Beim Welternährungsgipfel in Rom versprechen UN-Organisationen und die Islamische Entwicklungsbank Hilfe in Milliardenhöhe - nicht genug, um allen Hungernden helfen zu können.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen startet ein Krisenprogramm zur Versorgung von 75 Millionen Hungernden. Wegen der steigenden Nahrungsmittelpreise sollen 800 Millionen Dollar zusätzlich für akute Nothilfen bereitgestellt werden, wie WFP-Direktorin Josette Sheeran am Mittwoch auf dem Welternährungsgipfel in Rom mitteilte.

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UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bei einer Pressekonferenz in Rom (© Foto: AFP)

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Die Mittel aus dem Programm werden demnach für 60 Länder eingesetzt, die am stärksten von der gegenwärtigen Krise betroffen sind. So soll die Zahl der Hilfsempfänger in Haiti verdreifacht und in Afghanistan verdoppelt werden. Weitere Schwerpunkte sind Somalia, Äthiopien und Kenia.

"Wir haben unsere 10.000 Mitarbeiter ebenso mobilisiert wie jeden Dollar und Euro, der uns gegeben wird, um so viele hungrige Menschen zu erreichen, wie es in dieser kritischen Zeit möglich ist", erklärte Sheeran. Sie komme gerade aus Birma, wo viele hungernde Menschen nach dem Wirbelsturm kein Geld hätten, um Reis zu kaufen.

Für die Steigerung der Nahrungsmittelproduktion im Kampf gegen den Hunger sind nach Angaben von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon jährlich 15 bis 20 Milliarden Dollar (zehn bis 13 Milliarden Euro) erforderlich. Ban sagte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Rom, angesichts der Preiskrise an den Agrarmärkten müsse außerdem die Produktion von Nahrungsmitteln effizienter gestaltet werden.

Unterschiedliche Auffassungen prallen aufeinander

Ban sprach sich für die Erstellung von Richtlinien zur Produktion von Biosprit aus, weil diese eine spürbare Auswirkung auf die Nahrungsmittelproduktion habe. Auf der am Dienstag eröffneten Konferenz in Rom prallten unterschiedliche Auffassungen in der Frage aufeinander, inwieweit die wachsenden Anbauflächen für Biokraftstoffe auf Kosten der Nahrungsmittelproduktion gehen.

Unterdessen erfolgen erste Hilfszusagen für den Kampf gegen Hunger und Unterernährung. Die Islamische Entwicklungsbank (IDB) werde 1,5 Milliarden Dollar (970 Millionen Euro) bereitstellen, sagte der Generaldirektor der Welternährungsorganisation FAO, Jacques Diouf. Dies habe ihm IDB-Chef Mohamed Ali Dienstagabend in einem Brief versichert, fügte Diouf hinzu.

Saatgut und landwirtschaftliche Hilfsmittel

Das Geld solle in Programme zur Entwicklung der Landwirtschaft in den ärmsten Ländern fließen. "Die Zeit der Aussaat dauert von März bis Juli, und wir haben bereits Juni", betonte Diouf. "Wir müssen alle uns zur Verfügung stehenden Ressourcen mobilisieren, damit die Bauern Zugang zu Saatgut bekommen."

Die FAO teilte in einer Erklärung mit, sie werde angesichts der Preissteigerungen für Lebensmittel 17 Millionen Dollar für Nothilfe zur Verfügung stellen. Bedürftige Kleinbauern in den ärmsten Ländern sollten mit dem Geld Saatgut und landwirtschaftliche Hilfsmittel erhalten, damit die Ernte im kommenden Jahr ertragreich sei.

"Aber die am meisten betroffenen Länder, vor allem in Afrika, brauchen viel mehr", betonte die FAO. Der UN-Organisation zufolge sind 1,7 Milliarden Dollar nötig, um die in den vergangenen Jahren vernachlässigte Landwirtschaft wiederzubeleben.

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(AP/AFP/ihe/mati)