Die Kanzlermehrheit für die "wichtigste Abstimmung der Legislaturperiode" steht - da ist sich CSU-Chef Seehofer sicher: Der erweiterte Rettungsschirm soll von den Koalitionsfraktionen beschlossen werden. Seehofer warnt die Kanzlerin aber davor, den Deutschen immer mehr Lasten aufzubürden. Der CSU-Chef zieht eine Grenze: Es dürfe nicht sein, dass Deutschland am Ende seine eigene Kreditwürdigkeit verspiele.
An diesem Donnerstag stimmt der Bundestag über den erweiterten Rettungsschirm für die Schuldenländer in der EU ab. Die CSU hat sich trotz starker innerparteilicher Widerstände dazu durchgerungen zuzustimmen. Aber Parteichef Horst Seehofer macht der Kanzlerin deutlich: bis hierher und nicht weiter. Er fürchtet um die Geldwertstabiliät in Deutschland.
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Der bayerische Ministerpräsident und CSU Vorstandsvorsitzende Horst Seehofer hat die Kanzlerin vor der Euro-Abstimmung im Bundestag davor gewarnt, Deutschlands Kreditwürdigkeit zu gefährden. (© dpa)
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SZ:Viele Unionspolitiker sagen, man könnte das Grausen kriegen angesichts der Summen, die nach Griechenland gepumpt werden. Graust es Sie auch?
Horst Seehofer: Was jetzt im Bundestag zur Abstimmung steht, ist mit der CSU besprochen. Unsere Kernforderungen sind erfüllt. Erstens: Wir helfen Griechenland, aber wer Hilfe erfährt, muss die Probleme der Verschuldung beseitigen und wieder wettbewerbsfähig werden. Und zweitens: Der Bundestag muss jeder einzelnen Maßnahme zustimmen.
SZ: Wenn alles mit Ihnen geklärt ist, warum kritisieren Sie ständig den Europakurs der Kanzlerin?
Seehofer: Es gibt Grenzen, die wir als CSU nicht überschreiten werden. Die habe ich aufgezeigt. Wir wollen keine Vereinigten Staaten von Europa, und wir wollen keine elementaren deutschen Souveränitätsrechte wie die Wirtschafts- oder Haushaltskompetenz an Brüssel abgeben. Wir wollen nicht, dass nationale Schulden, zum Beispiel Griechenlands, zu europäischen Schulden werden, für die die Deutschen dann haften.
SZ: Was befürchten Sie?
Seehofer: Die Finanzmärkte beginnen zu fragen: Können die Deutschen die Hilfen überhaupt stemmen? Wir dürfen die Abwertung der Kreditwürdigkeit der Bundesrepublik nicht riskieren, das hätte äußerst negative Folgen für Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum. Deshalb sagen wir: Bis hierhin und nicht weiter.
SZ: Setzt die Kanzlerin die Stabilität des Euro aufs Spiel?
Seehofer: Alles Bisherige ist im Einvernehmen erfolgt. Aber wir als CSU setzen Stoppschilder. Wenn die Staatsverschuldung ausufert oder wenn eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit Deutschlands droht, ist Schluss. Sonst liegt am Ende der Rettungssanitäter im Krankenhaus.
SZ: Aber helfen Stoppschilder, wenn die griechische Krankheit auf ganz Europa übergreift?
Seehofer: Selbst wenn die EU die gesamten Schulden Griechenlands übernehmen würde, wäre den Griechen noch nicht geholfen. Sie müssen ihr Land sanieren und wettbewerbsfähig machen. Das ist die einzige Lösung. Deshalb muss die internationale Expertenkommission, die Troika, erst bestätigen, dass Griechenland die Zusagen erfüllt. Sonst kann es keine Zahlungen geben. Denn dann hätten wir ein Fass ohne Boden. Das hat FDP-Chef Philipp Rösler so zum Ausdruck gebracht, als er die mögliche Insolvenz ins Spiel brachte - wie ich auch.
