Zwar liegt die CDU in Umfragen noch immer weit vor der SPD - doch ob es zur absoluten Mehrheit reichen wird, ist wieder offen. Darüber hinaus wird ein Einzug der FDP in die Bürgerschaft immer unwahrscheinlicher. Die Sozialdemokraten bemühen sich unterdessen um die bislang unentschiedenen Wähler.

Nach einer kurzen Legislaturperiode von wenig mehr als zwei Jahren wählen die Einwohner der Hansestadt kommenden Sonntag eine neue Bürgerschaft. Zu dem vorgezogenen Wahlgang sind mehr als 1,22 Millionen Stimmberechtigte aufgerufen.

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Bürgermeister Ole von Beust (CDU), der 2001 eine Koalition mit der rechtspopulistischen Schill-Partei und der FDP eingegangen war, spekuliert auf eine absolute Mehrheit seiner Partei in der Bürgerschaft.

Zwei Tage vor der Hamburg-Wahl wird es für die CDU aber doch noch knapp: Nach einer vom Stern in Auftrag gegebenen Umftage des Forsa-Instituts verfehlt die CDU ihr Ziel einer absoluten Mehrheit und liegt bei nur noch 44 Prozent gleichauf mit dem rot-grünen Lager.

Die SPD gewinnt im Vergleich zur letzten Forsa-Umfrage einen Prozentpunkt hinzu und kommt jetzt auf 30 Prozent, die Grünen erhalten in der Umfrage 14 Prozent.

Drei Parteien in der Bürgerschaft

Die Ergebnisse des Forsa-Instituts weichen damit von der jüngsten Emnid-Umfrage von Welt und Bild ab, der zufolge die CDU derzeit mit 46 Prozent eine absolute Mehrheit erreicht. Rot-Grün käme demnach nur auf 43 Prozent mit 30 Prozent für die SPD und 13 Prozent für die Grünen.

Beide Umfragen stimmen darin überein, dass Ex-Innensenator Ronald Schill mit vier Prozent der Wählerstimmen rechnen kann. Laut Forsa verharrt auch die FDP knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde (Emnid: 3 Prozent), während die Partei Rechtsstaatlicher Offensive in beiden Umfragen nur auf ein Prozent kommt. Demnach würden nur drei Parteien in die Bürgerschaft einziehen.

CDU will absolute Mehrheit

Von Beust hat zum Wahlkampfabschluss seiner Partei koalitionstaktischen Erwägungen der FDP eine Absage erteilt. Er lehnte eine "Leihstimmenkampagne" für die FDP im Wahlkampf ab. "Wer Ole will, muss Ole wählen", sagte von Beust in Hamburg. Die CDU habe keine Stimme zu verschenken.

Außerdem betonte der Hamburger Bürgermeister seine Ablehnung einer schwarz-grünen Koalition in der Hansestadt: "Das ist sehr, sehr unwahrscheinlich", sagte von Beust im "Morgenmagazin" der ARD. Eine große Koalition wäre nach seinen Worten wahrscheinlicher, "aber wirklich als allerletzter Ausweg". "Wenn eine Koalition notwendig sein sollte, dann ist mein Wunschpartner die FDP."

Der SPD-Spitzenkandidat Thomas Mirow sprach sich in der gleichen Sendung erneut für ein rot-grünes Bündnis aus: "Wenn es eine Mehrheit gibt für Sozialdemokraten und Grüne, dann werden wir eine solche Regierung bilden."

FDP: Warnung vor Rot-Grün

Bei der Abschlusskundgebung der FDP warnte der Bundesvorsitzende Guido Westerwelle erneut vor einem Wahlsieg von SPD und Grünen. Es werde entweder eine rot-grüne oder eine schwarz-gelbe Koalition geben. "Alles andere ist Russisches Roulette."

CDU-Chefin Angela Merkel sagte, bei der Wahl gehe es nicht um "eine Partei oder einen Kopf, sondern um den richtigen Menschen für Hamburg. Und das ist Ole von Beust." Der Senat habe unter seiner Führung - zugegebenermaßen "mit Hilfe der FDP" - grundlegende Verbesserungen für Hamburg eingeleitet.

Nach Ansicht des designierten SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering ist der Ausgang der Bürgerschaftswahl in Hamburg weiter offen. "Das ist das Interessante", dass nur drei Tage vor einer Wahl noch nichts entschieden sei, sagte Müntefering am Donnerstag in der Hansestadt. Die SPD habe gute Chancen, wenn es gelinge, die unentschiedenen Wähler zu mobilisieren.

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(dpa/AP)