Das Gefühl, sich ständig einschränken zu müssen, hatten viele der Hartz-IV-Empfänger, die auf Clemens nach seiner Anzeige zukamen. Mehr als 200 Zuschriften erhielt der Hartz-IV-Empfänger: "Rührende Sympathieerklärungen, die mich zum Weinen brachten." Ein älterer Mann habe ihm von seinem eigenen Schicksal und den Erfahrungen mit Hartz IV erzählt und den Brief mit Schornsteinfeger-Stickern übersät - als Glücksbringer für die Anzeige gegen Westerwelle.
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FDP-Chef Guido Westerwelle polarisierte in der Debatte um Hartz-IV-Sätze. So sehr, dass ihn Gunther Clemens wegen Beleidigung und Diskriminierung anzeigte. (© Foto: ddp)
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Viele Betroffene bedauerten, nicht selbst den Mut zur Anzeige gehabt zu haben, sagt Clemens. "Ich wollte aber etwas verändern. Also habe ich aufgehört, mich zu ärgern und Anzeige erstattet", erinnert sich der 42-Jährige. Doch das hatte nicht nur positive Folgen.
Das enorme mediale Interesse an seiner Person war Clemens zunächst nicht geheuer: "Am ersten Tag war ich ganz zittrig und musste erst mal runterkommen. Psychisch nimmt einen das schon mit und abends fiel ich plötzlich in ein Loch." Fernsehteams, Zeitungen, Radiosender - sein Telefon klingelte ununterbrochen. Auch vier Wochen nach der Anzeige wird über Clemens fast täglich in der lokalen und überregionalen Presse berichtet.
Freunde und Familie reagierten durchweg positiv auf das mediale Interesse an Clemens Anzeige gegen FDP-Chef Westerwelle. Nicht so die Vorstandsmitglieder des Kreiselternrats, in dem Clemens seit drei Monaten den Vorsitz innehatte.
Erzwungener Rücktritt vom Ehrenamt
"Herr Clemens hat bei seiner Anzeige zwar als Privatperson gehandelt, aber immer wieder seine Verbindung zum Kreiselternrat erwähnt, das ist für uns inakzeptabel", betont der Zweite Vorsitzende Ingo Heynen im Gespräch mit sueddeutsche.de. Mit einer Anzeige gegen einen hochrangigen Politker wollten sich die Vorstandsmitglieder nicht identifizieren: "Wir sitzen oft mit Kommunalpolitikern an einem Tisch, das ist doch peinlich, wenn einer von uns den Vizekanzler angezeigt hat", gibt Heynen als weiteren Grund an, Gunther Clemens den Rücktritt nahegelegt zu haben.
"Ich stand vor der Wahl: Entweder ich gehe oder die anderen vier Vorstandsmitglieder. Was sollte ich denn machen?", sagt Clemens. Da er die Arbeit des Elternrats durch lange Abstimmungen nicht unnötig belasten wollte, resignierte der 42-Jährige und legte sein Amt nieder. Aber die Enttäuschung über den erzwungenen Rücktritt sitzt tief.
Clemens war sehr stolz auf sein ehrenamtliches Engagement und wollte ein positives Beispiel setzen: "Ich möchte zeigen, dass Hartz-IV-Empfänger nicht Bürger dritter Klasse sind und sich verstecken müssen."
Von Guido Westerwelle erhofft sich der Familienvater ein ernstgemeintes Engagement, um die Situation von Wenigverdienern in Deutschland zu verbessern. Mit der Anzeige beschäftigen sich nun die Justizbeamten. "Wir haben den Vorgang an die Staatsanwaltschaft in Berlin weitergegeben, die dies nun prüft", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Aurich zu sueddeutsche.de.
Gunther Clemens steuert derweil schon das nächste große Projekt an. Er will die Zuschriften und Schicksale der Hartz-IV-Empfänger für etwas Positives nutzen - und schreibt ein Buch.
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(sueddeutsche.de/mati/plin)
Höchste Zeit, dass die UNO-Resolution zur Bestrafung von Korruption in der Politik von unseren Volksvertretern endlich ratifiziert wird und INSM und Co. von unserem Verfassungsschutz beobachtet werden....
sein Name ist Kurt Schumacher !