SZ: Die Kanzlerin ist da aber anderer Meinung.
Seehofer: Ich bin der Meinung, die Bevölkerung verlangt Aufklärung, deshalb müssen wir darüber diskutieren. Man darf das nicht auf ein Podest der Undiskutierbarkeit heben. Die Menschen sind besorgt. Man muss nicht Ökonomie studiert haben, um zu begreifen, in welcher Lage die Griechen sind.
SZ: Viele Menschen treiben Ängste, manche wollen ihr Geld retten, indem sie schnell Wohnungen kaufen. Hat die Politik die Lage noch im Griff?
Seehofer: Der bisherige Weg ist verantwortbar, weil er Hilfen an Eigenanstrengungen koppelt und unsere Wirtschaft vor Negativauswirkungen schützt. Wir dürfen es nur nicht überspannen und die Rettungsschirme beliebig erweitern. Eine Ausweitung oder ein Vorziehen der Schirme kommen mit der CSU nicht in Frage.
SZ: Sie selbst können nicht so gelassen sein. Entscheidet sich an diesem Donnerstag bei der Abstimmung über den Rettungsschirm auch das Schicksal der schwarz-gelben Regierung in Berlin?
Seehofer: Ich bin mir sehr sicher, dass wir die Kanzlermehrheit haben.
SZ: Und wenn nicht?
Seehofer: Das wird nicht sein. Wir haben die bisher wichtigste Abstimmung dieser Legislaturperiode vor uns. Die CSU wird ihrer Verantwortung gerecht werden.
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....man muss auch eines berücksichtigen. Es werden ja schon Schreie laut nach einem noch größeren EFSF!!!! Herr Schäuble hat ja heute nochmal gesagt, dass ja von dem bestehenden Pool gerade mal ein paar Milliardchen geflossen sind. Es scheint ja wohl auszureichen, was die kleinen Pleitestaaten GR, POR, IL anbetrifft.
Wieson noch mehr Geld. Selbst wenn Spanien und Italien drankommt. Die kann man sowieso nicht ganz retten. Die müssen sich selbst retten.
Ich vermute - und das sagt und weder ein Banker noch ein Politier - die Banken haben noch andere Giftpapiere - evtl. noch von 2008, oder andere Papiere wie z.B. faule Privatkredite.
Wer weiss denn was alles in den spanischen Banken schlummert. Die hatten ja eine Immobilienblase. Wenn das auch so ist wie im Falle von Griechenland, dann wird uns doch die eigentliche Wahrheit verheimlicht bzw. zurückgehalten.
Keiner weiss, warum eigentlich aufgestockt werden soll. Das macht im Falle von der Geldbeschafftung Italiens und Spaniens keinen Sinn. Da muss noch was anderes in den Tresoren liegen. Und ich wage zu sagen, dass auch in Ländern wie Frankreich und Luxemburg massig faule Papiere schlummern, von denen wir - das dumme Volk - noch gar nix wissen.
Die Eu bricht gerade unter ihrem eigenen Gewicht zusammen. Wie ein Dinosaurier, der zuviel gefressen hatte.
Die Idee, aus der EU eine Weltmacht zu machen, war von Anfang an hirnrissig und gehört zum Denken des vorvorigen Jahrhunderts.
Jeder BWL-Student lernt an Hand der Differentialanalyse, dass Grösse von Einheiten ab einem bestimmten Punkt nur negative Ergebnisse bringt. Das Wissen ist vorhanden, nur nicht bei den entscheidenden Figuren.
Es ist wie beim Delphischen Orakel: jede Partei hat ihre Kritiker und Befürworter, um die Bürger zu "bedienen" - nur daß hier das Ender-gebnis, das die Kanzlerin verordnet hat, längst feststeht. Wozu noch
eine Abstimmung im Bundestag? Hätte das Volk abzustimmen, wäre der Gesetzesvorschlag schon durchgefallen! Das ist der ganze Sinn
der Komödie.
