Benedikt XVI. hat zwar versucht, seine Entscheidung zugunsten der Lefebvre-Anhänger zu erklären - ein Machtwort gegen den Holocaust-Leugner steht jedoch noch aus.
Auch Päpste sind fehlbar. Doch für sie ist die Versuchung besonders groß, sich unfehlbar zu fühlen und hinter den Mauern des Kirchenstaates gegen Kritik zu verschanzen. Schließlich sitzen sie auf einem hohen Thron, dem Petrus-Stuhl, von wo aus sie als "Stellvertreter Jesu Christi" über mehr als eine Milliarde Katholiken gebieten.
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Papst Benedikt XVI.: Ein Machtwort gegenüber Bischof Williamson steht noch aus. (© Foto: dpa)
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Benedikt XVI. hat dennoch bewiesen, für Kritik empfänglich zu sein. So entschuldigte er sich vor gut zwei Jahren sehr schnell bei den Muslimen, weil ein islamfeindliches Zitat in seiner Regensburger Rede viel Schmerz und Wut ausgelöst hatte.
Bei seiner Ansprache an diesem Mittwoch ging Benedikt nicht so weit. Er sagte nicht, dass die Wiederaufnahme von vier reaktionären Bischöfen in die Kirchengemeinschaft, darunter ein Holocaust-Leugner, ein Fehler war. Er bemühte sich aber, seine Entscheidung zugunsten der Lefebvre-Anhänger zu erklären und Zweideutigkeiten auszuräumen.
So appellierte er an die Erztraditionalisten, die Ergebnisse des Zweiten Vatikanischen Konzils anzuerkennen. Hierzu gehört das Bekenntnis zur Religionsfreiheit und zur Versöhnung mit den Juden. Schade bleibt, dass Benedikt den Lefebvristen diese Bekenntnisse nicht vor der Aufhebung ihrer Exkommunikation abverlangt hat.
Klar und mitfühlend, wie das von ihm erwartet werden muss, äußerte sich der Papst zum Holocaust. Er geißelte den Rassen- und Religionshass der Nazis, warnte vor einem Vergessen der Shoah, bezeichnete die Juden als seine "Brüder" und rief zum Dialog auf. Den Namen des Lefebvre-Bischofs Richard Williamson aber nannte er nicht. Ein Machtwort des Papstes gegen diesen gottlosen Holocaust-Leugner steht noch aus.
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(SZ vom 29.01.2009/bica)
Was genau tut er denn für die Menschheit,wofür sie ihm danken?
Danken Sie auch dem Dalai Lama oder der Patriarchen der russisch orthodoxen Kirche?
Der Papst-Gottes Stellvertreter auf Erden,oder ehemaliger Flagsoldat,wie man es sieht- hat den fragwürdigsten und überflüssigsten Job der Menschheit!!!!
Danke Papst Benedikt, was Sie für die Menschheit tun.
Ich weiß nicht warum Sie sich so sehr auf den Begriff "Christliches Abendland" konzentrieren. Ja vielleicht redet man gerne in kirchlichen Kreisen davon, wenn man die Geschichte Europas meint und will betonen, dass die meisten Fortschritte in den letzten tausend Jahren aus dieser Richtung des Geistes kamen. Dann vergessen sie aber bitte nicht die arabischen Gelehrten vor und nach der Jahrtausendwende, die die Gelehrsamkeit in Europa erst durch ihre Klugheit in Gang gebracht haben, als grob gesagt alle europäischen 'Geister' noch auf Steinburgen hausten und mit ziemlich profanen Gedanken beschäftigt waren und in Klöstern hauptsächlich nur die Bibel zwar schön verziehrt (vielleicht stammt das auch aus dem arabisch/persischen Kulturkreis) aber nur abgeschrieben wurde, wärend die 'Weisen im Osten' sich längst mit der übrigen Schöpfung auseinandergesetzt hatten.
Welch eine 'tolle' Sprachregelung für Sätze, die wie Essig aus alten Schläuchen ätzen !
