Als nutzlos und anfällig für Missbrauch hatte der Rechnungshof die umstrittenen Ein-Euro-Jobs für Langzeitarbeitslose kritisiert. Nun will die Regierung die Regelungen überprüfen.
Die Bundesregierung stellt fünf Jahre nach der Hartz-Reform die umstrittenen Ein-Euro-Jobs für Langzeitarbeitslose in Frage. Das Arbeitsministerium kündigte an, den staatlich geförderten Beschäftigungssektor 2011 genauso wie die anderen arbeitsmarktpolitischen Instrumente zu überprüfen. "Wir planen eine Neuordnung zum 1. Januar 2012", sagte eine Sprecherin des Ministeriums.
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Laubharken oder ähnliche Billigjobs könnten kaum dabei helfen, die Chancen von Hartz-IV-Empfängern auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen, bemängelte der Bundesrechnungshof. (© dapd)
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Der Bundesrechnungshof (BRH) hatte die Ein-Euro-Jobs in einer internen Untersuchung, über die die Süddeutsche Zeitung berichtet hatte, heftig kritisiert. Die Prüfer hatten bemängelt, dass die hunderttausendfach genutzten Billigjobs kaum dabei helfen, die Chancen von Hartz-IV-Empfängern auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Die Voraussetzungen für eine Förderung fehlten oft. Außerdem könnten die Ein-Euro-Jobs reguläre Beschäftigungsverhältnisse bei Kommunen und Wohlfahrtsverbänden verdrängen, so der Bericht des BRH.
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will in Zukunft deshalb noch mehr gegen den Missbrauch von geförderten Arbeitsgelegenheiten tun. So soll es von 2011 an in allen Jobcentern verpflichtend Beiräte aus Arbeitgebern und Gewerkschaften geben. Diese sollen prüfen, ob ein Ein-Euro-Job wirklich wettbewerbsneutral sei oder eine unzulässige Konkurrenz für örtliche Firmen darstelle. Bislang gibt es die Beiräte nur in einigen Jobcentern. Ein Sprecher der BA sagte: "Wir nehmen das ernst, was der Bundesrechnungshof kritisiert." Er wies aber darauf hin, dass seit der Prüfung sicherlich schon einiges besser geworden sei. Seit Juni gebe es für die Mitarbeiter in den Jobcentern Checklisten, um die Ein-Euro-Jobs auf ihre Zulässigkeit zu prüfen.
Die FDP sieht sich durch den Bericht des BRH in ihrer kritischen Haltung gegenüber den geförderten Arbeitsverhältnissen bestätigt. Ein-Euro-Jobs hätten nur einen Sinn, wenn sich für die Betroffenen "die Chancen am Arbeitsmarkt wirklich erhöhen", sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP, Johannes Vogel. Die Arbeitsmarkt-Expertin der Grünen, Brigitte Pothmer, kritisierte: Mit den Ein-Euro-Jobs versenke die Regierung jedes Jahr über eine Milliarde Euro. "Ministerin von der Leyen muss nun endlich Position beziehen."
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(SZ vom 16.11.2010)
Stockender Kita-Ausbau
Soso: die BA nimmt die Sache ernst? Das Minsterium plant eine Neuordnung?
Das Problem ist altbekannt und wird seit Jahren angekreidet. Die offiziellen Stellungsnahmen sind ebenfalls seit Jahren dieselben. Mehr als Kreide zu fressen und Lügen ohne Konsequenzen zu stammeln, haben BA und Ministerium bisher nicht getan, werden sie auch jetzt nicht tun und sie werden es auch in Zukunft so halten wollen. Das angebliche Ehrenwort der Fr. vdLeyen ist so wertlos wie das angebliche Ehrenwort von Hr. Müntefering. Und die angeblichen Ehrenworte ihrer Angestellten sind noch wertloser.
Jemanden, den Arbeitgeber, für Nichtstun doppelt so gut so bezahlen wie jemanden der kostenlos für ihn arbeitet, ist bereits Korruption. Und die Vergabepraxis unter den Maximen 'sozialvertraglich, zusätzlich, allgemeinnützig' kann und konnte nie erfüllt werden. Der gesunde Menschenverstand stellte dies auch schon 2005 fest.
Hach, wir bräuchten Politiker die ehrbar sind, vernünftig, nicht korrupt und die sich nicht an den erwiesenermaßen nutzlosen Hartzmurks klammern. Wir haben sie nicht. So kann man nur hoffen, daß die kommenden Wahlen in BW die Altparteien CDU-SPD-GAL unter 15% werfen und die FDP ins Jenseits befördern. Erst wenn diese vier Parteien einen kräftigen Nasenstüber erhalten, werden die obigen Absichten von Anderen (!) erbracht.
Die Kommunen werden über diese Absicht nicht erfreut sein. Haben Sie es doch erfolgreich geschafft viele teure und eigentlich unnötige Aufgaben kommunaler Dienstleistung mit Ein-Euro-Jobbern zu besetzen.
In Berlin sind allein in Schulen und KiTa's über 500 Ein-Euro Jobber eingestellt (Berliner Morgenpost vom 10.6.10).
Wenn Berlin für diese Jobs wieder fest angestellte Mitarbeiter einstellen muss, dann wird es im Etat erheblich knirschen. Mit der guten Versorgen mit KiTa Plätzen, dem Lieblingsprojekt von Wowereit, ist dann Essig. Auch die dramatische Unterversorgung mit Personal an den Schulen, wird sich dann nicht mehr verheimlichen lassen. Auch der Herr Zöllner trickst hier gewaltig.
Auch die Luftschlösser der Frau Künast sind dann schnell vom Winde verweht.
Wenn dem Grünflächenamt ein paar leite zum Laub harken fehlen, schert das keine Sau. Aber wenn die Kosten für KiTa-Plätze steigen oder in den Schule der Unterricht ausfällt, dann hat man als Bürgermeister schnell richtig Ärger am Hals.
Eine Abschaffung der 1-Euro-Jobs wird alle Städte und Gemeinden hart treffen. SPD- wie CDU-regierte Kommunen. Die angestrebte Neuordnung schnell 'übers Knie zu brechen' wäre ein Schuss ins eigene Knie. 2011 ist ein Superwahljahr mit Wahlen in acht Bundesländern (Kommunalwahlen in Hessen und Niedersachsen). Bei einer Diskussion über die 1-Euro Jobs, und den damit steigenden Kosten für die Kommunen zum jetzigen Zeitpunkt würden vor allem die großen Parteien bei den Kommunalwahlen erheblich verlieren.
Für Union, SPD und FDP ist die Stimmung schon jetzt verheerend. Wenn sich die augenblickliche Stimmungslage tatsächlich in eine Stimmenlage verwandelt, dann wird der Bundesrat 2012 anders als heute aussehen.
Eine Verschiebung der Entscheidung der Neuordnung bei den 1-Euro-Jobs in das Jahr 2012 hat also vor allem Wahl-taktische Bedeutung.
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Bin auch 55. Auch ich war zwei Jahre gejagter der ARGE. Doch konnte ich nach einem schweren Unfall der Hartz4 verursachte wieder als freier Redakteur Fuß fassen und mich mehr schlecht als recht wieder selber ernähren auch wenn ich in manchen Monaten unter dem ALG2 Satz liege. Mit dem Wunsch auf die negative Einkommensteuer um den menschenunwürdigen Bürokratismus abzuschaffen , wm2000
Es stellt sich wieder die Frage nach über 70 jahren:
Macht Arbeit wirklich frei?????
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