Die CDU denkt gar nicht daran, dem Altkanzler den Ehrenvorsitz der Partei zurückzugeben. Zu sehr erinnern seine schwarzen Kassen an die Sponsoring-Affäre der NRW-CDU - mitten im Wahlkampf.
Der Wille zu einer Art Versöhnung ist groß, jedenfalls bei vielen der Medien, die Helmut Kohl über Jahrzehnte nicht geschont haben. Und der Wille wird immer größer, je näher Kohls 80. Geburtstag am 3. April rückt. Die selbstkritische Reflexion über den Umgang mit Kohl findet allerdings einseitig statt - Altersmilde andersrum. Von Kohl gibt es kein Signal, dass er seine Ruppigkeit gegenüber der Presse und seine Unverschämtheiten gegenüber einzelnen Journalisten auch nur als solche verstehen würde.
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Helmut Kohl bei einer Buchvorstellung im Jahr 2007. Demnächst feiert der Altbundeskanzler 80. Geburtstag. (© Foto: dpa)
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In dieser allgemeinen Stimmung, Kohl irgendwie doch in guter Erinnerung behalten zu wollen, fällt schon auf, wie zurückhaltend ausgerechnet die CDU mit ihrem Kanzler der Einheit und Parteichef der schwarzen Kassen umgeht. Nur die Senioren-Union und die Mittelstands-Vereinigung haben vorgeschlagen, Kohl den Ehrenvorsitz wieder anzutragen.
Die Resonanz auf diese Idee kann man nicht gerade als Massenbewegung bezeichnen. Christian Wulff, Parteivize und niedersächsischer Ministerpräsident, einer der wenigen, die sich überhaupt äußern, erinnerte jetzt daran, dass Kohl auf dem Höhepunkt der Spendenaffäre den Ehrenvorsitz selbst niedergelegt habe. Dabei sollte es bleiben, so Wulff ziemlich kühl, zumal der Partei dadurch materiell schwerer Schaden entstanden sei. Hinzu kommt, dass Kohl bis heute die Herkunft von Spenden verschweigt. Rechtsbrecher verdienen andere Ehren.
Parteichefin Angela Merkel hat die Frage nach dem Ehrenvorsitz für Kohl zu einer Frage erklärt, die sich nicht mehr stelle. Merkels Verhältnis zu Kohl ist rein funktional: So viel Dankbarkeit wie nötig, so viel Distanz wie möglich. Der Abgrenzung zu ihrem Förderer verdankte sie einen entscheidenden Schritt in ihrer Karriere. Dem Harmoniebedürfnis der eigenen Leute gab sie später nach, indem sie Kohl ins Kanzleramt einlud. Im Wahlkampf 2009 ließ sie sich auf der Terrasse von Kohls Wohnhaus Mozzarella mit Tomaten und Streuselkuchen servieren und anschließend mit dem Altkanzler fotografieren - eiskalt kalkuliert zur Mobilisierung konservativer Wähler.
Einen ähnlichen Effekt könnte sich die CDU von der offiziellen Geburtstagsfeier für Kohl erhoffen - vier Tage vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Dann wird wieder der Kanzler der Einheit im Mittelpunkt stehen. Die Debatte um den Ehrenvorsitz wird die CDU-Spitze nicht aufkochen lassen wollen. Schon jetzt sind die Parallelen, die der politische Gegner zwischen der Bimbes-Tradition Kohls und den Sponsoring-Praktiken der nordrhein-westfälischen Christdemokraten zieht, politisch wenig vorteilhaft.
Gemessen am CDU-Übervater betreibt die Rüttgers-Truppe ihre Geldsammelaktivitäten indes eher verklemmt: Kohl, so berichten seine Biographen Hans-Joachim Noack und Wolfram Bickerich, nahm schon im rheinland-pfälzischen Landtagswahlkampf 1959 bei einer Veranstaltung mit Kanzler Adenauer von den 10.000 Besuchern Eintrittsgeld für die Parteikasse.
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(SZ vom 29.03.2010/afis)
Russland unter Putin
"Ehre, wem Ehre gebührt "
Kohl gebührt meiner Meinung nach keine Ehre.
Für mich bleiben von ihm in Erinnerung:
1. Flick-Affäre
2. Leuna/Elf-Aquitane-Affäre
3. Bruch des Grundgesetzes und angebliches "Ehrenwort".
Als Bimbeskanzler wird Kohl in die Geschichte eingehen.
Kanzler der Einheit ist für mich Willy Brandt!
Genau so ist es. Nicht aus der Hüfte geschossen - das merkt man. Tief sitzender Frust, angewidert vom undemokratischen Geist dieses Mannes, der sich seine eigenen Regeln geschaffen hat.
