Sie kämpfte früh allein gegen die Apartheid - und hatte Erfolg. Die südafrikanische Politikerin Helen Suzman starb mit 91. Auch Nelson Mandela hat ihr viel zu verdanken.
Sie hatte sich all die Jahre nie beirren lassen - egal, was andere weiße Südafrikaner dachten oder taten. Gerechtigkeit, das war ihr Kompass. Und was das weiße Minderheitenregime in Südafrika durchsetzte, war von gerechten Verhältnissen weit entfernt.
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Mit Nelson Mandela verband Helen Suzman ein lange Freundschaft. (© Foto: AP)
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Helen Suzman hat ihr Leben lang gegen die Apartheid gekämpft, ohne Frucht setzte sich für die Schwarzen ein, die das rassistische System am Kap systematisch unterdrückte. Am Neujahrstag ist die unbeugsame Dame im Alter von 91 Jahren gestorben. Sie war die Symbolfigur der weißen Opposition und verschaffte sich durch ihre Arbeit weltweit Respekt.
"Ich kann Ungerechtigkeiten einfach nicht ausstehen"
Mit Nelson Mandela verband Suzman ein lange Freundschaft. Sie hatte ihn schon 1967 erstmals in der Haft besucht, 23 Jahre bevor er freigelassen wurde und Südafrika als Präsident in eine neue demokratische Ära führte.
Dem Parlament hatte die liberale Politikerin 36 Jahre lang angehört, in den Sechzigern war sie nicht nur die einzige Frau im Parlament, sondern auch die einzige Abgeordnete der liberalen Progressiven Partei, die für ein Ende der Rassentrennung eintrat. "Ich kann Ungerechtigkeiten einfach nicht ausstehen", sagte Suzman. Von Konservativen Parlamentariern musste sie sich immer wieder als "Verräterin" beschimpfen lassen, doch das beeindruckte sie wenig.
Sie wurde am 7. November 1917 als Tochter jüdischer Einwanderer aus Litauen bei Johannesburg geboren. Später heiratete sie den Arzt Moses Suzman, der einer der führenden Mediziner des Landes wurde. Sie studierte an der Universität Witwatersrand Wirtschaftswissenschaften, wo sie später auch als Dozentin arbeitete.
"Morast eines totalitären Staates"
Als sie bei Studien die Lebensbedingungen der Schwarzen in städtischen Ballungszentren besser kennenlernte, wuchs ihr Drang, sich politisch zu engagieren. Im Parlament wetterte sie schon früh gegen schärfere Sicherheitsgesetze des Regimes, die Pretoria laut Suzman nur "tiefer in den Morast eines totalitären Staates zerrten". Weil sie aber auch Sanktionen gegen das südafrikanische Regime ablehnte, rückten radikalere Schwarze von ihr ab.
Einer ihrer größten politischen Gegner war der frühere Premier und Präsident Pieter Willem Botha. Der Hardliner hatte Suzman immer wieder vor Kontakten mit Regimegegnern gewarnt, konnte sie aber nicht von ihrem Weg abbringen. Suzman ist für ihren Einsatz vielfach geehrt worden, unter anderem mit dem Menschenrechtspreis der Vereinten Nationen. Die Universitäten Oxford und Harvard verleihen ihr neben vier weiteren Hochschulen die Ehrendoktorwürde.
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(SZ vom 02.01.2009)
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