Nach dem Fiasko der Spott: CSU-Generalsekretär Guttenberg nimmt das Debakel der Hessen-SPD zum Anlass, um Kritik am Kanzlerkandidaten zu üben. Steinmeier habe sich "weggeduckt".

Abteilung Attacke: Die Union weidet sich am Mißgeschick der hessischen SPD - und will aus dem Niedergang der Sozialdemokraten Kapital schlagen. In den Brennpunkt rückt nun auch die Bundes-SPD, von der zum Wiesbadener Drama wenig zu vernehmen war.

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CSU-Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg sieht im Debakel der Hessen-SPD auch die Berliner Sozialdemokraten in der Verantwortung. (© Foto: dpa)

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Die Nominierung von Thorsten Schäfer-Gümbel zum neuen Spitzenkandidaten der Hessen-SPD nutzte der neue CSU-Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg für einen Seitenhieb in Richtung Frank-Walter Steinmeier: Der SPD-Kanzlerkandidat habe sich in der Diskussion über die Lage der SPD in Hessen "weggeduckt".

"Wo ist Steinmeier", fragte Guttenberg am Sonntag beim Deutschlandtag der Jungen Union im badischen Rust. "Es wäre schon interessant, wie sich der Kanzlerkandidat äußert", fügte der CSU-Politiker hinzu. "Er schweigt aber. Er dürfte sich aber nicht drücken."

Guttenberg bezweifelte, dass das neue Führungstandem in Hessen mit der Landesvorsitzenden Andrea Ypsilanti und Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel tatsächlich einen Neuanfang der SPD in Hessen bedeutet. Mit diesem Duo gebe es nur eine "Kultivierung der Lüge".

Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) kritisierte Ypsilanti nochmals scharf. "Ich freue mich saumäßig, dass Roland Koch Ministerpräsident bleiben wird und Andrea Ypsilanti eine Niederlage auf ihrer geisteskranken Geisterfahrt gefunden hat", sagte er in Rust.

Ypsilanti sieht auch mit dem in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannten Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel gute Chancen, bei Neuwahlen Anfang kommenden Jahres Ministerpräsident Roland Koch (CDU) abzulösen.

Schäfer-Gümbel sei zwar als Person nicht bekannt, aber die "von ihm gesetzten Themen", sagte Ypsilanti am Samstagabend in den ARD-"Tagesthemen". Sie traue ihm und ihrer Partei zu, mit einem inhaltlich geführten Wahlkampf Koch zu besiegen.

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(sueddeutsche.de/dpa/gba)