66 Länder protestieren dagegen, dass vielerorts gleichgeschlechtlicher Sex noch immer mit Gewalt oder gar dem Tod geahndet wird. Nicht dabei: der Vatikan - und die USA.
In Jamaika drohen zehn Jahre Haft, Chile verhängt bei bestimmten homosexuellen Praktiken Gefängnisstrafen, in Uganda laufen Homosexuelle Gefahr, lebenslang eingesperrt zu werden. In Bhutan kommen Schwule meist mit Geldstrafen davon, in Katar werden sie ausgepeitscht. Singapur bestraft zwar schwule Männer, nicht aber lesbische Frauen, in Tobago kann Homosexuellen die Einreise verweigert werden.
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In Osteuropa kommt es immer wieder zu brutalen Übergriffen gegen Homosexuelle, wenn diese öffentlich Gleichberechtigung einfordern. Hier ein Teilnehmer einer Schwulen-Parade in Ungarn, der durch Schläge verletzt wurde. (© Foto: AP)
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Die Liste der Warnungen, die sich auf den Internetseiten gleichgeschlechtlicher Gruppen finden, nennt 80 Länder, in denen Homosexualität noch als Straftat gilt, weil sie als "unasiatisch", "unafrikanisch", als "widernatürlich" oder schlicht als "widerlich" angesehen wird.
Daher hat es der Inhalt des Dokumentes in sich, das den spröden Titel trägt: "Erklärung über Menschenrechte, sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität." Am Donnerstag haben es 66 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen unterschrieben. Sie wollen damit dagegen protestieren, dass vielerorts auf der Welt gleichgeschlechtlicher Sex noch immer als kriminell eingestuft, mit Gewalt oder gar dem Tod geahndet wird. In Iran wird man dafür gehängt, in Saudi-Arabien geköpft, und auch im Sudan, Mauretanien und im Jemen hingerichtet.
Die Nachricht, dass 66 Staaten, darunter Deutschland, diese Strafen nicht dulden wollen, ist in aufgeklärten Zeiten und im Angesicht von 60 Jahren Menschenrechts-Charta eigentlich nicht weiter verwunderlich. Verwunderlich ist vielmehr die Liste der Staaten, welche die Erklärung nicht unterschreiben mochten, die von Frankreich und den Niederlanden eingebracht worden war. Dazu gehören die USA und Russland, aber auch die meisten arabischen Staaten, und - wiederum wenig überraschend - der Vatikan.
Washington argumentiert damit, dass man nicht "landesweit Dinge festschreiben" könne, die in die Zuständigkeit von Bundesstaaten fielen. Der deutsche Bundestagsabgeordnete Volker Beck von den Grünen hingegen hat dafür seine eigene Erklärung: "Das ist eindeutig die Bush-Regierung, die hier ihre moralischen Einwände erhebt." Außerdem dürfe man nicht vergessen, dass in vielen US-Staaten immer noch sogenanntes totes Recht bestehe, das Homosexualität unter Strafe stelle - Gesetze also, die nie abgeschafft worden seien, allerdings auch nicht mehr angewendet würden.
Russland und andere osteuropäische Staaten sind traditionell homophob, in der arabischen und muslimischen Welt verbietet die Scharia schwule Aktivitäten. Der Vertreter des Vatikan bei der UN, Erzbischof Celestino Migliore, hatte vor der Unterzeichnung beklagt, mit diesem Dokument würden jene Staaten an den Pranger gestellt, die gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht akzeptieren wollten. Außerdem mochte sich der Vatikan offenbar nicht mit Ideen wie "Geschlechtsidentität" und "sexueller Orientierung" auseinandersetzen; solche Begrifflichkeiten seien keine "klaren Definitionen", kritisierte der Heilige Stuhl.
Volker Beck, der als menschenrechtspolitischer Sprecher der Grünen die nicht bindende Erklärung begrüßt, sieht in ihr einen Fortschritt. Immerhin hätten vor Jahresfrist noch weit mehr Staaten eine ähnliche Initiative Brasiliens abgelehnt. "Offenbar hat sich die Minderheit derer, die gegen eine Strafverfolgung einstehen, vergrößert", sagt er.
In Deutschland war Homosexualität nach Paragraf 175 des Strafgesetzes bis 1994 verboten; 1969 wurde das Gesetz dahingehend reformiert, dass nur noch homosexuelle Handlungen mit Jungen unter 18 strafbar waren. Etwa 140.000 Männer wurden nach Paragraf 175 verurteilt.
