Gegen die Kritik von Innenminister de Maizière am Hartz-IV-Urteil ist an sich nichts einzuwenden. Wenn aber CDU-Politiker jetzt die Herabsetzung der Regelsätze fordern, ist das eine Missachtung des höchsten Gerichts.
Der Bundesinnenminister hat das Bundesverfassungsgericht kritisiert. Dagegen ist an sich nichts zu sagen. Man muss eine solche Kritik am Hartz-IV-Urteil auch nicht gleich als "Gerichtsschelte" abqualifizieren.
Kritik beginnt also mit der Sorgfalt beim Lesen des Urteils. Politiker halten sich daran nicht immer. (© Foto: AP, Bearbeitung: sueddeutsche.de)
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Gerichtsschelte - das klingt, als habe Thomas de Maizière etwas Ungehöriges, ja Unanständiges gesagt. Es ist aber keine Missachtung des Gerichts, wenn man eine Entscheidung kritisiert. Im Grundgesetz steht ja nicht, dass man dem höchsten Gericht ewige Anbetung schuldet.
Wichtig ist aber, dass bei aller politischen Kritik an einer höchstrichterlichen Entscheidung der Respekt der Gewalten voreinander gewahrt bleibt. Zu diesem Respekt der Exekutive vor der Judikative gehört es, das Karlsruher Urteil sorgfältig zu lesen.
Es handelt sich ja hier nicht um eine Art Presseerklärung, nicht um ein Flugblatt, nicht um einen schnellen Diskussionsbeitrag, nicht um ein Interview, das der scheidende Gerichtspräsident Papier gegeben hat.
Es handelt sich um eine gewichtige, wichtige, sorgfältig abgewogene Leitentscheidung, um ein einstimmig gefälltes Urteil der höchsten Richter - das die Akribie beim Lesen verdient, die der Gesetzgeber bei der Produktion seiner Hartz-IV-Gesetz ganz offensichtlich nicht hatte.
Kritik beginnt also mit der Sorgfalt beim Lesen des Urteils; und wenn de Maizières Kritik letztendlich dazu führt, dass die Politiker das Urteil studieren, dann werden sie feststellen, dass das Urteil nicht nur den Armen hilft, sondern auch der Politik: weil es dazu beiträgt, klügere Sozialgesetze als bisher zu machen.
Minister de Maizière hat beklagt, dass das Hartz-IV-Urteil "eine problematische Tendenz zu einer übertriebenen Einzelfallbetrachtung" zeige. Thomas de Maizière wünscht sich eine "vernünftige Pauschalisierung". Das ist verständlich. Politik pauschalisiert gern, das zeigt auch die Kritik des Ministers am Gericht.
Die ganzen Hartz-IV-Gesetze sind ein Ausdruck politischer Pauschalisierung. Die Politiker haben aber den Vorteil, dass sie, im Gegensatz zu den Hartz-IV-Empfängern, von der Pauschale nicht leben müssen.
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Sinti und Roma als Nachbarn? Bloß nicht, sagen zwei von drei Deutschen. Über Menschen, die im eigenen Land Fremde sind. Seite Drei. Jetzt lesen ...
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vielen Dank für diesen und alle Artikel die ich schon in vielen Jahren von Ihnen Herr Prantl las. Danke fr
"Über das Thema Finanzierung machen die sich keine Gedanken und ignorieren, dass ein gehöriger Teil mit Hartz IV im Monat mehr verdient als mit 6 Monaten Arbeit im Heimatland."
Der Satz vermittelt klammheimliche Sympathie mit Asylantenheim-Abfacklern. Wenn Sie darin eine Beleidigung sehen, können Sie ja den Eindruck zurechtrücken, den Sie hinterlassen. Falls dem nicht so ist, hat sich jede weitere Debatte erledigt.
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mit ihrer braunen keule haben Sie hier ja scohn manchen erschlagen. Alles was nicht im Politbüro abgesegnet wurde rücken Sie in die rechte Ecke.
Reden Sie mal mit Mitarbeitern der ARGE Büros,
Sie Salonbolchewick.
"Endlich traut sich ein Regierungsmitglied die Selbstherrlichkeit der Götter in Rot anzugreifen.
Über das Thema Finanzierung machen die sich keine Gedanken und ignorieren, dass ein gehöriger Teil mit Hartz IV im Monat mehr verdient als mit 6 Monaten Arbeit im Heimatland."
Sie gehen wieder mal am Rande der Volksverhetzung spazieren. Das Verfassungsgericht so geringschätzig als "die" zu bezeichnen, sollte sich mal ein Linker erlauben, das gäbe eine Jaulerei.
Aber nett, wie sehr Sie die Grundgesetztreue Ihrer Ecke herausarbeiten. Fast ein Gesamtkunstwerk nostalgisch verklärter Tage, 70-years-ago-style über den Daumen gepeilt. Zuckt eigentlich fallweise der Arm zum Gruß nach oben?
Paging