Frank Neumann, Zaunbauer in Bargeshagen. Es ist nicht leicht, unpolitisch zu bleiben, wenn man einen Zaun baut wie diesen. "Muss denn das sein?", hat ihn jemand gefragt, und die Frage allein fand Frank Neumann ganz unpassend. Der Zaun ist doch der Auftrag seines Lebens. Es wäre ja schlimm, "hätte mir das jemand vor der Nase weggeschnappt", sagt er. 4800 Betonquader, 500 Tonnen Stahl, das ist alles. "Wir bauen hier nur einen Zaun. Zaunbau ist mein Job."

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Frank Neumann baut seit 16 Jahren Zäune. Die Firma ist nur zehn Autominuten von Heiligendamm entfernt. Sie wird jetzt bewacht, und draußen, auf den Äckern, hat jeder Arbeiter eine Notfallnummer. Zum ersten Mal musste Frank Neumann im Winter niemanden nach Hause schicken. Zwanzig Männer hat er noch eingestellt, zwanzig, die Arbeit haben. Auch das muss man wissen, um eine Ahnung zu bekommen.

Hinter der Jemnitzer Schleuse geht ein Wind durchs Schilf, kämmt es und salzt es und wiegt es. Frank Neumann folgt mit dem Blick seinem Zaun bis dahin, wo der Wald ihn aufnimmt. "So hat man sich früher die Grenze vorgestellt", sagt er mit lächelnder Beiläufigkeit. "Aber das hier ist ja nur für drei Tage, das ist der Unterschied."

Überm Schilf der Himmel wirkt leer, aber nicht lange, dann kommen die Hubschrauber.

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