Der katholische Bischof Richard Williamson hat für die Leugnung des Holocaust öffentlich um Vergebung gebeten. Der Zentralrat der Juden nennt die Entschuldigung jedoch "halbherzig".

Der umstrittene katholische Geistliche Richard Williamson hat sich nach seiner erzwungenen Ausreise aus Argentinien für die Leugnung des Holocaust entschuldigt. Dies berichtete am Donnerstag eine katholische Nachrichtenagentur in Rom.

Richard Williamson; dpa

"Ich bitte um Vergebung": Holocaust-Leugner Williamson entschuldigt sich für seine umstrittenen Äußerungen. (© Foto: dpa)

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Der Nachrichtendienst zitierte Williamson mit den Worten: "Ich entschuldige mich vor Gott bei allen Seelen, die sich ehrlich über das empört haben, was ich gesagt habe." Es habe sich nur um die "Meinung eines Nicht-Historikers" gehandelt, die sich auf die Erkenntnisse von vor 20 Jahren gestützt habe, hieß es weiter.

Eine Bestätigung für die Erklärung Williamsons gab es aus dem Vatikan zunächst nicht. Auch von Seiten der traditionalistischeb Pius-Bruderschaft, der Williamson angehört, gab es unmittelbar noch keinen Kommentar.

Der Geistliche hatte im Januar im schwedischen Fernsehen erklärt, dass in den Konzentrationslagern des NS-Regimes kein einziger Jude vergast worden sei. Außerdem sagte er, es seien nicht sechs Millionen Juden, sondern 200.000 bis 300.000 getötet worden.

Die Äußerungen sorgten weltweit für Schlagzeilen, weil Papst Benedikt XVI. Kurz darauf die Exkommunikation Williamsons und dreier weiterer Bischöfe der fundamentalistischen Pius-Bruderschaft aufgehoben hatte. Das Oberhaupt der katholischen Kirche wurde dafür weltweit kritisiert. Der Papst forderte Williamson schließlich auf, seine Äußerungen zurückzunehmen. Das hatte Williamson zunächst abgelehnt.

Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, wies die Entschuldigung des Tradionalistenbischofs als "halbherzig" zurück. Sich lediglich für zugefügte Schmerzen zu entschuldigen, sei "völlig ungenügend", sagte Kramer in Berlin. Damit seien Williamsons Äußerungen über den Holocaust nicht auszuräumen. Er müsse sie widerrufen.

Der Bischof der ultrakonservativen katholischen Pius-Bruderschaft wolle sich "nur wieder wichtig machen", sagte Kramer. Auch sei Williamson mit seinem Antijudaismus nicht allein, die Pius-Bruderschaft insgesamt verträten eine antijudaistische Haltung.

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(SZ vom 27.02.09/AP/cag)