Vor 3 Jahren lehnte Frau Merkel eine weitere Ausweitung des Ret-tungsschirms definitiv ab, heute (was kümmert mich mein Unsinn von gestern) ist genau das der Fall. Statt für 138 Mrd. € übernimmt Deutschland Garantien bis zu 211 Mrd.€ - 2/3 eines Bundeshaus-halts!
Griechenland wird trotzdem pleitegehen, weil es
1. unter 400-jähriger Türkenherrschaft Betrug und Korruption zu
sehr internalisiert hat,
2. eine unfähige und stark überbesetzte Staatsverwaltung und eine
nicht wettbewerbsfähige Wirtschaft hat,
3. für seine maroden Staatsbetriebe keine Käufer findet, und
4. der Staat den Steuerbetrug geradezu fördert.
Dann ist der Bürgschaftsfall gegeben, Deutschlands Schuldenbrem-se steht nur noch auf dem Papier (wie bis jetzt die Maastricht-Krite-
rien), seine Bonität wird herabgestuft, unter der Politmeschpoche
wird sich nie eine 2/3-Mehrheit für Sanktionen gegen Sünder finden,
und unsere Kinder und Kindeskinder werden unter dem Joch der Schulden stöhnen. Derweil verzehren unsere Politiker längst ihre üppigen Pensionen.
Die ganze "Rettung" soll nicht uns Bürger, sondern die Banken retten, die sich gierig auf hochverzinsliche Staatsanleihen gewor-fen haben und jetzt die Zeche nicht zahlen wollen. Der Berliner Bankier Fürstenberg sagte einst: "Ich zahle jeden Zins, wenn der Gläubiger auf die Rückzahlung des Darlehns verzichtet." Die eu-ropäischen Banken wußten das auch, aber das schnelle Geld lockt und - hinter ihnen die Sintflut!
Wegen der unterschiedlichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Länder (aber der künftig wegfallenden Möglichkeit der Abwer-tung der betr. Währungen) wäre ein "Europa der 2 Geschwindigkei-ten " mit 2 Währungen vernünftig gewesen, wie es auch vorgeschla-gen worden war, aber die Mehrheit (der Dummen und Unfähigen) ließ diesen Vorschlag durchfallen. Dann wäre auch eine DM nicht überbewertet worden mit den gravierenden Folgen für unseren Export.
Fazit: Die Politikerkaste gehört in den Schuldlturm, d. h. sie müßte
persönlich zur Hafung für ihren Bockmist herangezogen werden!
"fipsing schreibt@mvb75053: Was meinen sie eigentlich?
Ich habe ihren Kommentar "Kanzlermehrheit" von 8.41Uhr leider nicht verstanden. Wen wollten sie was sagen oder kritisieren?
Für mich was das Sätze ohne Aussage, oder in alle Richtungen, oder wie? Kann das sein das sie Politiker sind?"
"
...Urteilsfähigkeit beeinflußt.
Es sollte für jeden Menschen wichtig sein, für die beste Lösung eines Problems zu stimmen, unabhängig von seiner Parteizugehörigkeit. Nur, die Medien haben die öffentliche Meinung bereits so weit beeinflußt, daß jeder Politiker glaubt, er würde seiner Partei "in den Rücken fallen", wenn er anderer Meinung ist. Daß es keinen Fraktionszwang gibt, haben die meisten längst vergessen.
Manche Menschen können offensichtlich damit nicht umgehen, daß sich andere noch an die "guten alten Zeiten" des freien Denkens erinnern und versuchen diese schnell in die "Politikerschublade" zu stopfen.
Ich habe ihren Kommentar "Kanzlermehrheit" von 8.41Uhr leider nicht verstanden. Wen wollten sie was sagen oder kritisieren?
Für mich was das Sätze ohne Aussage, oder in alle Richtungen, oder wie? Kann das sein das sie Politiker sind?
Paging