Honoraraffäre Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bochumer Stadtwerke

25.000 Euro hatte Peer Steinbrück von den Bochumer Stadtwerken für einen Vortrag erhalten. Ein Betrag, für den sich nicht nur der SPD-Politiker rechtfertigen musste: Wegen des Verdachts der Untreue in mehreren Fällen ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt gegen Verantwortliche der Bochumer Stadtwerke und den Promi-Veranstalter Sascha Hellen.

Die Staatsanwaltschaft hat wegen des Verdachts der Untreue Ermittlungen gegen Verantwortliche der Bochumer Stadtwerke und den Promi-Veranstalter Sascha Hellen aufgenommen. Oberstaatsanwalt Christian Kuhnert bestätigte an diesem Donnerstag einen entsprechenden Bericht der WAZ-Mediengruppe. Hintergrund der Ermittlungen ist eine Honoraraffäre, die mit der Diskussion um eine Zahlung an SPD-Politiker Peer Steinbrück begonnen hatte.

Die Staatsanwaltschaft habe nach dem Eingang mehrerer Strafanzeigen vor einigen Wochen die Vorwürfe geprüft. Jetzt sieht sie einen Anfangsverdacht begründet und leitete die Ermittlungen ein.

Steinbrück hatte für die Teilnahme an einer Gesprächsrunde der Stadtwerke 25.000 Euro erhalten. Die Stadtwerke hatten zunächst behauptet, den Politiker und jetzigen Kanzlerkandidaten zu einer Spende aufgefordert zu haben. Später mussten sie diese Darstellung aber zurücknehmen.

In der Folge gerieten die üppigen Honorare für weitere Talk-Teilnehmer sowie die Rolle Hellens bei der Organisation der Veranstaltungen ins Zentrum der Debatte. Wirtschaftsprüfer stellten zudem erhebliche Mängel im Umgang mit Verträgen zwischen Hellen und den Stadtwerken Bochum fest.

Diese fordern laut WAZ-Bericht inzwischen Teile der Honorare und Sponsorengelder zurück, mit denen Hellen prominent besetzte Talkrunden organisieren wollte. Die Verträge mit dem Medienunternehmer haben die Stadtwerke gekündigt.