sueddeutsche.de: Wie nehmen Sie die Verhandlungen in Kopenhagen wahr? Es entsteht der Eindruck, da wird geschachert und das große Ziel, die Welt zu retten, gerät dabei ein bisschen aus dem Blick.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Rede in Kopenhagen. (© Foto: AFP)

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Höhn: So ist es. Die einen wollen möglichst wenig geben, die anderen wollen möglichst viel bekommen. Dabei sollten alle an einem Strang ziehen. Dieses Geschachere muss aufhören.

sueddeutsche.de: Kann Klimakanzlerin Angela Merkel da noch was dran ändern?

Höhn: Angela Merkel schwingt sich auf großen Konferenzen gerne zur Klima-Queen auf. Aber wenn sie nach Hause kommt, dann macht sie eine Politik für neue Kohlekraftwerke, große Autos und klimaschädliche Industrien. Sie schafft es in Deutschland nicht einmal, ein Energieeffizienzgesetz durchzusetzen. Die Klimakanzlerin hat sich selbst entzaubert. Vielleicht ist das der Grund, weshalb sie vorsorglich schon gar nichts mehr verspricht. Deutschland ist dabei, seinen Ruf als Vorreiter in der Umweltpolitik zu verlieren.

sueddeutsche.de: Wird denn zumindest der neue CDU-Bundesumweltminister Norbert Röttgen seiner Aufgabe gerecht?

Höhn: Er hat ein gutes Team und spricht gerne grün. Aber entscheidend ist bei ihm nicht, was er sagt, sondern wie er handelt. Auch Minister Röttgen steht für neue Kohlekraftwerke und seine NRW-CDU streicht gerade den Klimaschutz aus dem Landesrecht, ohne Einspruch des Bundesumweltministers. Das ist ein Unding. Wenn er grün redet, muss er auch grün handeln.

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(sueddeutsche.de/mati)