Von Jens Schneider

Ole von Beusts designierter Nachfolger Christoph Ahlhaus stand auf der Mitgliederliste einer schlagenden Turnerschaft - die Grünen sind irritiert. Schließlich wollen sie mit dem CDU-Bürgermeister liberale Großstadt-Politik machen.

Die Sache mit der schlagenden Verbindung ist nur eine Geschichte am Rande der Regierungskrise in Hamburg. Aber in unsicheren Zeiten werden Randgeschichten schnell bedeutend, und in der schwarz-grünen Koalition ist gerade vieles unsicher. Vor allem wissen die Grünen - hier GAL genannt - nicht recht, wie sie Christoph Ahlhaus, den designierten Nachfolger von Bürgermeister Ole von Beust, einschätzen sollen.

Christoph Ahlhaus beim Weindorf Bild vergrößern

Hamburgs neuer Bürgermeister Christoph Ahlhaus mit Ehefrau Simone bei der Eröffnung des Stuttgarter Weindorfs in Hamburg. (© dpa)

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Also hat führende Grüne die Meldung arg irritiert, wonach der Christdemokrat Ahlhaus seit Jahren als Mitglied der Heidelberger "Turnerschaft Ghibellinia" geführt wird. Das nährte Zweifel, ob Ahlhaus tatsächlich für eine liberale Großstadt-CDU steht - denn nur mit solch einer CDU wollen die Grünen die Koalition fortsetzen.

"Ein Bürgermeister, der Mitglied einer schlagenden Verbindung ist, ist für mich nicht denkbar", warnte die stellvertretende GAL-Fraktionschefin Antje Möller und verlangte, dass Ahlhaus die Sache schnell klärt.

Vorbehalte gegen den Hardliner

Und Ahlhaus erklärte sich schnell. Der Innensenator sei erst nach seinem Studium in seiner Funktion als CDU-Ortsvorsitzender in Heidelberg mit der akademischen Turnerschaft in Kontakt gekommen, teilte sein Sprecher mit.

Bereits seit mehreren Jahren bestehe zwischen Ahlhaus und der Turnerschaft keinerlei Kontakt mehr. Er habe den Vorsitzenden der Ghibellinia jetzt in einem Schreiben gebeten, ihn nicht mehr in den Listen zu führen.

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