Zwist in der Koalition: Während die CSU keinem Konjunkturpaket ohne Steuerentlastungen zustimmen will, bekräftigt Finanzminister Steinbrück sein Nein zu weniger Steuern.

Die CSU will das geplante zweite Konjunkturpaket nur mittragen, wenn Bundeskanzlerin Merkel ihren Widerstand gegen schnelle Steuersenkungen aufgibt.

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Peer Steinbrück hat sich erneut gegen Steuersenkungen ausgesprochen: "Sie bevorzugen nur die oberen Einkommen, die ohnehin die höchste Sparquote haben." (© Foto: dpa)

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"Ein weiteres Maßnahmenpaket zur Stabilisierung der Wirtschaft muss erhebliche Steuerentlastungen enthalten", sagte CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer der Financial Times. "Das ist für die CSU unverzichtbar. Einem weiteren Impulspaket ohne Steuerentlastungen werden wir nicht zustimmen."

Insgesamt dürfe die Neuverschuldung im nächsten Jahr nicht über drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts anwachsen, wie es im europäischen Stabilitätspakt vorgeschrieben sei. "Wir müssen uns Leitplanken setzen, und die drei Prozent sind eine wichtige Leitplanke auch im Hinblick auf unsere internationale Reputation und Glaubwürdigkeit", sagte er. Eine Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts auszurufen und damit den EU-Pakt zu umgehen, dürfe nur der letzte Notnagel sein.

Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) forderte unterdessen, statt Steuern Sozialabgaben zu senken.

Der Bild-Zeitung sagte Steinbrück: "Steuersenkungen bringen nicht viel und entlasten die Falschen. Sie bevorzugen nur die oberen Einkommen, die ohnehin die höchste Sparquote haben." Viel mehr Sinn würde es machen, gerade im unteren Einkommensbereich die Sozialabgaben zu senken.

Entschieden wandte sich der Minister gegen den Vorschlag, Konsumgutscheine zu verteilen. "Damit verbrennen wir nur Geld", so Steinbrück. "Stattdessen brauchen wir Investitionen in Bildung, Infrastruktur, Logistik, Kommunen und Energieeffizienz. Die lohnen sich. Damit modernisieren wir das Land."

Steinbrück hält die große Koalition für die beste Regierungskonstellation in Krisenzeiten. "Die Koalition zeigt in der Krise eine beeindruckende Stärke. Und natürlich ist es hilfreich, wenn dahinter Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat stehen."

Die Wirtschaftskrise mache sogar die Fortsetzung der Koalition zwischen Union und SPD auch nach den Bundestagswahlen im kommenden Jahr wahrscheinlicher. Das sei aber nicht die Wunschlösung, so Steinbrück.

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(dpa/Reuters/gba)