Ebenso rasant wie Präsident Obama legt Hillary Clinton als Außenministerin los und beweist, dass sie auf internationalem Parkett keine Anlaufzeit braucht.
"Amerika, ich kann es besser", schrieb die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton in einem Aufsatz, in dem sie für einen fundamentalen Kurswechsel in der Außenpolitik warb. Ihre Hauptpunkte: Die USA müssen ihr ramponiertes Image in der Welt reparieren, auf Zusammenarbeit mit anderen Nationen setzen und Alleingänge nur als letztes Mittel in Erwägung ziehen.
Lächeln für die Welt: Die neue Außenministerin Hillary Clinton will das Image der USA verbessern. (© Foto: Reuters)
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Nun ist Hillary Clinton nicht Präsidentin geworden, doch als Außenministerin von Barack Obama ist ein internationaler Kurswechsel auch ihre Aufgabe. Bei ihrer ersten Auslandsreise muss die Politikerin nun beweisen, dass sie es kann: einen neuen Ton, einen anderen Zugang zu finden - obwohl ihre Tour durch Asien überschattet wird von lautem Säbelrasseln und einem möglichen Machtwechsel in Nordkorea, einer Regierungskrise in Japan und der weltweiten Rezession.
Sie kann es. Obwohl die Außenpolitik nicht gerade das Lieblingsthema der New Yorker Senatorin gewesen ist, zeigt sich bei ihr, was für eine gute Wahl US-Präsident Obama mit seiner ehemaligen Erzrivalin getroffen zu haben scheint.
Denn Hillary Clinton ist kein Neuling in den Hauptstädten dieser Welt. Das Kostüm der internationalen Botschafterin für Amerika passt ihr - schließlich hat sie es schon als First Lady oft getragen. In mehr als 80 Ländern ist Clinton bereits gewesen, weswegen sie neben viel Reiseerfahrung auch ein pralles Adressbuch voller internationaler Kontakte mit ins Außenministerium bringt.
Ihren japanischen Kollegen Hirofune Nakasone zum Beispiel kennt die Ministerin bereits seit Jahren. Fröhlich lachend hielt er Clinton bei ihrem Zusammentreffen in Tokio ein Foto unter die Nase, das sie als First Lady mit ihm als Abgeordneten zeigte. Die Einladung zum Tee bei der japanischen Kaiserin kam nur zustande, weil Michiko und Hillary alte Bekannte sind.
Clintons Stil unterscheidet sich von der militärisch-sachlichen Herangehensweise eines Colin Powell oder dem theoretisch-diplomatischen Stil einer Condoleezza Rice. Sie wirkt herzlicher und persönlicher - und ist doch politisch.
Ihre Reise durch Asien gleicht mehr einer Wahlkampftour als einer Ministerreise, so viele Turnhallen, Universitäten und Gemeindesäle besucht sie. Die Treffen mit den Staatsoberhäuptern und Regierungschefs werden dazwischen gelegt. Doch in gewisser Weise ist die Reise auch eine Kampagne: eine Werbetour für das neue Amerika.
Die diplomatische Feinjustierung fehlt Clinton allerdings noch, weswegen sie mit ihren Äußerungen zu Kim Jong Ils Nachfolge in ganz Asien Schlagzeilen produzierte. Powell und Rice hätten diese Ausdruckweise vermieden.
Clinton warnte vor Kaffeesatzleserei, was einen möglichen Machtwechsel in Nordkorea betrifft. Sie befürchte eine Krise wegen des offenbar angeschlagenen Gesundheitszustand von Nordkoreas Diktator Kim Jong Il. Ein Nachfolger könnte seine Macht durch ein aggressives Verhalten gegenüber dem Ausland festigen wollen, sagte Clinton.
Das kommunistische Nordkorea hatte Clintons Besuch in Südkorea mit aggressiver Rhetorik begleitet. Es betonte die völlige Bereitschaft zum Krieg mit Südkorea und bereitete den Test einer Langstreckenrakete vor, die theoretisch Alaska erreichen könnte.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie Hillary Clinton darauf reagierte.
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