Doch Schmidts Verweis auf die geschichtliche Verantwortung bildet nur das Fundament für die Begründung, dass Europa zusammenstehen muss. In seiner Rede macht er klar, dass auch der Blick in die Zukunft die europäische Integration zu einer "Lebensnotwendigkeit für die Nationalstaaten unseres alten Kontinentes" mache. Damit es auch jeder versteht, erklärt Schmidt, was mit Europa in den kommenden Jahren und Jahrzehnten passieren wird: "Es schrumpft und schrumpft und schrumpft".
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Es schrumpft die Bevölkerung, nicht allein nominal - auch im Verhältnis zum Rest der Welt. Doch Europa schrumpft auch ökonomisch: Der Anteil an der weltweiten Wertschöpfung sinkt. Das heißt: "Wenn wir die Hoffnung haben wollen, das wir Europäer eine Bedeutung haben für die Welt, dann können wir das nur gemeinsam. Denn als einzelne Staaten kann man uns am Ende nur noch in Promillezahlen messen."
Im Handeln der gegenwärtig Regierenden erkennt Schmidt Fehlentwicklungen, die zu einer solchen Marginalisierung führen könnten. Da ist zunächst der aus seiner Sicht grundfalsche Ansatz bei der Griechenland-Rettung: Das hochverschuldete Land solle ausgerechnet in einer Phase wirtschaftlicher Stagnation sparen, dass es quietscht - die Wut über so viel ökonomischen Unverstand ist dem 92-Jährigen deutlich anzumerken.
Seit Jahren verletze Deutschland das Ideal außenwirtschaftlichen Gleichgewichtes. Schmidt warnt: "Diese unsere Überschüsse sind in Wirklichkeit die Defizite der anderen europäischen Staaten." Oder: "Ihre Schulden sind unsere Forderungen."
Verweis auf Brünings Deflationspolitik
Wer deshalb glaube, Griechenland könne durch Sparen geholfen werden, der "möge gefälligst die schicksalhafte Wirkung von Heinrich Brünings Deflationspolitik studieren." Die habe in der Weimarer Republik "die Depression und ein unerträgliches Ausmaß von Arbeitslosigkeit ausgelöst". Und letztlich zum Scheitern der ersten deutschen Demokratie geführt.
Diese Geschichtskenntnis, die Demut gegenüber der eigenen Geschichte und den künftigen Aufgaben einer Politik der europäischen Integration, vermisst Schmidt bei der schwarz-gelben Koalition. Stattdessen verortet der Altkanzler in der Bundesregierung einen Hort "schädlicher deutschnationaler Kraftmeierei". Da sei der eine, der sich gegen eine europäische Transferunion stemme. Und dort der andere, gemeint ist Unions-Fraktionschef Volker Kauder, der durch die Gegend poltere mit der Ankündigung, in Europa werde künftig deutsch gesprochen.
Ja, Schmidt kann es. Er hat geliefert, worin Merkel, Steinbrück aber auch Steinmeier und Gabriel seit Wochen versagen. Er hat die neue "europäische Erzählung" geliefert, die Steinbrück seit Monaten nur ankündigt.
Schmidt wird nicht Kanzlerkandidat werden. Aber seine Zigarette, die hat er sich verdient.
Thorsten Denkler twittert live vom SPD-Parteitag unter @thodenk.
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(sueddeutsche.de/joku)
Youtube-Hit aus USA
Die Vergangenheit liegt ca. 65 Jahre zurück.Deutschland geht Verträge ein (hier: EU-Verträge )mit allen Rechten und Pflichten, wir bekommen keinen Rabatt bei der Haftung in Verbindung mit dem Rettungsschirm,wir dürfen die höchste Last übernehmen, dann ist es wohl in der Ordnung, wenn wir unsere Vorschläge zur Rettung einiger Schuldenstaaten der EU aus der Schuldenmisere mit Nachdruck vertreten. Es sind leider soviele unwirksamen Vorschläge ins Leere gegangen, Vorschläge,die ohne jede Wirkung unser Geld verbrennen, da ist der emotionale Ausspruch von Kauder verständlich, wenn er sagt : "Jetzt wird endlich in Europa Deutsch gesprochen !" d.h. jetzt wird es für Schuldenmacher, die die Eurozone durch ihre unverantwortliche Haushaltspolitik gefährden," endlich " die von Deutschland bereits lange geforderten automatischen Strafen geben.
Da reagiert der britische Premier Cameron- mit Schaum vorm Mund- völlig falsch in seiner Siegermentalität : " Es ist nicht gut, wenn Deutschland zuviel Einfluß in
Europa bekommt!" . . . einfach lächerlich . . . vielleicht noch verständlich, weil Kauders Formulierung mißverstanden werden konnte. Aber nun darf über den wütenden Cameron gelächelt werden in dem Bewußtsein, daß er in eine Falle getappt ist. . ., in eine echte deutsche Falle.
Aber dem Altkanzler Helmut Schmidt können seine Entgleisungen nicht so leicht nachgesehen werden, wenn er in Kauders Rede deutschnationales Gebahren hineininterpretiert und dann auf unsere Vergangenheit hinweist.
Da kann man nur sagen : " So nicht Herr Schmidt ! Deutschland hat eine über tausendjährige Geschichte und kann stolz darauf sein. Es hat seine Höhen und Tiefen anzunehmen, wie andere Völker das auch müssen, aber wir brauchen nicht gebückt zu gehen . .. . wie andere das auch nicht tun.
Etwas mehr normales Verhalten, das kommt auch bei unseren Nachbarn besser an.
und Herr Schmidt ist extrem Nikotin süchtig, alles andere als Herr seines Wollens. Das gibt mir zu denken.
Er sollte seine Kanzler-Pension an seine überschuldete Heimatstadt spenden.
Wer angesichts von Euro-Verschuldung und gemeinsamen europäischen Interessen von einer historischen Belastung Deutschlands spricht, der ist in seiner Entwicklung leider stehen geblieben.
Wenn nun Europa ALLEN so viel Wert ist, außer dass es ein Goldesel ist, der aus Zentral- und Nord-Europa gespeist wird, dann sollen sich auch alle entsprechend bemühen.
Ich, sogar meine Eltern und geschweige denn meine Kinder, können mit der historischen Belastung anfangen. Diese soll man, bitte schön, auch dort lassen wo sie hingehört: in der Geschichte. Sie eignet sich nämlich nicht, um die Schulden-Probleme der Gegenwart zu lösen.
Das Helmut Schmidt wirklich etwas von Volkwirtschaft versteht und darüber hinaus keinerlei Rücksichten mehr nehmen muß macht aus ihm einen perfekten Ratgeber.
Zu behaupten Helmut Schmidt bekäme nichts mehr mit ist einfach nur saudumme Polemik.
Und verstaubt sind seine Vorstellung gewiß nicht, wer so etwas behauptet ist nur ein Miesepeter und Besserwisser.
sondern eine Bankenkrise und eine Politikverdrossenheitskrise....
Paging