Horn von Afrika Deutsche Fregatte versenkt Piratenboote

Erstmals seit Beginn der Anti-Piraten-Mission "Atalanta" hat die Bundeswehr zwei Boote von Seeräubern versenkt. Die Fregatte "Niedersachsen" eröffnete das Feuer auf die unbemannten Skiffs, weil sich die Mannschaft des Mutterschiffs "aggressiv verhalten" habe.

Eine deutsche Fregatte hat vor Tansania zwei Piratenboote versenkt. Das teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr am Freitag mit. Die beiden Motorboote mit Waffen an Bord - darunter Panzerfäuste - waren im Schlepptau eines größeren Piratenschiffes.

Die Fregatte Niedersachsen (links) hat vor Tansania zwei Piratenboote versenkt.

(Foto: dpa)

Beim Funkkontakt mit der Fregatte Niedersachsen habe sich die Besatzung "sehr unkooperativ und aggressiv" verhalten, erklärte das Einsatzführungskommando. Daraufhin habe die Niedersachsen vom Befehlshaber des EU-Anti-Piraten-Einsatzes Atalanta den Auftrag bekommen, die Beiboote zu zerstören.

Mehrere Schüsse aus Bordwaffen sowie vom Bordhubschrauber versenkten die Boote, nachdem zuvor noch einmal geprüft worden war, dass sich niemand an Bord befand. Das Hauptschiff der Piraten aber nahm Kurs auf die somalische Küste.

Nach dpa-Informationen wurde es von der Fregatte nicht angegriffen, weil sich Geiseln an Bord befanden, darunter auch Frauen und Kinder. Ein Boarding hätte möglicherweise das Leben der Geiseln gefährdet, hieß es. Die Bundeswehr ist seit 2008 an dem Anti-Piraterie-Einsatz beteiligt. Dass bei dem Einsatz Piratenschiffe versenkt werden, kommt selten vor.