Die hessische SPD-Chefin Ypsilanti beharrt darauf, neue Ministerpräsidentin zu werden. Avancen der CDU lehnt sie weitgehend ab.

Lupenreines Eigenlob war am Montagabend von der hessischen Landesvorsitzenden zu hören: "Warum soll jemand, der diese Partei zusammengeführt hat, der einen hervorragenden Wahlkampf gemacht hat, der ein wirklich neues Programm aufgelegt hat", zugunsten der CDU verzichten, sagte Andrea Ypsilanti am Montagabend in der ARD. "Das wäre sehr, sehr schlecht zu vermitteln", sage sie weiter.

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Die hessische SPD-Chefin Andrea Ypsilanti (© Foto: AP)

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Die Wahrscheinlichkeit einer großen Koalition in Hessen sieht Ypsilanti als gering an. "Es geht nicht allein um Roland Koch, es geht um die Programmatik der CDU." Eine Zusammenarbeit bezeichnet sie wörtlich als "fast ausgeschlossen", auch wenn miteinander geredet werden müsse.

Mit Blick auf die Liberalen sagte Ypsilanti: "Ich bin schon sehr enttäuscht, wie weit sich die FDP verweigert."

Hessen-CDU erwartet SPD-Entscheidung über Verhandlungen

Die hessische CDU erwartet heute eine Entscheidung der SPD über mögliche Koalitionsverhandlungen. Das sagte der CDU-Generalsekretär Michael Boddenberg am Dienstag im Deutschlandradio Kultur. Die CDU habe Verhandlungsbereitschaft signalisiert, nun erwarte man eine Reaktion der Sozialdemokraten. Kompromisse seien unter anderem bei den Studiengebühren möglich. Eine große Koalition sei aber nur mit dem CDU-Spitzenkandidaten und Ministerpräsidenten Roland Koch vorstellbar, unterstrich Boddenberg.

Der Landesvorstand und die neue Landtagsfraktion der SPD beraten heute in Wiesbaden über die Möglichkeiten einer Regierungsbildung. Die Partei- und Fraktionsvorsitzende Andrea Ypsilanti hat ein Statement im Anschluss an die Sitzungen angekündigt.

Am Montag hatten die hessischen Grünen eine Einladung der SPD zu Sondierungsgesprächen für eine Regierungsbildung angenommen. Die Verhandlungen sollen in den nächsten Tagen beginnen.

Bei der Landtagswahl hatten CDU und SPD je 42 der 110 Sitze errungen. Die FDP erhielt elf und die Grünen neun Mandate. Die Linke zog mit sechs Abgeordneten erstmals ins Parlament ein. Damit erhielten weder CDU und FDP noch SPD und Grüne zusammen eine ausreichende Mehrheit.

Aussichten auf eine Koalition mit drei Partnern gibt es bisher nicht. Offen ist, ob sich Ypsilanti mit den Stimmen der Linken zur Nachfolgerin von Koch wählen lassen wird. Der neue Landtag tritt am 5. April zu seiner ersten Sitzung zusammen.

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(AFP/dpa/odg/gdo)