Die Sprüche von Pater Franz Schmidberger dem Distriktoberen der Pius-Bruderschaft in Deutschland gehören in die Mottenkiste des Mittelsalters, wo es üblich war die Juden für alles verantwortlich zu machen, was Gott an Hungersnöten und Pest über die Bevölkerung schickte. Und solchen unbelehrbaren Ultra-ultra-Konservativen hat Benedikt wieder die 'Pforten zur ewigen Seeligkeit' geöffnet, indem er die Exkommunikation zurücknahm. Wenn man die Wikipediaseite (http://de.wikipedia.org/wiki/Piusbruderschaft) über die Pius-Bruderschaft liest, kommt man an vielen Stellen zu dem Eindruck, dass die Auseinandersetzung zwischen Rom und den bisher Abtrünnigen hauptsächlich auf dem Feld der Juristerei geführt wurde, was den Schluss zulassen könnte, die Rücknahme wäre hauptsächlich rein juristisch. Dann hätte man aber schwer gepennt in Rom !
Armes Rom, was habt ihr nur in der langen Zwischenzeit aus dem Juden Christus gemacht, der eigentlich wie einige andere seiner Zeit (Joh. der Täufer, die Essener, etc.) den jüdischen Glauben verändern/ergänzen wollte ???
Jeder aufgeklärte Christ hat heutzutage die Möglichkeit sich umfassend von Religionswissenschaftlern informieren zu lassen: es gab nämlich bei ARTE 3 äußerst gehaltvolle Sendereihen dazu: "Das Judentum", "Die Entstehung des Christentums" und "Die Apokalypse". Soviel ich weiß, gibt es diese in Buchform und als DVD.
Sehr empfehlenswertes Wissen aus Expertenhand ! Also los !
Ach ja - "neue Offenheit", "man wird ja noch mal sagen/fragen dürfen" etc. Auch dieser olle braune Sumpf wird nun wieder aufgerührt, und zwar in Folge der unglückseligen Entscheidung des Papstes. Wie passend.
Kein Zweifel: Die Pius-Brüder sind sehr fromme, tiefreligiöse Menschen. Aber das sind diejenigen, vor denen wir uns in den Nachrichten als "fundamentalistische Mullahs" und "Hassprediger" gruseln müssen, genauso.
Die eiligen Distanzierungen des internationalen Generaloberen und des deutschen Oberhaupts von den "nur historisch-politischen" Äußerungen ihres Mitbruders Williamson sind eben auch "nur historisch-politisch". Sie verschweigen dabei, dass sie mit ihrer theologischen Ablehnung der Konzilsbeschlüsse festhalten an jenem Antijudaismus, der mit gutem Grund als der christliche Vorläufer und Wegbereiter des rassischen Antisemitismus gelten muss.
Zitat gefällig? Deutschland-Chef Schmidbauer schickt vorweg: "Für uns Deutsche handelt es sich hier ohne Zweifel um ein delikates Thema. Ich beschränke mich darum auf rein theologische Aussagen", um dann vom Leder zu ziehen: "...sind aber die Juden unserer Tage nicht nur nicht unsere älteren Brüder im Glauben, wie der Papst bei seinem Synagogenbesuch in Rom 1986 behauptete; sie sind vielmehr des Gottesmordes mitschuldig, so lange sie sich nicht durch das Bekenntnis der Gottheit Christi und die Taufe von der Schuld ihrer Vorväter distanzieren. ... Wir sehen mit Trauer Papst Johannes Paul II. und nun auch Papst Benedikt XVI. in eine jüdische
Synagoge gehen."
Und zum Thema Religionsfreiheit (die gehöre zu den "Zeitbomben" des Konzils) fordert er: "im öffentlichen Bereich die Anhänger falscher Religionen daran zu hindern, ihre religiösen Überzeugungen durch öffentliche Kundgebungen, Missionierungsarbeit und Errichtung von Gebäuden für ihren falschen Kult in die Tat umzusetzen. Denn ist Jesus Christus der einzige Gott und sein Kreuz die einzige Heilsquelle, so muss dieser Alleinvertretungsanspruch in der Gesellschaft so weit wie nur möglich ... geltend gemacht werden."
Will die Katholische Kirche etwa dahin zurück?
Paging