Träumer oder Visionär? Senegals Präsident Wade bietet hilfsbedürftigen Haitianern an, nach der Katastrophe zu ihren afrikanischen "Wurzeln" zurückzukehren.
Die Regierung im Senegal will Menschen aus Haiti nach dem verheerenden Erdbeben eine neue Heimat bieten. Wer in das westafrikanische Land "zu seinen Wurzeln zurückkehren" wolle, solle kostenlos Land erhalten, sagte der Sprecher von Präsident Abdoulaye Wade. Der Staatschef selbst erklärte, weil Haiti von Sklaven gegründet wurde, seien die Einwohner Kinder Afrikas und könnten sich im Senegal niederlassen.
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Der senegalesische Präsident Abdoulaye Wade. (© Foto: AFP)
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Die Regierung stelle ihnen Grundstücke zur Verfügung, "sogar eine ganze Region, das hängt davon ab, wie viele Haitianer kommen", sagte Präsidentensprecher Mamadou Bemba Ndiaye an diesem Samstag. "Wenn es nur ein paar sind, werden wir ihnen vermutlich Wohnungen oder kleine Grundstücke anbieten. Wenn sie in Massen kommen, sind wir bereit, ihnen eine ganze Region zu geben." Das Land für die Haitianer werde selbstverständlich fruchtbar sein, betonte Ndiaye.
Im Senegal ist fast die Hälfte aller Erwachsenen arbeitslos. Präsident Wade wird häufig als Träumer kritisiert, der hochfliegende Projekte verspricht, die aber nichts gegen Armut oder Korruption ausrichten. Andere sehen in ihm einen Staatsmann mit Visionen für den afrikanischen Kontinent.
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(DAPD/dgr)
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Der Gedanke ist nicht ganz so abwegig, wie er auf den ersten Blick erscheint. Er hätte freilich nur eine Chance, wenn vor allem die USA und die mit ihr verbündete westliche Welt Senegal dabei massiv mit wirtschaftlicher Entwicklunmghilfe unterstützten und einer Wirtschaftshilfe statt militärischer Interventionen Vorrag einräumten.
Eine ähnlich noble Geste würde man sich u.a. auch von Polen und Tschechien wünschen.