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(SZ vom 20.12.2008/woja)
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...sollte nicht mit Steinen werfen. Die katholische Kirche sollte sich nicht mehr zur Sexualität äussern und vor allem nicht gegen Homosexualität zu Felde ziehen. Abgesehen von den Päderasten unter dem Klerus gibt es massenhaft "Gottesdiener" die sich sexuell zu Männern hingezogen fühlen. Und das auch im unmittelbaren Umfeld vom derzeit amtierenden Papst. Irgendwann ist es soweit und ein Zwangsouting dieser Männer steht an. Will das die kath. Kirche? Also Mund zu und das tun was Christus getan hätte. Nächstenliebe zeigen.
Diejenigen, die so genau zu wissen glauben, was der Wille des Herrn ist und das als einzige und absolute Wahrheit nehmen, waren und sind mir sehr supekt.
Das erinnert mich immer so an Jorge von Burgos aus: Der Name der Rose, der auch so fest davon überzeugt, war, genau zu wissen, was der Wille des Herrn ist.
William von Baskerville sagt zu ihm: " ... der Teufel ist die Anmaßung des Geistes, der Glaube ohne ein Lächeln, die Wahrheit, die niemals vom Zweifel erfasst wird."
(Umberto Eco: Der Name der Rose, München/Wien, 1986, S. 607.
Kann es sein, dass Sie lediglich ihre Vorurteile mit dem Etikett des "Willen Gottes" versehen? Allerdings sollten Sie dann eines Wissen: Die Thora verbietet weder prinzipiell Empfängnisverhütungsmethoden, noch die Ehescheidung. Ein Zölibat exsitiert dort erst recht nicht. Merkwürdig, dass der Vatikan dieses eingeführt hat und so dem früher erklärten Willen Gottes doch sehr massiv widerspricht.
Nun, ich nehme für mich in Anspruch, jenseits aller Dogmen, ein religiöser Mensch zu sein und ich wiederum glaube fest daran, dass Gott L.e.s.b.en und H.o.m.o.s.e.x.u.e.l.l.e liebt, schließlich hat er sie erschaffen.
Da auch ich an ganz stark an Gott glaube, und ich weiß, dass er in mir wohnt, weiß ich auch -ebenso wie Du mein lieber Bruder "Benutzer1100" - was Gottes Wille ist!
Und auch ich weiß- ebenso wie Du mein lieber Freund, der ja offenbar auch die Herrlichkeit Gottes auf Erden erlbet und in seinem Herzen trägt- , dass mir Gottes Segen sicher ist auch als Homosexueller; für mich und meine Gottgewollte gleichgeschlechtliche Ehe. Auch die vier Kinder die mein Partner und ich adoptiert haben, sind Gottes Kinder. Und es ist Gottes Wille, dass es glückliche Kinder gibt, die aus der Not befreit wurden.
Im Übrigen finde ich, dass Gott grundsätzlich keine höhere Gewalt ist. Ein Sturm oder Tsunami indes , ja. Das ist versicherungstechnich höhere Gewalt. Aber ansonsten ist diese Begrifflichkeit - also ohne Haus/Dach/KFZ Versicherung etc- sind es leidglich Vorkommnisse in der Natur. Naja, aber wie dem auch sei: Gewalt ist eindeutig das falsche Wort für die Güte und Barmherzigkeit Gottes - Er ( bzw Sie, oder Es?) liebt uns alle Menschen gleich und bedingungslos. Schade nur, dass ein paar radikale Spilttergruppen (so zB die Altherren-Gruppe aus dem Vatikan) seine/ihre Herrlichkeit noch nicht vernommen haben.
Und wie sagt man immer so schön am Ende eines Gebets:
OM !
Friede sei mit Dir, Schwester! Halleluja Ding Dong und Happy Christmas!
Immerhin, aus Obamas Victory Speech, 5.11.:
"It's the answer spoken by young and old, rich and poor, Democrat and Republican, black, white, Hispanic, Asian, Native American, *gay*, straight, disabled and not disabled. Americans who sent a message to the world that we have never been just a collection of individuals or a collection of red states and blue states..."
Die Erwähnung von 'gay' and 'straight' an hervorgehobener Stelle in der Rede lässt hoffen, dass sich da was bessert...:-)
Happy x-mas, Mr President, happy x-mas dear Mitforisten...:-)
.....über meinen offenen Brief an den Papst.
Ich bin gegen alle Dogmas die dem gesunden Menschenverstand widersprechen. Egal ob ich betroffen bin oder nicht. Aber für manchen ist dies Dummhalterei der katholischen Kirche (und nicht nur dieser) die ewige Wahrheit. Aber wie sagte schon Forest Gump: Dumm ist nur der, der dummes tut. Sie wissen es, also ist die Schlussfolgerung klar.
Paging