Die Hamburger Sozialdemokraten kämpfen bisher mit mäßigem Erfolg darum, ihre einstige Hochburg zurückzuerobern. Umfragen sehen die jahrzehntelang regierende Partei bei nur 30 Prozent, die CDU dagegen strebt mit über 45 Prozent nach der absoluten Mehrheit. Alles Ole?
Die SPD hat die Ausfallstraßen Hamburgs regelrecht mit Plakaten gepflastert: Mehr Arbeitslose, weniger Verbrechensaufklärung, Chaos an den Kindertagesstätten, Ausverkauf der Krankenhäuser - das sei die verheerende Bilanz des im Dezember 2003 nach zwei Jahren Regierungszeit aufgelösten bürgerlichen Senats aus CDU, FDP und "Partei Rechtsstaatlicher Offensive".
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Zwischendrin klebt das Porträt des SPD-Spitzenkandidaten Thomas Mirow: Seht her, die Alternative. Die CDU setzt bisher nur eins dagegen: die Popularität des Ole von Beust, ihres Bürgermeisters im stabilen Umfrage-Hoch.
So gut drauf sind die hanseatischen Christdemokraten, dass sie launig eine vom Boulevard geführte Debatte darüber fütterten, welcher Name nun auf dem Wahlzettel ganz oben stehen müsse: Schlicht Ole von Beust oder Carl Friedrich Arp Ole Freiherr von Beust? "So heiße ich nun mal", sagte der Bürgermeister munter und rückte artig seinen Personalausweis heraus.
Weil sich der beliebte Regent einfach auf keine politische Debatte einlassen will, beschlich den um einen programmatischen Wahlkampf bemühten Konkurrenten Mirow schon das ungute Gefühl, es handle sich am 29. Februar nicht um eine Bürgerschaftswahl, "sondern um einen Schönheitswettbewerb".
Die Hamburger Sozialdemokraten kämpfen bisher mit mäßigem Erfolg darum, ihre einstige Hochburg zurückzuerobern. Umfragen sehen die jahrzehntelang regierende Partei bei nur 30 Prozent, die CDU dagegen strebt mit über 45 Prozent nach der absoluten Mehrheit. Alles Ole?
So klar sind die Verhältnisse dann doch nicht. Die Grünen, die hier noch immer als GAL firmieren, haben sich seit der letzten Bürgerschaftswahl (8,6 Prozent) auf mittlerweile elf bis 13 Prozent verbessert, und die bisherigen Partner der CDU schwächeln: Die FDP liegt bei vier Prozent, die Partei Rechtsstaatlicher Offensive nach dem Ausschluss ihres Messias Ronald Schill nur noch bei einem Prozent nach 19,1 bei der letzten Wahl.
Und so gibt es in Hamburg kaum eine Bündnisvariante, die nicht diskutiert wird. Die FDP erwartet spätestens Mitte Februar ein klares Bekenntnis der CDU zu Schwarz-Gelb - das "rot-grüne Milieu" von Hamburg mache eine absolute CDU-Mehrheit unmöglich, hat Parteichef Guido Westerwelle prophezeit; diese Ansicht werde auch bei seinem Duzfreund Beust noch reifen.
Möglich scheint auch eine große Koalition mit Beust als Bürgermeister und der SPD als Juniorpartner. Selbst Schwarz-Grün haben weder Grüne noch CDU ausgeschlossen. Die CDU, sagte Beust, werde mit allen verhandeln außer der neuen Schill-Partei Pro/DM, die durch ihren übergelaufenen Spitzenkandidaten Schill auf Anhieb in den Umfragen auf vier Prozent kam.
Der querulante Schill ist offenbar endgültig persona non grata. Und die Hamburger GAL-Chefin Anja Hajduk lässt alles offen: "Wenn es für Rot-Grün nicht reicht, werden wir überlegen, ob und in welcher Form weitere Gespräche sinnvoll sind." rw
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