Bayerns Wirtschaftsminister will als Parteichef die Jugend und die Frauen in der CSU stärken. Der Wahlkampf gegen Horst Seehofer ist eröffnet.
SZ: Ihr Konkurrent Horst Seehofer sieht sich als Opfer von Indiskretionen in der Partei. Fühlen Sie sich angesprochen?
Erwin Huber wird bis zum Parteitag noch öfter im Mittelpunkt stehen (© Foto: ddp)
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Huber: In keiner Weise. Und Horst Seehofer hat mir ja erst gestern in der Süddeutschen Zeitung Fairness bestätigt.
SZ: Sie empfinden den Wettbewerb um den Parteivorsitz als fair?
Huber: Ich werde alles dazu beitragen, dass er fair und sachlich ist. Es soll keine Frontenbildung geben. Alle müssen dazu beitragen, die Gemeinsamkeit und Geschlossenheit der CSU zu bewahren.
SZ: Wird denn in der CSU mit Indiskretionen Politik gemacht?
Huber: Das sehe ich nicht so.
SZ: Wie es scheint, läuft alles auf eine Kampfkandidatur hinaus. Wird die Stimmung angespannter?
Huber: Das bewegt sich alles im Bereich des demokratischen Wettbewerbs. Das ist für keinen eine Frage von Sein oder Nichtsein. Ich möchte deutlich machen, dass ich Horst Seehofer in der Spitzenmannschaft der CSU sehe. Er ist mit seiner sozialen Kompetenz und seiner Erfahrung ein wichtiger Leistungsträger. Wir werden in Zukunft das, was Edmund Stoiber jetzt trägt, auf mehrere Schultern verteilen und dazu brauchen wir Horst Seehofer. Ich biete ihm eine partnerschaftliche Zusammenarbeit an.
SZ: Trotzdem halten Sie sich für den besseren Parteivorsitzenden.
Huber: Wer der bessere ist, wird der Parteitag entscheiden. Als Mann der Mitte bin ich in der Lage, die gesamte Bandbreite der CSU zu repräsentieren. Ich kann eine wertorientierte und wertkonservative Volkspartei führen, bringe die Voraussetzungen mit, die CSU in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.
SZ: Wie soll die aussehen? Welche Schwerpunkte wollen Sie setzen?
Huber: Für mich geht es um Kontinuität und Erneuerung. Ich will die junge Generation und die Frauen mehr in die Verantwortung bringen. In einer pluralistischen Gesellschaft müssen wir sowohl wirtschaftlichen Fortschritt als auch soziale Ausgewogenheit und Chancengerechtigkeit verwirklichen.
SZ: Also kein Richtungswechsel?
Huber: Nein, die CSU hat ja kein programmatisches Problem. Ich sehe das nicht als Richtungsstreit. Aufgrund meines Werdegangs kann ich die kleinen Leute ebenso vertreten wie die Wirtschaftskompetenz der CSU darstellen. Ich fühle mich in der Lage, auch die wertkonservativen Wähler anzusprechen.
SZ: Im Unterschied zu Horst Seehofer?
Huber: Ich will nicht die Unterschiede zwischen uns herauszustellen. Ich mache auch keine Negativkampagne, aber jeder wird mir zugestehen, dass es legitim ist, für meine Vorstellungen und für mich zu werben. Ich bitte um das Vertrauen meiner Partei als Mannschaftsführer mit Teamgeist.
SZ: Es heißt, Seehofer sei an der Basis beliebter, Sie dagegen gelten als Favorit der Funktionäre. Reicht das?
Huber: Das ist ein Zerrbild, das mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmt. Ich bekomme so viel Zuspruch aus allen Teilen der CSU und bin solange in Parteiverantwortung, dass mir niemand die Basisnähe absprechen wird.
SZ: Es ist eine neue Variante im Gespräch: Sie könnten als Wirtschaftsminister nach Berlin gehen und Seehofer dafür den Parteivorsitz überlassen.
Huber: Das hab ich noch nicht gehört. Ich möchte, dass Seehofer und Michael Glos die Vertreter Bayerns in der Bundesregierung bleiben. Meine Vorstellung ist, mit den beiden und Peter Ramsauer die bundespolitische Kompetenz der CSU darzustellen.
SZ: Einen Wechsel nach Berlin 2009 schließen Sie aber nicht aus.
Huber: Nein, das wird man dann sehen, das ist durchaus eine Option, die ein Parteivorsitzender hat. Ich bin bereit, über die Landesliste in die Bundespolitik zu gehen.
SZ: Was machen Sie, wenn Sie auf dem Parteitag im September nicht gewählt werden?
Huber: Dann werde ich politisch weiterarbeiten. Ich bin immer ein Mannschaftsspieler gewesen und ich habe in der Vergangenheit hinreichend bewiesen, dass ich dort bereit bin zu arbeiten, wo mich die CSU braucht.
(SZ vom 06. Februar 2007)
Nach Massaker in Haula
Zuerst wollte sich Huber mit Beckstein intrigant das Erbe von Stoiber aufteilen und glaubte sich des Partei-Vorsitzes schon sicher. Seehofer hielt dagegen und nun muss Huber kämpfen. Dazu sagte er Beckstein "unbedingte Loyalität" zu, der ihn nun im Gegenzug bevorzugt. Ausserdem wollte er Seehofer mit einer anderen Position abspeisen, was dieser natürlich ablehnte. Nun will er sich Unterstützung bei der jungen Generation und den Frauen erschleichen, die er angeblich stärker in die Verantwortung bringen will. Er gibt sogar vor in 2009 nach Berlin gehen zu wollen. Dem stets "loyalen" zweiten Mann fehlt auf allen Gebieten die Erstklassigkeit. Als Allzweckwaffe wird er bezeichnet, nicht weil er irgend etwas könnte, sondern weil er unterwürfig immer das macht, was man ihm vorgibt. Z. B. wurde er per Verwaltungsreform auf das Beamtentum losgelassen, welches er als Sumpf bezeichnete. Er muss es wissen, denn aus diesem Sumpf ist er selbst noch nie herausgekommen, sondern durch "unbedingte Loyalität zum Chef", zu der auch Deckungsschweigen, Deckungslügen und Deckungsmobben gehört, die Karriereleiter nach oben gekrochen. Huber verbiegt sich in alle Richtungen und glaubt, sich damit für den Parteivorsitz empfehlen zu können.