Jürgen Walter darf wohl in der hessischen SPD bleiben - doch die Schiedskommission der Partei vertagt ihre Entscheidung.
Nun ist sie also noch immer nicht zu Ende, diese mittlerweile schon sehr lange Geschichte, obwohl sich die meisten Menschen an der Spitze der hessischen Sozialdemokratie gewünscht haben dürften, dass dem allmählich so wäre. Wobei die hessische Sozialdemokratie oder zumindest ein entscheidender Teil von ihr selbst schuld daran ist, dass um 14 Uhr am Freitagnachmittag im "Kleinen Saal" des Bürgerhauses Nidda, Wetteraukreis, ein neues Kapitel beginnen konnte.
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Jürgen Walter (© Foto: AP)
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Wenige Minuten nach 17 Uhr steht nun fest, dass sich auch dieses Kapitel noch ein wenig ziehen wird: Im Parteiordnungsverfahren gegen Jürgen Walter hat es vorerst keine Einigung gegeben, man geht ohne Ergebnis auseinander; die Schiedskommission des SPD-Unterbezirks Wetterau hat jetzt drei Wochen Zeit, den gegnerischen Parteien eine Entscheidung zuzustellen. Der Parteiausschluss aber dürfte vom Tisch sein.
Die Parteien, das sind auf der einen Seite 19 SPD-Ortsvereine sowie der Parteibezirk Hessen-Süd, die allesamt ein Parteiordnungsverfahren gegen Walter beantragt haben, teilweise ausdrücklich mit dem Ziel des Ausschlusses, wie das korrekt heißt.
Auf der anderen Seite: Jürgen Walter, 40, der einmal stellvertretender Vorsitzender der Hessen-SPD war sowie Chef der sozialdemokratischen Landtagsfraktion und der in Teilen der Hessen-SPD nicht mehr erwünscht ist. Weil er Anfang November gemeinsam mit drei Abgeordnetenkolleginnen verhindert hat, dass Ypsilanti sich überhaupt im Landtag als Ministerpräsidentin zur Wahl gestellt hat. Was sie einen Tag später hätte tun wollen.
Walter lehnt Kompromiss ab
Hinter verschlossenen Türen haben sie verhandelt, und obwohl alle zum Schweigen verpflichtet sind, dringt am Ende einiges aus dem Saal. Demnach hat es den Versuch eines Kompromisses gegeben; von Seiten der Antragsteller heißt es, Walter habe neben einer Erklärung des Bedauerns sowie der Zusage, künftig die Ordnung der Partei zu achten, für drei Jahre seine Funktionen in der SPD ruhen lassen sollen - woraus im Laufe der Verhandlungen noch weniger Jahre geworden seien. Diesen dritten Punkt aber, die zentrale Forderung der Antragsteller, habe Walter nicht erfüllen wollen.
Walters Anwalt Mathias Metzger wiederum, Ehemann der ehemaligen Abgeordneten Dagmar Metzger, sagt nach der Verhandlung, Walter habe eine "persönliche Erklärung" angeboten, was "der Partei nicht gereicht" habe. Hätte aber Walter seine Ämter in der Partei ruhen lassen beziehungsweise auf die Möglichkeit verzichtet, solche anzustreben, wäre dies "eine so umfangreiche Beschneidung der zukünftigen politischen Entwicklungsmöglichkeiten" gewesen, dass es "ein Parteiausschluss auf Zeit gewesen wäre", so Metzger.
Nun liegt die Entscheidung bei der Schiedskommission. Walter allerdings hatte schon vor der Verhandlung angekündigt, nicht einmal eine Rüge zu akzeptieren. Auch ohne dass sein Ausschluss noch zur Debatte stünde, dürfte die Geschichte weitergehen - zumal die Parteiordnungsverfahren gegen die früheren Abgeordneten Carmen Everts und Silke Tesch noch ausstehen.
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(SZ vom 21.3.2009/mati)
ICE-Strecke
So lange solche Karrieretypen und Wirtschaftslobbyisten in der SPD agieren, kann ich sie nicht wählen. Ich kann mir ja nie sicher sein, dass Parteiprogramme auch umgesetzt werden, wenn Politiker wie Herr Walter am Steuer sitzen. Er hat mit seinem Entschluss, die SPD in die Opposition zu schicken, gegen das eigene Wahlprogramm und gegen Parteitagsbeschlüsse gestimmt. Für ihn gelten scheinbar nur seine eigenen Machtansprüche.
Im laufenden Verfahren argumentiert er, dass es die Möglichkeit einer großen Koalition gegeben hätte und dass er einzelne Koalitionsbeschlüsse (Flughafen Ffm und Calden) nicht akzeptieren konnte. Wie passt das zusammen? Hat er nicht im November die Duldung durch die Linkspartei als Grund genannt? War das nur ein Vorwand?
Er wurde als Vertreter der SPD in den Landtag gewählt, dann muss er auch deren Programm unterstützen. kann er das nicht, muss er sein Mandat zurückgeben.
Im Parteiausschlussverfahren geht es nicht um einzelne Sachfragen, sondern um die Form, wie Herr Walter eine SPD-Regierung verhindert hat. Wenn ich einen Weg nicht mitgehen will, dann sage ich das und trotte nicht nebenher, bis ich mir sicher bin, dass die anderen - die sich auf mich verlassen - nicht mehr umkehren können.
Macht endlich reinen Tisch und werft Walter, Everts und Tesch raus.
Wo sind die Zeiten da man in der Hessen SPD streiten konnte ? Das man Walter am liebsten abgeschossen haette,viele bequeme SPD Funktionaere waren gluecklich gewesen,endlich Ruhe. Ein August Zinn wuerde er leben,er koennte so eine SPD nicht begreifen,fuer ihn galt Hessen voran,es waren ja noch echte Sozialdemokraten und Kaempfer. Heute sind es Luschen und Duckmaueser und wehe es wagt sich einer dagegen zu sein, was die Obrigkeit beschliesst,dann gibt es Haue.
was SPD ist?
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...ihr seid aber auch wirklich lernresistent.
Wenn ihr ihn jetzt nicht rausschmeißt, wird es auf folgendes hinauslaufen:
Nach langen Beratungen wird entschieden, Herrn Walter nicht auszuschließen, sondern ihm eine Rüge zu erteilen.
Daraufhin wird Walter selbst austreten, genauso wie es bei Herrn Clement passiert ist.
Und ihr steht dann auch wieder ganz genauso doof da.
Ist es das was ihr wollt? Na, dann ist's ja gut.
Paging