werden. Viel Hilfsorganisationen würden jedoch keine Gelder von Regierungen annehmen, die in den Krieg verwickelt waren, um unabhängig zu bleiben.

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(dpa)