Hannelore Kraft ist nicht der Westerwelle der SPD. Mit ihrem Vorschlag, Arbeitslose Straßen reinigen zu lassen, hat sie recht. Doch das darf keine regulären Jobs vernichten.
FDP-Chef Guido Westerwelle will Hartz-IV-Empfänger Schnee schippen lassen. Die SPD-Vizechefin Hannelore Kraft denkt daran, Langzeitarbeitslose beim Reinigen von Straßen einzusetzen. Trotzdem haben die Sozialdemokraten jetzt nicht ihren eigenen Westerwelle.
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Schneeschippen fürs Gemeinwohl: Arbeitslose sollten eine Chance haben, sich freiwillig in irgendeiner Weise sinnvoll und gemeinnützig zu betätigen (© Foto: dpa)
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Der FDP-Chef hat teilweise Selbstverständliches mit so viel Schaum vor dem Mund formuliert, dass sich der Eindruck aufdrängt, es gehe ihm bei seinen Tiraden über Hartz-IV-Empfänger nur um Wählerstimmen.
Kraft hat dagegen, wenn auch in missverständlicher Form und mit falschen Zahlen, darauf aufmerksam gemacht, dass es Hunderttausende Dauer-Erwerbslose ohne Aussicht auf eine feste Stelle gibt. Und diese, da hat die SPD-Frau recht, sollten eine Chance haben, sich freiwillig in irgendeiner Weise sinnvoll und gemeinnützig zu betätigen. Kraft hat diese Menschen nicht aufgegeben. Sie hat nur eine Wahrheit ausgesprochen, die in den Jobcentern jeder kennt, aber manche Hartz-IV-Dauerempörte nicht wahrhaben wollen.
Den gemeinnützigen Arbeitsmarkt mit permanenten Jobs für solche Langzeitarbeitslosen zu erweitern, ist allerdings schwierig und kostet Geld. Mit Straßen reinigen ist es eben nicht getan. Da ist die Gefahr groß, dass eine neue Kolonne von Straßenfegern regulär Beschäftigten den Arbeitsplatz wegnimmt.
Vielmehr muss es um zusätzliche Stellen im sozialen, kulturellen oder ökologischen Bereich gehen. Weder ist dies bei vielen Ein-Euro-Jobs bislang der Fall. Noch gibt es davon genug Stellen, auch wenn das Arbeitsministerium das Gegenteil behauptet. Es wäre eine Kraftanstrengung wert, diesen wirklichen Sozialfällen eine Perspektive in einem gemeinnützigen Arbeitsmarkt zu bieten.
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(SZ vom 09.03.2010/jab)
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Es wäre sinnvoll, durch einfache Jobs die Harzer zu Selbstdisziplin und geregeltem Tagesablauf zurückzuführen. Dabei ist egal, ob es Strassenkehren oder andere Arbeiten im öffentlichen Bereich wären.
Das frühe Aufstehen und die frische Luft täte vielen Harzern gut, die oftmals fehlernährt und übergewichtig sind.
...für 100% Arbeitswillige: Das ist das Grundproblem. Nur wenn sich Arbeit anders verteilen lässt - und einen anderen Stellenwert bekommt - werden Änderungen möglich sein.
mich taets freuen, von der Arbeit kommen, in den Block vor dem jede Menge Leute mittleren Alters nicht unbedingt klanglich perfekt aber mit Freude und tanzenden und singenden Kindern mir wieder das Gefuehl geben in einem Sozialverband zu leben, in dem nicht nur die Arbeit und das Geld zaehlt.
Diese Diskussionen sind so frustrierend, anstatt sich zu freuen das immer mehr Menschen viel mehr Zeit haetten sich mit den Kleinigkeiten des Lebens zu befassen und darueber nachzudenken, wie man das erwirtschaftet, werden die welche durch die Leistungsgesellschaft aussortiert wurden, stigmatisiert und in Lebenssituationen gedrueckt die schoepferische Kraft im Keim ersticken.
Für Harz Empfänger, sofern er damit einverstanden ist, wäre der gemeinnützige Arbeitsmarkt sicherlich eine Alternative.
Sofern man aber dazu gedrängt wird, wäre dies nichts anderes als Sklaverei durch die restliche Gesellschaft.
Auch das Drängern der Arge von Harz Empfängern in mehr oder weniger sinnvollen (oft regelrecht sinnlosen) Maßnahmen empfinde ich als schikanierende Bevormundung.
Und wenn man sich die 1-Jobs anschaut, von denen hauptsächlich die Unternehmen profitieren, fragt man sich, wie blöd muss der Steuerzahler eigentlich sein. Arbeitsplätze mit Steuergelder zu subventionieren, den eigenen Arbeitsplatz dadurch zu gefährden und den beschäftigenden Unternehmen in die Tasche zu wirtschaften. Diese Unternehmen können ihre Produkte (meist Dienstleistungen) verbilligt anbieten, ruinieren dadurch andere Anbieter, die sich im nächsten Schritt dann als Harz Empfänger / 1-Jobber anbieten können.
Tja, sinnvolleren Konzepten steht aber leider der "Neid" der unterbezahlten Geringverdiener entgegen. Von der Entsolidarisierung der Arbeitnehmer profitieren eben die anderen.
Alternativ können Harzler ja auch den Wald fegen. Gefährdet auch keine Jobs.
Paging