Zitat dann zu ihm:
"Bereits im Sommer 1945, kurz nach Kriegsende, verkündete Kurt Schumacher in einem Aufruf, daß die Sozialdemokratie keine Veranlassung habe, für den geschwächten Parteikörper der Kommunistischen Partei den Blutspender abzugeben und auf irgendeinen Annäherungsversuch der Kommunisten auch nur andeutungsweise einzugehen. Auf die von Freunden und Gegnern der Sozialdemokratie immer wieder gestellte Frage, ob denn Sozialdemokraten und Kommunisten nicht eigentlich Brüder seien, antwortete Kurt Schumacher unmißverständlich: Auch Kain und Abel waren Brüder! Bekanntlich hat Kain seinen Bruder Abel erschlagen. Immer wieder, unbeirrbar und geradezu beschwörend, warnte Kurt Schumacher in Wort und Schrift vor der kommunistischen Bündnispolitik, das heißt vor jeder Art der Gemeinsamkeit, der Aktionseinheit von Demokraten mit Totalitären und Diktatoren. mit Feinden der Freiheit, mit Verächtern von Menschenrechten. "Mit Knechten kann man nicht von Freiheit reden!", hatte Kurt Schumacher den Kommunisten zugerufen. Noch vier Wochen vor seinem Tode stellte Schumacher in einer Rundfunksendung kategorisch fest, daß die Sozialdemokratische Partei geschlossen die Aktionseinheit mit den Kommunisten ablehnt, denn - so argumentierte Kurt Schumacher - man kann die Demokratie nicht zusammen mit Anhängern der Diktatur verteidigen."
Und daran hat sich auch nichts geändert!
"Mit Knechten kann man nicht von Freiheit reden!"
Der Preis der Freiheit ist Wachsamkeit, das gilt auch nach außen, also global, wie früher ja auch.
B. D.
James Madison, einer der Chefdenker der sogenannten Demokratie sagte einmal: "Erstes Ziel ist es, die wohlhabende Minderheit gegen die Mehrheit zu schützen." Das war im 18 Jahrhundert. Das Prinzip hat sich nicht geändert.
Ups, tolle Sache .......
Der Siggi G., das ist doch ein toller Kerl, dem nimmt man das auch gleich ab, ganz unbesehen, wenn er das so sagt .......
Pop-Musik vom S. Gabriel, wat 'n Dingen !
B. D.
Ein wunderbares Zitat - als ultimative Antwort auf die von Westerwelle angeschobene "spätrömische Dekadenz"-Diskussion ...
Belegt dieses Zitat doch einmal mehr, dass es heute in unserer Gesellschaft die "Lumpenelite" (Zitat Sigmar Gabriel) ist ... die sich unangemessen arrogant und überheblich als "Leistungsträger" miss-versteht ... nachdem sie sich durch gezielte Bestechung, durch grenzwertige Einflussnahme ... und dank der Korrumpierbarkeit von Gewerkschaftern, Politikern und sogar Parteien ... unseren ganzen Staat zur Beute gemacht hat !!!
Es gibt wahrlich keine hässlichere Entartung, wie Cicero bereits vor über 2.000 Jahren (!!!) richtig erkannt hatte, als jene Entartung, die unsere heutige NEOCONservative "Lumpenelite" (Zitat Sigmar Gabriel) an den Tag legt ... die Politik, Gewerkschaften und Verwaltung korrumpiert, die die öffentliche und die veröffentlichte Meinung in unserer Mediengesellschaft dominiert und kontrolliert ... die ihr genehme Gesetze und Reformen inzwischen direkt oder indirekt selbst entwickelt, initiiert und sogar durch eigene Lobbyisten in Ministerien selber ausformuliert ...
Und nachdem unsere "Lumpenelite" (Zitat Sigmar Gabriel) die Einkommensgerechtigkeit und die Steuergerechtigkeit bereits dergestalt - Gemeinwohl und Sozialstaat gefährdend - verändert hat ... macht sie sich aktuell auch daran, das Solidarprinzip abzuschaffen und die Verteilungsgerechtigkeit als Leistungsgerechtigkeit umzudefinieren ...
"Keine Staatsform bietet ein Bild hässlicherer Entartung, als
wenn die Wohlhabendsten für die Besten gehalten werden." ...
Paging