Nach dem Strafbefehl gegen Michel Friedman wegen Kokain-Missbrauchs ist auch seine Karriere als Moderator zu Ende: Friedman wolle sich künftig weniger Aufgaben zumuten, sagte HR-Intendant Helmut Reitze nach einem Gespräch mit Friedman.

Über die Fortsetzung von Friedmans Show werde im Herbst entschieden. Nach Beginn der Ermittlungen hatte Friedman seine Fernsehauftritte ausgesetzt. Er moderierte beim HR die Sendung "Vorsicht Friedman!" und in der ARD "Friedman".

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SWR-Intendant Peter Voß sagte in Vertretung des ARD-Vorsitzenden Jobst Plog, die Entscheidung Friedmans verdiene Respekt. "Uns allen ist klar, dass Herr Friedman seine Rolle als Moderator in der bisherigen Form nicht mehr glaubwürdig wahrnehmen kann", sagte Voß der Tageszeitung "Die Welt". Eine andere Entscheidung Friedmans hätte die ARD auf eine harte Probe gestellt. Spiegel: Zentralrat will sich bei Friedman-Nachfolge Zeit lassen

Der Zentralrat der Juden in Deutschland will nach Worten seines Präsidenten Paul Spiegel in Ruhe einen Nachfolger für den bisherigen Vize Michel Friedman suchen. "Friedman ist offiziell zurückgetreten, die Gremien des Zentralrats müssen in absehbarer Zeit, nicht in den nächsten ein bis zwei Wochen, über eine Nachfolge nachdenken", sagte Spiegel in n-tv.

Friedman hatte am Dienstag eine Geldstrafe wegen Kokainbesitzes akzeptiert und den Rücktritt von allen öffentlichen Ämtern erklärt.

Spiegel bekräftigte, dass er in den Ermittlungen gegen seinen bisherigen Stellvertreter keinen Angriff auf die jüdische Gemeinschaft in Deutschland sehe. "Friedman ist nicht als Jude angegangen worden", sagte Spiegel. Das Verhalten der Medien in der Affäre bezeichnete er zwar als "nicht immer astrein", aber in den meisten Fällen fair.

Spiegel betonte, dass ihn der Verzicht Friedmans auf eine Mitarbeit im Präsidium des Zentralrats menschlich stark berühre. "Ich bedauere, dass ich in absehbarer Zeit auf einen meiner fähigsten Mitarbeiter verzichten muss. Friedman hat in seiner Arbeit Übermenschliches geleistet. Er kann auf mich als engen Freund auch künftig zählen."

(sueddeutsche.de/dpa)

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