Sie focht früh allein auf weiter Flur gegen die Apartheid - mit Erfolg. Die südafrikanische Politikerin Helen Suzman starb mit 91.

Als in Südafrika noch die Apartheid galt, die Rassentrennung zwischen Schwarzen und Weißen, da führte sie ihren gefährlichen, einsamen Kampf. Sie, die einzige Frau im Parlament neben 163 Männern, und die einzige Vertreterin der liberalen Progressiven Partei (PFP).

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Helen Suzman war das "Gewissen der Nation". Immer wieder trat die Südafrikanerin zu Apartheid-Zeiten für die Abschaffung der Rassentrennung sowie für das Wahlrecht der schwarzen Bevölkerung ein. (© Foto: AFP)

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Das war in den sechziger Jahren, und für die verknöcherte weiße Elite am Kap war Helen Suzman eine liberale Schreckensgestalt. Nun ist die südafrikanische Anti-Apartheid-Politikerin am Neujahrstag im Alter von 91 Jahren in ihrer Wohnung in Johannesburg gestorben.

Sicher, Helen Suzman war das "Gewissen der Nation". Sie war aber auch ein Motor der Veränderung in Südafrika. Immer wieder trat die weiße Südafrikanerin zu Apartheid-Zeiten für die Abschaffung der Rassentrennung sowie für das Wahlrecht der schwarzen Bevölkerung ein. Sie besuchte Nelson Mandela 1964 in dessen Gefängnis auf Robben Island vor Kapstadt, wo er eine lebenslange Freiheitsstrafe absitzen sollte.

Mandela selbst sagte später: "Es war seltsam und wundervoll. diese mutige Frau zu sehen, als sie in unsere Zellen kam und den Gefängnishof abging. Sie war die erste und einzige Frau die jemals in unsere Zellen kam." Die Nelson-Mandela-Stiftung erklärte, Südafrika habe eine "große Patriotin und eine furchtlose Kämpferin gegen Apartheid verloren."

Schnell wurde sie zur Symbolfigur der weißen Opposition in Südafrika. Insgesamt 36 Jahre lang gehörte sie dem Parlament an. Nach ihrem Abschied im Jahr 1989 gründete sie eine Pro-Demokratie-Stiftung, die nach ihr benannt wurde. Ihre Verdienste als Politikerin brachten ihr international hohen Respekt und zahlreiche Ehrungen ein, darunter das Bundesverdienstkreuz, den Moses-Mendelssohn-Preis des Berliner Senats und den UN-Menschenrechtspreis.

Helen Suzman wurde als Helen Gavronsky am 7. November 1917 als Tochter eines aus Litauen eingewanderten Kaufmanns in der Goldminen-Stadt Germiston bei Johannesburg geboren. Im Jahr 1937 heiratete sie den Arzt Mosis Suzman. Zunächst hatte sie Ökonomie studiert und später auch gelehrt - doch durch ihre wissenschaftliche Arbeit über die wirtschaftliche Lage der Schwarzen fand sie zur Politik.

Bei den ersten demokratischen Wahlen Südafrikas im Jahr 1994, die Mandela in die Präsidentschaft brachten, fungierte Helen Suzman als Wahlkommissarin. Zweimal war sie für den Friedensnobelreis nominiert gewesen, aber es gefiel ihr natürlich besser, dass Nelson Mandela ihn 1993 bekam. Auch so wurde die Arbeit der großen Helen Suzman geehrt.

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(sueddeutsche.de/dpa/jja)