Diamorphin ist für manche Heroinsüchtige der letzte Ausweg aus schwerster Abhängigkeit. Dass die kontrollierte Abgabe nun erlaubt ist, macht den Staat nicht zum Dealer.
Bis zuletzt hatten Gegner aus der Union versucht, die Abgabe von Diamorphin auf Rezept, künstlich hergestelltem Heroin, zu verhindern; sie hatten vor dem "Staat als Dealer" gewarnt und vor dem "Kick auf Krankenschein" - das Thema bietet sich an für solche Polemik. Umso mehr ist es zu begrüßen, dass der Bundestag die staatlich kontrollierte Abgabe von Diamorphin nun beschlossen hat. Künftig können Schwerstabhängige Heroin vom Arzt verschrieben bekommen.
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Kein Kick auf Krankenschein, sondern notwendige Hilfe für schwerst Süchtige: Diamorphin-Therapie (© Foto: AP)
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Das hatte bei Kritikern zu heftiger Ablehnung geführt, weil sie meinten, der Staat würde Sucht bedienen, anstatt Wege aus ihr zu zeigen. Das wirkt jedoch vor allem ideologisch motiviert.
Denn bei der Diamorphin-Therapie geht es gerade nicht darum, jedem Junkie kostenlos Stoff zu liefern. Vielmehr sieht das Gesetz enge Schranken vor: Zum Zuge kommen sollen nur Süchtige, die seit mehr als fünf Jahren abhängig sind und denen mit Methadon nicht zu helfen war. Modellversuche haben gezeigt, dass Abhängige, die jahrelang scheinbar austherapiert in der Drogenszene steckten, dadurch wieder zurück in ein geregeltes Leben finden konnten - mit einer geringeren Rückfallquote als bei der Methadon-Behandlung.
Dass die Union die Modellversuche dennoch für unzureichend erklärte, liegt wohl auch daran, dass Diamorphin teurer ist als Methadon. Experten schätzen aber, dass sich die Kosten durch verminderte Beschaffungskriminalität und weniger Aids- und Hepatitisfälle amortisieren.
Es ist gut, dass sich die Mehrheit des Parlaments dieser Logik nicht verschlossen hat. Durch die Diamorphin-Abgabe auf Rezept wird der Staat nämlich eben nicht zum Dealer. Sondern er weist Menschen den womöglich letzten Ausweg aus schwerster Drogensucht.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de/bavo)
Und sonst gäbs ja keine assoziale Unterschicht mehr und Sie könnten sich gar nicht mehr als "was besseres" fühlen. Sie müssten uns dankbar sein !
Ja, Sie haben recht, wir alle sollten solchen "menschen" wie Ihnen sehr dankbar sein, denn wem könnten wir sonst Gutes tun. Es gibt zwar noch ein grosses Spektrum von wirklich Armen, hilflosen Alten, geisitg und körperlich Behinderten, chronischen Kranken und sonstigen Bedürftigen, aber Sie sind sozusagen das "Sahnestück", dem wir alle von Herzen gerne helfen müssen und wollen.
Vielen Dank, dass es Sie gibt......................
Hallo - ich bin in einem Gasthaus aufgewachsen, das seit 300 Jahren existiert (bayrische Küche) und selber seit 15 Jahren Opiatabhängig. Habe zwei Therapien abgeschlossen und 20 mal erfolgreich stationär Entgiftet. Außerdem habe ich mehrere Berufe erlernt, u. a. Krankenpfleger. Mit Methadon (Polamidon) seit ca. 5 Jahren substituiert und ärgere mich tagtäglich über die schwierigen Gesetze und über engstirnige Id. wie der Komm.schreiber vor mir. Wäre das Thema besser dargestellt, könnten auch "wir", d. h. viele von uns einen Beitrag für die Gemeinschaft leisten (arbeiten!?), doch aufgrund der Diskriminierung ist das kaum möglich. Außerdem gibt es in Asien oder was immer Sie meinen richtiges Opium in Massen und es wird auch konsumiert ! Trotz Todesstrafe. Bei uns gibts auch Punkte für zu schnelles Fahren - und ??? Das neue Diamorphin Gesetz ist nur ein erster kleiner Schritt.
Außerdem vergessen Sie, daß die Länder wie Afghanistan, Goldenes Dreieck, Russland,...Kolumbien,Mexico auf dieses Geld angewiesen sind - oder warum denken Sie sind dort unsere Truppen. Und sonst gäbs ja keine assoziale Unterschicht mehr und Sie könnten sich gar nicht mehr als "was besseres" fühlen. Sie müssten uns dankbar sein !
Typisch Deutschland. Nur mal zum Vergleich: In einigen Asiatischen Staaten besteht die Todesstrafe für Drogensüchtige. Ich bin zwar ein Gegner der Todesstrafe, aber Drogen auf Krankenschein ist mir doch eindeutig zuwider. In der Schule bekommt's jeder Schüler eingehämmert: Finger Weg von Drogen. Das Kostet bringt dich nur in einen Teufelskreis und kostet dein Leben. Ich hab absolut nichts für derartig blöde und unfähige Menschen übrig, die sich absichtlich gesundheitlich ruinieren. Dies gilt auch für Alkies.
In einem Land, wo die schlimmste aller Drogen, Alkohol, frei käuflich ist und sogar beworben wird, sollten ideologisch verbohrte Politiker den Mund halten.
Ich kann es ja nachvollziehen, dass diese Maßnahme hilft, wenn man mal so schwer süchtig ist.
Aber:
Dass man, wenn man so blöd war und sichs mit dem richtig harten Zeug so besorgt, dass alles zu spät ist, vom Staat die Drogen bekommt, finde ich absolut unverhältnismäßig.
Während diejenigen, die ihren Drogenkunsum nie so weit getrieben und völlig unter Kontrolle haben, sowie keinerlei Belastung für die Gesellschaft darstellen, weiterhin wie Schwerstkrimminelle behandelt werden.
Aber wenn man nur dumm genug ist, hilft der Staat bestimmt.
Paging