Ein Kreisvorsitzender der Jungen Union in Hamburg soll durch Nazi-Sprüche und andere rechte Umtriebe aufgefallen sein. Die CDU geht sicherheitshalber auf Tauchstation.
Seit Wochen kann die Hamburger CDU sich in ihrem Wahlsieg sonnen. Und auch die angestrebte Koalition mit den Grünen brachte praktisch nur Lob. Doch nun trüben unangenehme Vorwürfe die nordische Idylle: Ein Nachwuchspolitiker mit Rechtsaußen-Tendenzen bringt der Partei Negativ-Schlagzeilen ein.
Der umstrittene JU-Kreisvorsitzende Alexander Weiß. (© Foto: JU Hamburg (Homepage))
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Alexander Weiß, der Kreisvorsitzende der Jungen Union in Hamburg-Nord soll mit Nazi-Sprüchen und revanchistischen Einstellungen aufgefallen sein. Nach Informationen der Bild-Zeitung hat der Jura-Student "Nicht-Arier" im Gespräch mit einem Kursleiter als "Schande für das Juristentum" bezeichnet. Und auch ein Internet-Profil des JU-Politikers lässt auf revanchistische bis dunkelbraune Tendenzen schließen. So war Weiß bei der Internet-Community StudiVZ unter anderem Mitglied in der Gruppe "Nach Frankreich fahren wir nur auf Ketten". Andere Gruppen, in denen Weiß verkehrte, beschäftigen sich intensiv mit den Panzerschlachten des zweiten Weltkriegs. Inzwischen hat der Nachwuchspolitiker sein Profil offenbar gelöscht.
"Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass sich unser Mandant wegen eines derzeit laufenden Ermittlungsverfahrens nicht gegenüber der Presse äußern kann. Dies ist allerdings ausdrücklich kein Eingeständnis, der in Bild erhabenen Vorwürfe", lässt Weiß sueddeutsche.de über seine Anwältin Tanja Irion mitteilen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Beleidigung und Volksverhetzung gegen den Nachwuchspolitiker.
Besonders peinlich ist der Fall für Christoph Ahlhaus, Staatsrat in der Hamburger Innenbehörde. In anderen Ländern entspricht diese Amtsbezeichnung einem Innen-Staatssekretär.
Ahlhaus ist zugleich Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Winterhude. Und dieser Ortsverein sorgte dafür, dass Weiß als "zugewählter Bürger" in einen Ausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Nord kam. Außerdem sind er und Weiß beide dort Kreisvorsitzende: Ahlhaus für die CDU, Weiß für die Junge Union. Sowohl die Innenbehörde als auch die CDU verweisen darauf, dass Ahlhaus im Urlaub weilt und für eine Stellungnahme nicht zu erreichen ist.
Die Junge Union verweist darauf, dass sie ihre Haltung erst festlegen muss und meldet sich später auch nicht mehr. Ausgesprochen schmallippig gibt sich auch die hanseatische CDU im Fall Alexander Weiß. "Wir nehmen die Angelegenheit sehr ernst", sagt ein Parteisprecher, der nicht namentlich zitiert werden möchte sueddeutsche.de. "Wir werden versuchen zu klären, was an den Vorwürfen wahr ist. Das können wir jetzt nicht komplett klären."
Ob Weiß mit Konsequenzen - etwa einem Parteiausschlussverfahren - rechnen muss, will der CDU-Mann nicht sagen. Selbst für den Fall, dass die Vorwürfe sich belegen lassen.
Wäre in der Hamburger CDU Platz für einen Mann, der "Nicht-Arier" als "Schande für das Juristentum" bezeichnet? "Das ist jetzt sehr böse formuliert," windet sich der CDU-Sprecher. "Wir distanzieren uns natürlich von jeglichen rechtsextremen Äußerungen."
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(sueddeutsche.de/maru/bosw)
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Vielen Dank für diesen Artikel. Bitte auch weiterhin hierüber informieren.
und Metropolenfan gelbe Eier....mit dem Bild vom Guido drauf mit ganz langen Ohren.
In den letzten Minuten vor Sendeschluss:
Staubsauger müsste man haben . . .
zum Beitrag vom 20.03.2008 18:46:08 :
Wie bescheuert eigentlich sind solche Charaktere, die das Internet zur Verbreitung abartigem Gedankengutes mißbrauchen, sich dabei auch noch als Heilsbringer aufführen?
Sich als Auserwählte sehen, während die Unauserwählten als Minderwertige erscheinen.
Da kommt wieder was hoch, das mitten in einer drohenden Weltwirtschaftskatastrophe Zündmaterial liefert.
kwt
Paging