Unvergessen sein: "Ich werde mich nicht dem Druck der Straße beugen" in der Nachrüstungsdebatte. Die Straße, lieber Herr Kohl, das sind wir - Ihre Bosse, um nicht zu sagen: das Volk. Nennt man Demokratie.
In Ihrem Wortschatz nicht vorhanden.
Herr Kohl hat als Bundeskanzler einen verheerenden Beitrag zur
Denaturierung unserer demokratischen Kultur geleistet.Weil ihm alles fehlte,was zu natürlicher Führung befähigt:Gerechtigkeitssinn,Kompetenz,Großzügigkeit und Charisma,gerade deshalb mußte er jegliches Mittel für seine Zwecke heiligen.Herr Kohl hat die Korruption flächendeckend gesellschaftsfähig gemacht.Er hat engste Mitstreiter in verachtenswerte Weise fallengelassen und verraten.Im Ausland hat er mit dem Scheckbuch des deutschen Steuerzahlers seine
persönliche Eitelkeit befriedigt. Den Zug zur deutschen Einheit,der von Lokführer Gorbatschow in Gang gesetzt wurde,hat er nicht mal als Heizer sondern als sein eigener PR-Manager begleitet,darin nur noch von Advokat Genscher überholt.
Es besteht keine Veranlassung,die Person Kohl in irgendeiner
Weise zu ehren.Sehr wohl besteht die dringende Verpflichtung, daß wir uns,nicht zuletzt in diesem Forum, mit seinen undemokratischen Paradigmen auseinandersetzen,um diese wieder außer Kraft zu setzen.Dummdreist und selbstherrlich hatte er offen angekündigt.Zitat:"Ich will einen geistig,moralischen Wandel in diesem Lande.." Da hat er Wort gehalten,und die Mehrheit der deutschen Wähler muß sich fragen, ob sie ihre Ohren nicht als Denkorgane begriffen haben.Immerhin zielte das Zitat unmittelbar auf Willy Brandt,dessen geistig-moralische Integrität für mich ein wesentlicher wertbestimmender Faktor in unserer Nachkriegsgeschichte geblieben ist.
Die Aura von Herrn Kohl kann ich nur mit dem wenig schmeichelnden Dreiklang beschreiben:Vital,brutal,sentimental.
Daß darauf nie wieder ein Wähler hereinfalle,weder in Deutschland noch anderswo, das ist mein größter Wunsch auf lange Zeit.
gez. Wyatt Earp
Wenn Kohl die Ehre im Leib hätte, wie sie von jedem Normalbürger erwartet wird, vom Kind bis zum Familienvater pp.! dann hätte er die MillionenSpenden gar nicht in Empfang genommen.
Das er keine Ehre zeigt, keine hat, zeigt er jetzt immer wieder,
"die Spender nenne ich nicht" so seine Aussage.
Der sollte sich was schämen, auch wenn er durch die kleine MitGliederPartei des Westerwelle immer in das Amt gehoben wurde und demzufolge ohne eigene demokratisch gewählte Mehrheit war!
Vergessen sollte man auch nicht die FlickProzesse, da ging es auch um Schwerzspenden für die UnionsParteien.
Damals hat Geisler ihm aus der Patsche geholfen.
Vergessen sollte man auch nicht, dass er unsere freie Presse meistens wie Abfall behandelte!
Auch seine politschen demokratischen Gegner behandelte der große H.K. hochnäsig und verletzend meistens wie Dreck, wie Nichtsnutze!
Der Mann, seines Namens H:Kohl, sollte demzufolge auch nicht mehr den Ehrenvorsitz der CDU erhalten! Das hat er wahrlich nicht mehr verdient. Der sollte sich zur Ruhe setzen und versuchen, von Allem Abstand zu nehmen und sich seiner Jungen Frau widmen, wie es jedermann meistens auch macht!
Ich finde es schon lange widerlich, Herrn Kohl immer wieder die Ehre anzutragen, er sei der Kanzler der Einheit. Die Einheit vorbereitet hat der Kanzler Willy Brandt mit seiner von der CDU und Kohl immer abgelehnten Annäherungspolitik an die DDR und an Russland und die Einheit vollendet hat auschließlich Gorbatschow, der einfach aus Rechtsgefühl heraus der Erkenntnis Platz gelassen hat, dass die Teilung Deutschlands Unrecht ist. Kohl hatte dann nur das Glück, dass in seiner Zeit die DDR wirschaftlich entgültig k.o. ging und dann schenkte ihm Gorbatschow die Einheit Deutschlands. Dies übrigens ohne jede Gegenleistung, denn die Russen und hier speziell Gorbatschow sind bei weitem honoriger als wir Deutsche alle zusammen.
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