Sie war eine der größten Schwachstellen im Wahlkampf des hessischen Ministerpräsident Roland Koch. Auch wenn derzeit noch niemand weiß, welche Koalition das Land künftig regieren wird - Kultusministerin Karin Wolff will ihr Amt in jedem Fall aufgeben.

Die CDU-Politikerin Karin Wolff tritt als hessische Kultusministerin ab. Sie stehe in der neuen Legislaturperiode nicht mehr als Ministerin zur Verfügung, schrieb sie in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an Ministerpräsident Roland Koch (CDU). Diese "seit einiger Zeit" gereifte Entscheidung gelte auch für eine geschäftsführende Regierung, die mangels klarer Mehrheiten nötig werden könnte.

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Hessens Kultusministerin Karin Wolff strebt keine weitere Amtszeit mehr an (© Foto: dpa)

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Wolff hatte neun Jahre als Kultusministerin amtiert. Ihre Schulpolitik gilt als einer der wesentlichen Gründe für den Stimmenverlust der CDU bei der Landtagswahl Ende Januar.

Die Ministerin war im Wahlkampf von SPD, Grünen und Linke für ihre Schulpolitik heftig kritisiert worden. Auch viele Eltern, Lehrer und Schüler hatten gegen sie protestiert. Sie warfen der Kultusministerin vor, die Verkürzung der Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre (G-8-Reform) überstürzt eingeführt zu haben, wodurch viele Schüler einer übermäßigen Arbeitsbelastung ausgesetzt würden. Zudem habe Wulff es zugelassen, dass im Zuge der hessischen "Unterrichtsgarantie plus" auch Personen ohne pädagogische Ausbildung an den Schulen unterrichteten.

In ihrem Brief an Koch verteidigte Wolff ihre Politik: "Sie werden verstehen, dass ich bei aller Selbstdisziplin manche der vorgebrachten Vorwürfe in diesen und anderen Zusammenhängen als ungerecht betrachte."

Im Wahlkampf hatte Koch zwar zugegeben, dass die hessischen Lehrpläne "noch einmal entrümpelt werden müssen", ansonsten seine Ministerin aber stets in Schutz genommen.

In der vergangenen Woche war die Kultusministerin bereits aus dem Deutschen Philologenverband ausgetreten. Der Landesverband in Wiesbaden bedauerte diesen Schritt zwar offiziell, sah darin aber auch die "logische Konsequenz aus der zunehmenden Entfremdung zwischen der Landesregierung und ihrer Bildungspolitik einerseits und dem Hessischen Philologenverband andererseits".

Der Philologenverband ist neben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) der wichtigste Berufsverband für Lehrer.

(sueddeutsche.de/dpa/schä)

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