Von Susanne Höll

Gute Nachricht für Griechenland: Die SPD will ein schnelles Gesetzgebungsverfahren mittragen. Die Sozialdemokraten erwarten aber eine Gegenleistung.

Die Bundesregierung kann bei dem für nächste Woche geplanten Milliarden-Hilfsprogramm für Griechenland auf die Unterstützung der Opposition zählen. Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel kündigte an, dass die Sozialdemokraten das von Union und FDP geplante parlamentarische Eilverfahren nicht blockieren wollten und auch zu einer Zustimmung zum Gesetz bereit seien.

Steinmeier; dpa

Machte eine endgültige Zustimmung zu einem Kredit von den Vorschlägen der Regierung abhängig: Frank-Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, vor dem Finanzministerium in Berlin. (© Foto: dpa)

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"Wir tragen die Entscheidung mit, die der Stabilisierung des Euros dient und damit im Interesse Deutschlands ist", sagte Gabriel der Süddeutschen Zeitung. Damit biete die SPD Kanzlerin Angela Merkel abermals eine "Verantwortungspartnerschaft" an.

Im Gegenzug verlangte Gabriel von Merkel allerdings verbindliche Zusagen, sich in der EU für eine Steuer auf Finanzgeschäfte einzusetzen. Die ursprüngliche Forderung, eine Beteiligung der Banken an der Griechenland-Hilfe nächste Woche im Gesetz festzuschreiben, hat die SPD inzwischen aber aufgegeben.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier machte eine endgültige Zustimmung zu einem Kredit aber gleichzeitig von den Vorschlägen der Regierung abhängig.

Durch die Zustimmung der SPD wäre der Weg frei für eine Beschlussfassung im Bundestag und Bundesrat bis Ende nächster Woche. Das Bundeskabinett will bereits am Montag einen Gesetzentwurf beschließen. Dieser soll dann in zweiter und dritter Lesung vom Bundestag und am 7. Mai vom Bundesrat verabschiedet werden.

Das Gesetz ist erforderlich, um den Ermächtigungsrahmen der staatlichen KfW-Bank zu erweitern, über die die Notkredite von mindestens 8,4 Milliarden Euro ausgezahlt werden sollen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lehnt den Wunsch nach einer Beteiligung privater Banken derzeit ab.

Steinmeier sprach von einer der wohl wichtigsten Entscheidungen, die das Parlament in der kommenden Woche fällen müsse. Er erhob schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung. Die Lage sei auch deshalb so dramatisch geworden, weil sich Union und FDP zu lange zurückgehalten hätten. "Die Bundesregierung ist in den Wettlauf zunächst gar nicht, und dann zu spät gestartet", sagte er. Mittlerweile werde die Lage auch für Spanien und Portugal schwierig.

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(sueddeutsche.de/dapd/mati/pfau/dgr)